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Makler: „Merscheid gewinnt, weil Ohligs gewinnt“

Die seniorengerechten Wohnungen im Herzog-Karree sollen im Juli 2021 schlüsselfertig übergeben werden. Foto: Tim Oelbermann
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Die seniorengerechten Wohnungen im Herzog-Karree sollen im Juli 2021 schlüsselfertig übergeben werden.

Die große Nachfrage nach Wohnraum strahlt bis ins Fürstentum – Trend sind seniorengerechte Eigentumswohnungen.

Von Björn Boch

Merscheid. Was für Monaco gilt, gilt erst recht für Merscheid: Auch im Fürstentum „im Herzen von Solingen“ ist Wohnraum knapp. Natürlich werden noch keine monegassischen Preise erzielt, aber wenn es Angebote gibt, vor allem im Neubaubereich, sind sie schnell vergriffen.

Gerd Fischer, Geschäftsführer von Plan 8 (Eigenschreibweise: plan8 Group GmbH), baut derzeit an der Herzogstraße das Herzog-Karree. Anfang September soll der Rohbau fertig sein, bezugsfertig sind die Objekte wohl im Juli 2021. Von 20 Wohnungen sind bereits 17 notariell verkauft – ein guter Wert, sagt Fischer. Einmal elf und einmal neun Parteien ziehen in zwei Häuser ein, die hintereinander angeordnet und durch eine große Tiefgarage verbunden sein werden.

Alle Wohnungen werden seniorengerecht gebaut. „Käufer sind vor allem Menschen über 60 Jahre“, sagt Fischer. Dazu kämen die sogenannten Optionskäufer zwischen 40 und 50 Jahren, die sich die Lage schon einmal sichern wollen und vermieten, bis sie selbst dort einziehen. Und natürlich Kapitalanleger. „Sachwerte sind nach wie vor gefragt“, sagt Fischer. Die derzeit unsichere Lage und weiterhin niedrige Zinsen fördern den Absatz von „Betongold“.

Eigentumswohnungen seniorengerecht zu bauen, das ist ganz klar einer der Trends der vergangenen Jahre – natürlich nicht nur in Merscheid, aber eben auch dort. An der Merscheider Pfeilstraße wurde bereits 2016 ein Mehrfamilienhaus mit 14 solcher Eigentumswohnungen fertiggestellt, auch hier war das Objekt schnell komplett verkauft.

Gerd Fischer beobachtet einen grundsätzlichen Wandel rund um Eigentumswohnungen: „Das war früher eine Wohnform, die für den Einstieg in die eigenen Immobilien gedacht war. Junge Leute kauften, gründeten in der Eigentumswohnung eine Familie und machten dann den Schritt ins Einfamilienhaus.“ Heute sei das „komplett out“, die Jungen kaufen direkt ein Haus. Vor allem Ältere sind heute Käufer „ebenerdiger Wohnungen“, die ohne Treppen, gegebenenfalls mit Rollator oder Rollstuhl, zu erreichen sind – um sozial angebunden zu bleiben und Geschäfte des täglichen Bedarfs in der Nähe zu haben.

Der gesamte Immobilienmarkt in Merscheid unterliegt vor allem dort einem Wandel, wo die Nähe zu Ohligs groß ist. „Merscheid gewinnt, weil Ohligs gewinnt“, sagt Makler Dirk Isenburg. Die große Nachfrage nach Wohnraum in Ohligs strahlt bis nach Merscheid, das vielerorts mit guter Verkehrsanbindung und guter Infrastruktur punkten kann.

Beispielsweise rund um die Bebelallee gebe es sehr schöne Ecken, andere Bereiche wären für die Marktteilnehmer aber wohl weniger attraktiv, würden sie nicht so nahe an Ohligs liegen. „Mit dem Galileum und dem neuen Hotel entsteht da eine unglaubliche Dynamik“, berichtet Isenburg.

„Käufer müssen heute schnell sein.“

Stefan Jäger, Olaf Jansen Immobilien

Dementsprechend angespannt ist der Markt auch in Merscheid. Deshalb gilt dort genauso, was inzwischen für viele Immobilienangebote gilt: „Käufer müssen heute schnell sein. Viele besichtigen, können aber noch gar nicht kaufen. Dann ist der Zug meistens abgefahren“, sagt Stefan Jäger von Olaf Jansen Immobilien.

Er empfiehlt daher allen Suchenden, die Vorbereitungen zu treffen, um auch kaufen zu können. Potenzielle Käufer sollten also schon vor der Besichtigung mit einer Bank gesprochen haben – um sicher zu sein, dass sie eine Finanzierung erhalten. Idealerweise haben sie bereits eine schriftliche Bestätigung dabei.

So geht es weiter

Mit diesem Artikel endet die Stadtteilserie aus Merscheid. Ab Montag beleuchten wir Höhscheid, ab dem 3. August ist dann Wald an der Reihe. Die Stadtteilserie endet mit Burg – vom 10. bis zum 15. August.

Lesen Sie auch: Männergesangverein hofft auf Lockerung. Merscheider Chöre können aufgrund der geltenden Abstandsregelungen momentan nicht proben.

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