Handel

Markthändler in Solingen profitieren vom Lockdown

Viele Kunden kochen in der Coronazeit selbst – davon profitieren zurzeit die Marktbetreiber. Foto: Tim Oelbermann
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Viele Kunden kochen in der Coronazeit selbst – davon profitieren zurzeit die Marktbetreiber.

Vor allem Lebensmittel werden in Zeiten von Corona verstärkt nachgefragt.

Von Kristin Dowe

Solingen. Auf dem Wochenmarkt auf dem Graf-Wilhelm-Platz herrschte am Donnerstagvormittag geschäftiges Treiben. Viele Kunden kauften in der ersten Woche des zweiten Lockdowns Lebensmittel auf Vorrat – und seien zugleich froh, dass sie dies an der frischen Luft und nicht zwingend in beengten Supermärkten tun könnten, sagt Rudolf Jacobs, Inhaber der gleichnamigen Fleischerei. „Die Leute können hier die Abstände einhalten, was viele sehr schätzen. Für uns haben sich die letzten Wochen sehr positiv entwickelt.“

„Der Trend geht zur Selbstversorgung.“
Rudolf Jacobs, Fleischermeister

Ohnehin gehe der Trend gerade in der Coronazeit zur Selbstversorgung, beobachtet der Metzger. „Essenslieferdienste sind kostspielig und letztlich schmeckt es auch nicht so gut, als wenn man ein Gericht zu Hause frisch zubereitet. Deshalb kochen unsere Kunden wieder mehr selbst und legen gleichzeitig Wert auf Regionalität.“

Ähnliche Erfahrungen macht Thomas Büchel mit seiner Marktfleischerei. „Die Kundenfrequenz ist erhöht und die Leute kaufen auch größere Mengen ein. Beim ersten Lockdown war das ein ähnlicher Effekt.“ Auf die Hygienevorschriften achteten die Marktbesucher dabei sehr gewissenhaft, versichert Büchel. „Es kommt nur ganz selten vor, dass man jemanden mal auf die Maskenpflicht hinweisen muss.“ Auch die Abstandsregeln würden insgesamt befolgt, zumal Kräfte des Ordnungsamtes regelmäßig auf dem Neumarkt Kontrollen durchführten.

Etwas weniger Betrieb herrschte am Mittwoch beim Wochenmarkt auf dem Walder Marktplatz. Auch dort weist ein Schild auf die Maskenpflicht hin. „Anfangs waren die Kunden etwas unsicher, ob der Markt überhaupt stattfindet“, sagt Sylke Berns vom Stand der Niederrheinischen Landbäckerei. Die Geschäfte liefen stabil, doch sei das Marktgeschäft generell schwer planbar und extrem wetterabhängig. Doch auch dort achte das Personal sorgfältig auf die Hygienevorschriften – Berns selbst trägt zusätzlich zu ihrer Maske Handschuhe.

Etwas abgeebbt ist der Kundenzulauf am Blumenstand von Frank Janker. „Beim ersten Lockdown lief es sehr gut für uns, da die Kunden zum Frühjahr hin das Bedürfnis hatten, es sich zu Hause schön zu machen. Jetzt im Herbst ist das etwas weniger geworden.“ Er könne sich aber auf eine treue Stammkundschaft verlassen. Eine überzeugte Marktbesucherin ist auch Ingrid Buchbender, sagt die Solingerin von sich selbst. „Außer Mehl und Zucker kaufe ich so ziemlich alle Lebensmittel auf dem Markt. Man ist hier an der frischen Luft und trifft viele Bekannte.“ So sei der Markt trotz aller bekannten Einschränkungen auch in der Coronazeit ein sozialer Treffpunkt. Zwar mache sie sich wegen der Pandemie jeden Tag Sorgen, versuche aber, sich nicht von ihren Ängsten beherrschen zu lassen. Da biete der Markt eine willkommene Abwechslung. „Hier muss ich wenigstens mal nicht an Corona denken.“

Steffen Kluger, der auf dem Wochenmarkt einen Kleidungsstand betreibt, profitiert dagegen weniger vom Lockdown. ,„Die Leute bekommen ja heute alles im Internet“, bedauert er. „Ich habe noch einen 450-Euro-Job und meine Frau arbeitet auch. Sonst würde das nicht funktionieren.“

Durch die Pandemie hat auch der Ohligser Wochenmarkt seit Monaten stärkeren Zulauf.

Markttage in Solingen

Walder Marktplatz: Wochenmarkt ist immer mittwochs und freitags von 8 bis 13 Uhr.

Ohligser Markt: dienstags und samstags von 7 bis 13 Uhr.

Graf-Wilhelm-Platz: dienstags, donnerstags und samstags von 7 bis 13 Uhr.

Die Hygienevorschriften müssen auf den Märkten eingehalten werden, es herrscht Maskenpflicht.

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