Festnahme im Dezember 2018

Mafia-Verdacht: Ohligser noch immer in U-Haft

Symbolbild.
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Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Drogenhandel in erheblicher Menge.

Von Stefan Prinz

Acht Monate nach der Verhaftung eines 55-Jährigen in Ohligs ist immer noch keine Anklage erhoben worden. Das hat die zuständige Staatsanwaltschaft in Duisburg jetzt auf Nachfrage mitgeteilt. „Die Ermittlungen dauern weiter an“, erklärt Staatsanwältin Marie-Theres Fahlbusch. Wann diese abgeschlossen sind, ist derzeit noch unklar.

Allgemein gilt, dass Verdächtige nicht länger als sechs Monate in Untersuchungshaft sein sollten. Welche Ausnahmen es davon gibt, wird laut Fachanwalt Jochen Ohliger in Fachkreisen häufig diskutiert. Ohliger: „Grundsätzlich soll innerhalb von sechs Monaten ab Inhaftierung etwas geschehen sein.“ In der Regel bedeute dies, dass bis zu diesem Zeitpunkt Anklage erhoben worden sei und im besten Fall auch die Hauptverhandlung begonnen habe. Allerdings bedeute dies nicht zwingend, dass der Verdächtige nach Ablauf dieser Frist aus der Haft entlassen werden müsse. Entscheidend sei, ob die besondere Schwierigkeit oder der Umfang des Verfahrens eine verlängerte Untersuchungshaft erfordern, so Ohliger. Im aktuellen Fall habe die Staatsanwaltschaft Duisburg dies gegenüber dem Oberlandesgericht Düsseldorf nachweisen müssen.

Polizeikräfte eines Spezialeinsatzkommandos hatten vor acht Monaten unter Federführung des Landeskriminalamts (LKA) die Wohnung des Verdächtigen nahe dem Hauptbahnhof gestürmt und ihn festgenommen. Der dringende Tatverdacht: Beihilfe zum bandenmäßigen Handel mit Rauschgift in erheblicher Menge.

Verdächtiger hat viele Jahre in Solingen gelebt

Wegen Fluchtgefahr hatte die Staatsanwaltschaft Duisburg Haftbefehl gegen den Mann erlassen, dem Bezüge zur ‘Ndrangheta, einer aus Kalabrien stammenden Unterorganisation der italienischen Mafia, nachgesagt werden. Der Mann soll in Italien geboren sein, aber schon viele Jahre in Solingen leben. In Deutschland sei er nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten, heißt es aus informierten Kreisen. In Italien wird der Mann aber mit mehreren schweren Straftaten in Verbindung gebracht. Unter anderem soll er vor drei Jahren 80 Kilo Kokain aus Amsterdam bekommen haben. Die Drogen wurden dann möglicherweise im Raum Solingen zum Verkauf weiterverarbeitet.

Nach Angaben des LKA NRW werden dem Mafia-Ableger ‘Ndrangheta in Nordrhein-Westfalen etwa 70 Personen zugerechnet. Spätestens seit den Mafia-Morden in Duisburg, bei denen vor einem Restaurant sechs Menschen auf offener Straße erschossen wurden, ist die Organisation verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Weitere in NRW aktive Unterorganisationen der Mafia sind die Cosa Nostra, die Camorra sowie die Sacra Corona Unita („Heilige vereinigte Krone“).

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