Sanierung

Lutherkirche ist jetzt dicht

Steinmetz Edmund Henrichs geht durch die beschädigte Rosette vom Inneren der Kirche in Höhe der Glocken auf das äußere Gerüst.
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Steinmetz Edmund Henrichs geht durch die beschädigte Rosette vom Inneren der Kirche in Höhe der Glocken auf das äußere Gerüst.

Es tropft nicht mehr. Der zweite Bauabschnitt läuft. Die Rosetten sind an der Reihe.

Von Andriana Sakareli 

So langsam bekommt der Lutherkirchen-Bauverein Solingen das Problem in den Griff. Lange wussten die Verantwortlichen nicht, warum es in die Kirche tropft und das Mauerwerk so feucht ist. Nun sind die Beteiligten einen deutlichen Schritt weiter. Der Fehler lag laut Baukirchmeister Ralf Ebner an den schrägen Wandfassaden. Durch die Fugen sei das Wasser direkt ins Innere geleitet worden. Die Folge: Im Mauerwerk hatte sich regelrecht Schlamm festgesetzt. „Seit mehr als einem Jahr haben wir aber kein tropfendes Wasser mehr im Gebäude“, erklärte Ebner bei einem Pressegespräch.

Verein muss 300 000 Euro für die derzeitigen Maßnahmen stemmen

Bauleiter Stefan Net begutachtet die Arbeit. Kupferbleche wurden auf defekte Fugen gesetzt.

Gelöst wurde das Problem durch Ulrich Paar. Der Architekt musste sich für das Bauwerk mit einzigartiger Architektur aus dem Jahr 1901 etwas einfallen lassen. Vor allem, weil er stark auf das Budget achten musste. Denn den Löwenanteil der Sanierungskosten trägt die Gemeinde selbst. Paar hat ein neues Sanierungskonzept entwickelt, wobei er in alle schrägen Wandteile Kupferleisten einführen ließ. So kann Feuchtigkeit entweichen und gleichzeitig kommt genug Luft ans Mauerwerk. Die Abdichtung der Fugen auf beiden Wetterseiten der Kirche sind nun abgeschlossen. Jetzt ist die statische Sicherung der vier Rosetten an der Reihe. Auch dort sei ein großer Konstruktionsfehler begangen worden. „Die Rosetten sind fest eingemauert und tragen das darüber liegende Gewicht“, erläuterte Ebner. Diese filigranen Zierelemente müssten jedoch frei stehen.

Steinmetz Siegfried Schüller arbeitet an den Türmchen.

Einfach ist es nicht, in der Lutherkirche zu arbeiten. Es sei schwierig, die entsprechenden Stellen zu erreichen, sagte Paar. „Der Rüstungsaufwand ist enorm und verschlingt viel Geld.“ Die Kosten für diesen Abschnitt belaufen sich auf rund 500 000 Euro. Der Eigenanteil beträgt 300 000 Euro. Der Rest kommt aus dem Fonds für Kultur und Denkmalschutz vom Kulturstaatsministerium. Bei der Akquise der Fördermittel haben unter anderem Landtagsabgeordneter Arne Moritz und Bundestagsabgeordneter Jürgen Hardt (beide CDU) geholfen. Der Lutherkirchen-Bauverein ist zuversichtlich, auch für den dritten Bauabschnitt Geld aus diesem Topf zu erhalten.

KOSTEN

ERSTER BAUABSCHNITT Im vergangenen Jahr abgeschlossen, Arbeiten unter anderem am Vierungsturm, Kosten: 426 000 Euro, alles aus Eigenmitteln (z.B. Spenden) 

ZWEITER BAUABSCHNITT Rosettensanierung und Teile der Türme, rund 500 000 Euro 

DRITTER BAUABSCHNITT Weitere Teile der Türme, Zaunanlage und Hauptportal, 641 000 Euro 

GESAMTVOLUMEN Zwei Millionen Euro, Rückstellung von 500 000 Euro 

INSTANDHALTUNG 75 000 Euro pro Jahr

Lutherkirche wird saniert

 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier

Es gibt noch genug in und an dem Kirchengebäude zu tun. Baukirchmeister Ebner würde gerne auch die wetterabgewandten Seiten mit der von Paar entwickelten Sanierungstechnik instand setzen lassen. Und dann ist da noch der Innenausbau. „Die Lutherkirche war mit Jugendstil-Ornamenten geschmückt, die später überstrichen wurden“, sagte Vereinsvorsitzender Hansjörg Schweikhart. Kanzel, Taufbecken und Altar seien herausgeworfen worden und „sind nicht mehr auffindbar“. Ursprünglich seien die Wände in Terrakotta und nicht in Rot gestrichen. „Deshalb wirkt es in der Kirche auch so duster.“ Den bröckelnden Putz würde der Verein auch gerne beseitigen sowie neue Toiletten einrichten. Derzeit sind es eine Damen- und eine Herrentoilette. Ebner: „Das ist zu wenig, besonders bei Großveranstaltungen.“

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