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Männer-Strip: Anfassen ausdrücklich erlaubt

Nackte Tatsachen im Konzertsaal: Am Sonntag ließen „Sixx Paxx“ für das weibliche Publikum gekonnt die Hüllen fallen. Foto: Stefanie Knupp
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Nackte Tatsachen im Konzertsaal: Am Sonntag ließen „Sixx Paxx“ für das weibliche Publikum gekonnt die Hüllen fallen.

Die Gruppe „Sixx Paxx“ brachte 550 Frauen im Konzertsaal zum Kreischen.

Von Stefanie Knupp

Manege frei hieß es am Sonntagabend für eine Zirkusshow der besonders freizügigen Art. Frauen im Alter zwischen 18 und Ende offen, von Single bis verheiratet: Sie alle waren ins Theater und Konzerthaus gekommen, um die Männer-Strip-Kombo „Sixx Paxx“ zu sehen. Mit ihrem neuesten Programm „Sexxy Circus“ touren die Stripper aktuell durch Europa und lassen Frauenherzen höher schlagen.

Dabei wird den Frauen nicht nur stumpfes Kleider-vom-Leib-Reißen geboten. Im Vorraum des Saals hatten die Mitarbeiterinnen der Firma „Pepper Parties“ einen Stand mit pikanter Auslage aufgebaut. Das Unternehmen bietet Verkaufspartys für Erwachsene an, auf denen im privaten Rahmen Sexspielzeug, Wäsche und Wellnessartikel erworben werden können. Direkt nebenan bot der „Sixx Paxx“-Merchandisingstand Fanartikel an, verkauft erwartungsgemäß von einem jungen, gut gebauten Mann oben ohne.

Als sich um 19 Uhr die Pforten des Theater und Konzerthauses öffneten, strömten die ersten kichernden Besucherinnen ins Foyer, viele holten sich noch ein goldenes Bändchen ab, denn für einige Euros mehr kann das Ticket aufgewertet werden. Dafür geht es dann in der Pause zum exklusiven Meet and Greet mit den Hauptdarstellern.

Kein langes Fackeln: Fünf Minuten bis zum ersten Waschbrett.

Dieses besondere Angebot nahmen auch die 19-jährige Gina und ihre Oma Renate (64) in Anspruch. Das Duo hatte „Sixx Paxx“ bereits vor zwei Jahren in Solingen gesehen und war begeistert. „Man soll es kaum glauben, aber die Jungs reden ganz normal mit den Mädels“, erzählte Gina aus Erfahrung. Zum ersten Mal mit dabei war Claudia, extra angereist aus Düsseldorf, die die Karten von ihrer Tochter Janine zu Weihnachten bekommen hatte. „Ich lasse mich einfach mal überraschen“, hatte die 54-Jährige keine bestimmten Erwartungen.

Überraschungen sollte es an diesem Abend so einige geben. Zur Einstimmung sahen die 550 Zuschauerinnen einen Videotrailer mit den diversen Stationen der Menstrip-Truppe, unter anderem bei „Das Supertalent“. Provokativ wurde auch eine vielsagende Zeitungsüberschrift eingeblendet: „Chippendales waren gestern!“

Dann endlich, Licht aus, Spot an! Unter tosendem Kreischen der ersehnte erste Auftritt von „Sixx Paxx“. Keine fünf Minuten waren vergangen, bis die ersten Hüllen fielen, keine paar Sekunden später bejubelten die Zuschauerinnen die ersten echten Waschbrettbäuche – inklusive Unterhemden-Weitwurf ins Publikum. Dann betrat David Farell als Zirkusdirektor verkleidet die Bühne und erklärte den Ladys die Regeln des Abends wie  „Anfassen ausdrücklich erlaubt!“ und die wichtigste Ansage „Für die nächsten drei Stunden seid ihr alle solo!“– erneut riesiger Beifall. Es folgten verschiedene Formationen mit ihren Auftritten. Von Christian Grey über Motorradrocker bis zu Superman wurden alle gängigen Klischees und die unterschiedlichen Fantasien bedient.

Als nach einer halben Stunde Dschungelkönig a. D., Marc Terenzi, mit einer Live-Gesangseinlage aufwartete, hielt es keine Frau mehr auf ihrem Sitzplatz. Der Konzertsaal wurde kurzerhand zur Partylocation und das sollte sich bis zum Ende der Show auch nicht mehr ändern.

„SIXX PAXX“

Einer größeren Öffentlichkeit wurden die Sixx Paxx durch ihre Teilnahme bei der RTL-Sendung „Das Supertalent“ 2014 bekannt. 17 „Member“ aus unterschiedlichen Nationen zählt die Gruppe aktuell. Als prominente Unterstützung wurde Ende 2015 Sänger Marc Terenzi verpflichtet. Für seine Teilnahme beim „Dschungelcamp“ legte er eine Strip-Pause ein, stieg als gekrönter Dschungelkönig für die „Sexxy Circus“ Tour 2017 aber wieder ein.

Angefeuert wurden allerdings nicht nur die austrainierten, tanzenden Männerkörper, sondern ganz solidarisch auch die Frauen, die auf die Bühne geholt wurden – egal, ob sie wollten oder nicht. Als eine zierliche junge Frau im Blümchenkleid eine 1-A-Tanzperformance ablieferte und sich dann auch noch als Lehrerin outete, wurde sie unfreiwillig zur Heldin des Abends.

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