Nachruf

Mahnend und besonnen leitete er die Solinger Polizei

Gerd Uhrig, ehemaliger Polizeichef Solingens, ist in dieser Woche verstorben. Archivfoto: Christian Beier
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Gerd Uhrig, ehemaliger Polizeichef Solingens, ist in dieser Woche verstorben.

Gerd Uhrig ist im Alter von 75 Jahren in seiner Heimatstadt Velbert verstorben. Er war von 1986 bis 2004 Chef der Polizei-Inspektion.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. 18 Jahre lang, von 1986 bis 2004, war er Chef der Solinger Polizei. Er führte die Beamten auch in der schweren Zeit nach dem Brandanschlag 1993. Dabei kamen in dem Haus der türkischen Familie Genç fünf Frauen und Mädchen ums Leben. Damals war Gerd Uhrig in vorderster Front verantwortlich für die Sicherheit in der Stadt, hatte den größten Polizeieinsatz in der Nachkriegsgeschichte Solingens zu bewältigen. Am Mittwoch ist der ehemalige Polizeichef im Alter von 75 Jahren verstorben.

Die Ereignisse rund um den Brandanschlag haben ihn auch über seine berufliche Zeit hinaus geprägt. Die Bilder der trauernden Familie Genç auf der Polizeiwache oder vom damaligen Oberbürgermeister Gerd Kaimer, der mutig tausende wütende Demonstranten zur Vernunft aufrief, habe er immer im Kopf behalten, erinnerte er sich auch noch Jahre nach seiner Pensionierung.

1944 im hessischen Hanau geboren, kam Uhrig 1964 als junger Polizist nach Velbert, lernte dort auch seine Frau Monika kennen. 1986 wurde er Chef der Polizei in Solingen. Unterbrochen wurde seine Dienstzeit in der Klingenstadt durch eine dreijährige Zeit als Chef einer Kriminalgruppe in Wuppertal.

In seiner Freizeit engagierte er sich beim Lions Club

Nach seiner Pensionierung stand für Gerd Uhrig die Familie im Mittelpunkt: Reisen mit seiner Ehefrau oder Besuche bei Tochter und Enkel gab es regelmäßig. In seiner Freizeit las er auch viel – historische Bücher ebenso gerne wie die Zeitung, oder er wanderte durch die Wälder seiner Heimatstadt Velbert.

In Solingen hatte sich Gerd Uhrig neben seinem Dienst bei der Polizei auch stets sozial engagiert. Unter anderem war er seit 1991 Mitglied des Lions Clubs Solingen und des Lions Hilfswerks. „Fast 30 Jahre lang hat sich Gerd Uhrig um die Belange des Lions Clubs verdient gemacht“, erinnert Christian Beier, Präsident des Solinger Lions-Clubs. „Uns bleibt die Erinnerung an einen aufrichtigen und gradlinigen Menschen.“

Die Trauerfeier findet am Freitag, 13. März, um 12 Uhr in der Kapelle des Waldfriedhofs Grünheide in Velbert statt.

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