Gesundheit

An der St. Lukas Klinik operieren die Chirurgen jetzt mit der 3D-Kamera

Bei der Operationen trägt Chefarzt Dr. Markus Meibert eine 3D-Brille. Kamera und OP-Instrumente werden durch winzige Schnitte in der Bauchdecke eingeführt.
+
Bei der Operationen trägt Chefarzt Dr. Markus Meibert eine 3D-Brille. Kamera und OP-Instrumente werden durch winzige Schnitte in der Bauchdecke eingeführt.

Förderverein finanziert neues Gerät für minimal-invasive Eingriffe mit

Von Anja Kriskofski

Wo früher ein 20 Zentimeter lange Schnitt in der Bauchdecke nötig war, sind es heute nur noch Öffnungen von wenigen Millimetern: An der St. Lukas Klinik operieren Dr. Markus Meibert, Chefarzt der Chirurgie, und seine Kollegen schon seit Jahren mit minimal-invasiver Technik. Bei dieser Schlüsselloch-Chirurgie werden eine Kamera und OP-Instrumente durch winzige Schnitte in der Bauchdecke eingeführt. Für das Verfahren hat das Krankenhaus nun die neueste Geräte-Generation der Firma Aesculap für rund 75 000 Euro angeschafft. Die Kamera sendet dreidimensionale, gestochen scharfe Bilder aus dem Körperinneren. „Damit können wir bei komplexeren Operationen noch schneller und sicherer arbeiten“, erklärte Meibert.

Die neue 3D-Technik könne bei rund 600 bis 750 minimal-invasiven Eingriffen im Jahr zum Einsatz kommen, erläutert der Chefarzt. Operationen an der Bauchspeicheldrüse, der Galle und am Darm könnten ebenso durchgeführt werden wie Blinddarm-OPs und Leistenbrüche. Meibert und sein Team setzen sie auch bei Menschen ein, die an der Refluxkrankheit leiden.

„Bei den Eingriffen gibt es weniger Komplikationen.“

Chefarzt Dr. Markus Meibert

An diesem Vormittag operiert der Chirurg zusammen mit Oberarzt Dr. Michael Wieland eine Patientin, die bereits mehrere Eingriffe hinter sich hat. Ihr müsse ein Teil des Magens entfernt werden, weil der sogenannte Vagus-Nerv geschädigt sei, erläutert Meibert. Dadurch funktioniere der Schließmuskel zwischen Magen und Darm nicht. Die Folge: Speisen werden nur ganz langsam weitertransportiert. Durch die minimal-invasive OP soll der Magenausgang nun neu rekonstruiert werden.

Bei der Operation tragen Meibert und sein Team wie die Besucher eines Kinos 3-D-Brillen. Denn die winzige Kamera an der Spitze des Laparoskop-Stabs sendet zwei verschiedene Bilder, die sich erst beim Blick durch die Brille auf den Monitor zu einem dreidimensionalen Ganzen zusammenfügen. Die Organe im Bauchraum der Patientin erscheinen auf dem Bildschirm so realistisch, als könne der Betrachter danach greifen: In hoher Auflösung sind etwa die Gallenblase zu sehen oder der Magen, der mit feinen Blutgefäßen überzogen ist.

Dank der 3D-Bildgebung könne der Operateur viel gezielter Gewebe „fassen“, sagt Meibert. Während sein Kollege per Knopfdruck die Kamera steuert, ist auf dem Monitor zu sehen, wie der Chirurg arbeitet. Mit dem OP-Instrument greift er gelbliche Verwachsungen und trennt diese vom Magen ab. Die Schnitte können direkt verödet, Blutungen gestoppt werden. Für Patienten ist das Verfahren schonender. Meibert: „Die Genesungszeit ist deutlich kürzer, und es gibt weniger Komplikationen.“

An der Investition hat sich der Förderverein der St. Lukas Klinik mit 20 000 Euro beteiligt. „Diese Unterstützung ist schon etwas Besonderes“, sagt Meibert. Daneben fördert der Verein etwa die Kunsttherapie für Krebspatienten.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona: Solingen rutscht wieder unter die kritische Marke von 50 - Impfungen in Burg und Südpark
Corona: Solingen rutscht wieder unter die kritische Marke von 50 - Impfungen in Burg und Südpark
Corona: Solingen rutscht wieder unter die kritische Marke von 50 - Impfungen in Burg und Südpark
Impfaktion für Jugendliche schon am Freitag ein Erfolg
Impfaktion für Jugendliche schon am Freitag ein Erfolg
Impfaktion für Jugendliche schon am Freitag ein Erfolg
Weinverkauf für Opfer der Flutkatastrophe
Weinverkauf für Opfer der Flutkatastrophe
Weinverkauf für Opfer der Flutkatastrophe
Solinger Dezernentin will mehr Rechte für Geimpfte
Solinger Dezernentin will mehr Rechte für Geimpfte
Solinger Dezernentin will mehr Rechte für Geimpfte

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare