Offener Ganztag

Mehr als 200 Grundschulkinder sind ohne Betreuungsplatz

Dagmar Becker will zusätzliche OGS-Plätze schaffen. Foto: cb
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Dagmar Becker will zusätzliche OGS-Plätze schaffen.

Eltern haben erst spät erfahren, dass ihr Nachwuchs bei den OGS-Plätzen nicht berücksichtigt wurde.

Von Anja Kriskofski und Andreas Tews

Solingen. Auch für das kommende Schuljahr ist die Nachfrage in der offenen Ganztagsbetreuung (OGS) an den Grundschulen höher als die Zahl der Plätze. Aktuell befänden sich noch 222 Kinder auf der Warteliste, teilt Stadtsprecherin Stefanie Mergehenn auf Anfrage mit. „Diese Zahl wird sich jedoch noch weiter reduzieren, da voraussichtlich Plätze aufgrund von nicht abgegebenen Betreuungsverträgen an Kinder von der Warteliste vergeben werden können.“

Eine weitere Gruppe für maximal 20 Kinder werde an der Grundschule Südstraße eingerichtet. Auch an der Grundschule Schützenstraße würden derzeit räumliche Kapazitäten für eine Betreuungsmöglichkeit geprüft, so Mergehenn.

Eltern der Grundschule Südstraße hatten im vergangenen Jahr eine Petition zum Ausbau der OGS gestartet. Daraufhin wurden zunächst 6,5 zusätzliche Gruppen an mehreren Grundschulen eingerichtet. Laut Stadtverwaltung gibt es derzeit 2510 OGS-Plätze. Für 2732 Kinder wurde jedoch Bedarf angemeldet.

Solingen: Allein an der Schützenstraße fehlen 36 Plätze

Kritik an dem von Dezernentin Dagmar Becker (Grüne) geleiteten Fachdezernat der Stadtverwaltung äußerten jetzt Eltern der Grundschule Schützenstraße. Allein dort fehlen nach Zahlen des Rathauses 36 Plätze. Die Eltern bemängeln vor allem, dass die Familien erst kurz vor den Ferien erfahren hätten, dass es für ihre Kinder keine Betreuungsplätze gebe. Betroffen seien etliche Kinder, bei denen Eltern alleinerziehend oder beide berufstätig seien und solche, die im abgelaufenen Schuljahr noch einen OGS-Platz hatten.

Eine der betroffenen Mütter ist Kathrin Miletitsch. Sie kritisiert, dass es jetzt in der Kürze der Zeit schwierig sei, eine Alternative zur OGS-Betreuung zu organisieren. Die Eltern wollen sich zusammentun und die Kinder abwechselnd betreuen. Miletitsch: „Hoffentlich spielen da unsere Arbeitgeber mit.“

Im Rathaus bittet man um Verständnis. Um die Eltern nicht noch später zu informieren, habe die Verwaltung die Verträge bereits an die Eltern verschickt, obwohl noch keine Zusage des Landes über die nötigen Zuschüsse vorliege. Beim Postversand habe es dabei offensichtlich Verzögerungen gegeben. Zudem versichere die Schulleitung, dass sowohl die Schulkonferenz als auch die Eltern der Schulpflegschaft darüber informiert worden seien, dass Betreuungsplätze fehlen. Jetzt prüfe man, im nahe gelegenen Gebäude der Schule Krahenhöhe zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen.

Zuletzt hatte es in Solingen Diskussionen um die Erika-Rothstein-Schule gegeben. Hier wurde kürzlich eine Lösung für die Raumnot gefunden.

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