Neue Serie

Mädchen und Jungen bekommen im Haus der Jugend Raum für eigene Ideen

Im Haus der Jugend an der Dorper Straße aktiv (v. l.): Samantha (8), Leiterin Josephine Baumann, Ilina (9) und Hanan El-Achi. Foto: Christian Beier
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Im Haus der Jugend an der Dorper Straße aktiv (v. l.): Samantha (8), Leiterin Josephine Baumann, Ilina (9) und Hanan El-Achi.

Neue ST-Serie auf der Familienseite: Wir stellen in lockerer Folge offene Angebote für Kinder und Jugendliche in Solingen vor.

Von Daniela Neumann

Solingen. In einer neuen Serie informiert das ST ab sofort über offene Angebote für Kinder und Jugendliche in Solingen. Den Auftakt macht das Haus der Jugend der Stadt Solingen. Seit einem Jahr ist das Gebäude an der Dorper Straße in Mitte saniert. Die Corona-Zeit hat das Team nicht nur für digitale Angebote genutzt, sondern auch zur Fertigstellung eines neuen Raumes.

„Es zeigte sich, dass die Mädels mal gerne was für sich machen wollen“, berichtet Hanan El-Achi als Leiterin der neuen Mädchengruppe. Dafür steht nun ein separater Raum ganz oben im Haus bereit. Paletten-Sofa und Kissen sorgen neben dem großen Tisch für Wohnzimmer-Atmosphäre. Er sei multifunktional und somit auch mal für eine Jungengruppe nutzbar, sagt Josephine Baumann. Sie ist dem Haus seit zwölf Jahren verbunden und leitet es seit Ende 2019.

Ilina (9) und Samantha (8) kennen sich hier schon gut aus. Dass es durch Corona derzeit ein Farbleitsystem, feste Gruppen und Masken gibt, nehmen sie so, wie es ist. Basteln können sie so oder so. Und einfach mal spielen lieben sie. „Ich bin auch in der Töpferei“, erzählt Ilina freudig. Samantha erinnert sich gern an Wasserschlachten und den letzten Waffel-Nachmittag.

Immer dienstags gibt es ein Angebot unter dem Motto Mädchentag, und am „Super-Mittwoch“ findet eine besondere, kostenlose Aktion wie eben das Backen statt. Freitags wird für Jungen etwas und ein Treff der Generationen mit Kaffeetrinken für Senioren und Seniorinnen angeboten. Zusätzlich ist dann Film-Tag, und die Kinder-Konferenz tagt.

„Es geht darum, Mädchen und Jungen zu befähigen, eigene Entscheidungen zu treffen“, umreißt Josephine Baumann das Konzept zur Förderung von Teilhabe. Dieses Ziel ist im Sozialgesetzbuch verankert.

Sport, Hauswirtschaft und Kreativität sind hier Thema

Zugleich sei ein Angebot wie das neue Zimmer ein „Schutzraum“ auch mal für privatere Dinge, erläutert die Erziehungswissenschaftlerin. Hier könnten Themen aufkommen und eingeordnet werden. Über Gespräche mit Jugendlichen habe sie erfahren, was diese beschäftigt. Etwa Wahrnehmung von Geschlechtlichkeit.

„Es wurde klar, dass dafür ein Angebot fehlt“, sagt Baumann. Nach Planungen mit Fachleuten und Interessierten startet nun nach den Sommerferien regelmäßig ein Treff für queere Jugendliche. Dieser ist vom Begriff her für alle, die sich – beginnend mit der Sexualität – als abweichend vom Durchschnitt begreifen.

Vor und in den Sommerferien läuft wegen Corona ein eingeschränktes Programm. Mit 26 angemeldeten Übermittagskindern sind derzeit alle möglichen Plätze belegt. „Sonst laufen hier um die 100 Kinder herum“, nennt Josephine Baumann eine Zahl zum Alltag mit der zusätzlichen offenen Tür.

Ein normaler Wochentag sieht so aus: Es kommen ab 12 Uhr die angemeldeten Kinder zu Mittagessen und Hausaufgaben-Betreuung. Das kostet als Pauschale 50 Euro im Monat oder 3 Euro pro Einzeltag.

Ab 14 Uhr ist das Haus offen für alle ab sechs Jahren. Dann ist kostenlos etwas aus den Bereichen Sport, Hauswirtschaft oder Kreativität angesagt. Dazu gibt es gratis Obst, Gemüse oder Wasser beziehungsweise Tee und zu kleinen Preisen Snacks. Zwischen 17.30 und 18 Uhr wechselt das Angebot bis 21 Uhr: Dann sind alle von zwölf bis 27 Jahren dran – montags und freitags sogar bis 22 Uhr.

Info: Instagram oder  Tel. 2 90-24 93

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