Operette

„Lustige Witwe“: Viel Applaus im dünn besetzten Saal

Ein zentrales Element der Inszenierung war die Showtreppe.
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Ein zentrales Element der Inszenierung war die Showtreppe.

Bergische Symphoniker und stimmstarke Sänger traten im Theater Solingen auf.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Am Ende fanden Graf Danilo und die junge, hübsche und reiche Witwe Hanna endlich zueinander. Drei Akte, viele Verwicklungen, Befindlichkeiten, Lieder mit Ohrwurm-Charakter, pfiffige Choreographien und lebhaftes Spiel der Darsteller, das mitunter auch klamaukig wurde, dauerte es bis zu diesem Happy End.

Zweieinhalb Stunden lang genossen Solinger Operetten-Fans am Freitagabend im Pina-Bausch-Saal Franz Lehárs „Die Lustige Witwe“ in einer Inszenierung des Landestheaters Detmolds unter der Regie von Otto Pichler. Im Orchestergraben saßen die Bergischen Symphoniker und sorgten unter der Leitung von Hye Ryung Lee für musikalischen Schwung und eingängige Melodien, die längst zu Klassikern geworden sind.

Wer kennt zum Beispiel nicht das Auftrittslied des lebenslustigen Danilos, der mit etwas übernächtigtem Aufzug und lässigem weißen Schal „Heut geh ich ins Maxim“ trällert? Oder den verträumt zweideutigen Walzer „Lippen schweigen“, der beim Zuhören die Beine fast ganz alleine zum Tanzen bringen möchte?

Falk Bauer hatte mit seinen Kostümen auf viel Glitzer und Glamour gesetzt, passend zur gesellschaftlichen Pariser Oberschicht, in der das Libretto von Victor Léon und Leo Stein die Geschichte ansiedelt.

Beim Bühnenbild spielte eine verschiebbare Show-Treppe eine große Rolle, die den Charakteren viel Gelegenheit für nachdrückliche Auf- und Abgänge gab: Allein der erste Auftritt von Hanna Glawari geriet zum üppigen Ereignis, als sie elegant die Stufen zur Bühne herabschritt.

Ansonsten blieb es schlicht – mit ein paar avantgardistischen „Gags“. Der moderne Getränkekühlschrank etwa, aus dem sich Danilo und sein Chef, Baron Mirko Zeta, begleitend zum „Männergespräch“ mit Bierdosen versorgten, blieb ein Fremdkörper in der ansonsten klassisch inszenierten Aufführung, wie auch der moderne Metall-Rollkoffer von Hanna, den sie zwischenzeitlich über die Bühne zog.

Mit Emily Dorn und Jakob Kunath waren zwei stimmstarke Künstler am Start, die immer wieder mit ihren Soli überzeugten und sich temperamentvolle Verbal-Gefechte lieferten. Penelope Kendros und Stephan Chambers gaben das charmante Buffo-Paar Camille und Valencienne. Am Ende belohnte das Publikum im dünn besetzten Saal die Inszenierung mit viel Applaus.

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