Forum Gesundheit

Mediziner beantworten Fragen rund ums Herz

Zahlreiche Besucher nahmen am Forum Gesundheit teil.
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Zahlreiche Besucher nahmen am Forum Gesundheit teil.

51. Forum Gesundheit fand nach zwei Jahren wieder in Präsenz statt.

Von Tanja Alandt

Beim 51. Forum Gesundheit im Städtischen Klinikum, das vom Solinger Tageblatt präsentiert wurde, ging es um das Thema „Turbulenzen im Herz: Vorhofflimmern und Herz-Rhythmus-Störungen“. ST-Gesundheitsredakteurin Simone Theyßen-Speich freute sich, die zahlreichen Interessenten im Untergeschoss der Personalcafeteria im Klinikum in Präsenz begrüßen zu dürfen. Sie moderierte das Expertengespräch und ordnete die anschließenden Zuschauerfragen den entsprechenden Spezialisten zu.

Rede und Antwort standen Dr. Dirk Uhlich, Dr. Robert Pölsler und Priv.-Doz. Dr. Marc U. Becher. Dr. Uhlich von der Hausärztlichen Gemeinschaftspraxis Ufergarten ist Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Diabetologie, Chirotherapie und Sportmedizin. Aus der Medizinischen Klinik II informierte Departmentleiter Rhythmologie Dr. Pölsler zusammen mit dem Chefarzt der Kardiologie Dr. Becher.

Für den Laien gut verständlich, erklärte die Expertenriege zunächst das Organ Herz, das 100 000 Mal am Tag schlägt und nicht vor dem Altern geschützt ist. Wissenswertes lernten die Zuhörer auch über die Vorhofkammern, die täglich von 8000 Litern Blut durchströmt werden sowie über Herzerkrankungen.

Oft berichteten ihnen Patienten von „diffusen Symptomen wie Herzstolpern, weniger Leistungsfähigkeit beim Hochlaufen, innere Unruhe, Luftnot, Schwindel“, teilten die Mediziner aus ihrem Berufsalltag mit. Durch Gespräche, eine körperlichen Untersuchung sowie ein Ruhe-EKG des Hausarztes werde überprüft, was „mit dem Patienten los ist“, so Dr. Uhlich.

„16 Millionen Menschen leiden unter Bluthochdruck, acht Millionen Menschen wissen das. Davon nimmt die Hälfte Medikamente dagegen“, nannte Dr. Becher Zahlen.

Dr. Pölsler erläuterte, dass aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung – und weil herzerkrankte Menschen mit ihrer Erkrankung länger überlebten – jeder Dritte eine schwere Herzerkrankung erleide. Die Therapie sei nicht einfach. Manche Patienten würden nicht therapiert, andere nähmen Tabletten. Verordnete blutverdünnende Medikamente sollten nicht einfach abgesetzt werden, wenn der Patient denkt, sein gesundheitliches Problem sei behoben. Wenn das Blut verklumpe, könne es schnell zu einem Schlaganfall kommen, warnten die Experten.

Patienten mit Schrittmachern sollten Induktionsherde meiden

Sie berichteten außerdem von einer neuen Studie, bei der sich gezeigt habe, dass Patienten sofort therapiert werden und „nicht erst einmal in Ruhe gelassen werden“ sollten. Andernfalls könne es für eine erfolgreiche Therapie bereits zu spät sein.

Die Besucher stellten zahlreiche Fragen. Unter anderem zu speziellen Medikamenten oder mit Blick auf Schrittmacher zum Abstand zu elektromagnetischen Haushaltsgeräten. Die Mediziner warnten in diesem Zusammenhang vor dem Benutzen von Induktionsherden. Es habe bereits viele Fälle gegeben, bei denen Patienten mit Herzschrittmachern, die bei Kindern, Freunden oder Bekannten „fremd kochten“, plötzlich vor der Induktionsplatte umgekippt seien.

Weiter soll man nicht meinen, teure Uhren kaufen zu müssen, die das EKG aufzeichnen können. Der Herzschrittmacher lese generell die EKG-Werte ab. Diese könne man daher einfach dem Hausarzt zur Beobachtung übertragen.

Diese Veranstaltung ersetze natürlich nicht die Untersuchung, schloss Theyßen-Speich die Fragerunde. Sie hofft, dass die Lage es zulässt, die weiteren geplanten Veranstaltungen ebenfalls in Präsenz stattfinden zu lassen.

Forum Gesundheit

Am 18. September 2008 war Premiere des „Forum Gesundheit“. Damals ging es rund um das Thema Herzkrankheiten. Seitdem wird bei der Veranstaltungsreihe, die gemeinsam vom Städtischen Klinikum Solingen und dem Solinger Tageblatt organisiert und durchgeführt wird, fünfmal pro Jahr zu Gesundheitsthemen informiert. Wegen der Pandemie fielen die öffentlichen Veranstaltungen 2020 und 2021 aus. Im vergangenen Jahr fand eine Expertenrunde ohne Besucher statt. Es war die 50. Auflage. Die Idee hatten vor zwölf Jahren Prof. Dr. Thomas Standl und der damalige Klinikum-Chef Hans-Joachim Fietz-Mahlow, die beide vor ihrer Zeit in Solingen in Hamburger Kliniken tätig waren, aus der Hansestadt mitgebracht. „Es ist ein erfolgreiches Format, um das große medizinische Angebot in der Stadt vorzustellen und mit den Menschen in Kontakt zu kommen“, so Professor Standl.

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