Loss me singe

Köbes Underground bringt Lutherkirche zum Kochen

Köbes Underground spielen bei „Loss me singe“ in der Lutherkirche Solingen am 4. September 2022.
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Köbes Underground spielen bei „Loss me singe“ in der Lutherkirche Solingen am 4. September 2022.

Schwitzen in der Kirche: Kölner Kultband spielte in Solingen. Jetzt beginnt die Stunksitzungs-Saison. Und für 2023 machen Köbes Underground schon eine Ankündigung.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Mehr als 350 Fans haben in Solingen das Konzert der Kölner Kultband „Köbes Underground“ gefeiert.

Der Schweiß rann am Samstagabend in der sonst eher kühlen Lutherkirche in Strömen. Sowohl „Köbes Underground“ als auch das Publikum gaben alles an Stimme, guter Laune und Feierfreude. Es war das letzte „Loss me singe“-Format vor Beginn der Stunksitzungs-Saison in Solingen.

„Energie tanken, um die aktuelle krisengebeutelte Zeit zu überstehen“ hatte Frontmann Ecki Pieper in seiner launigen Begrüßung als Motto ausgegeben. Dann ging´s mit Vollgas in die Mischung aus mitreißender Musik und spritzigen Texten, die von Stück zu Stück mehr Spaß machte. Es folgten gut zweieinhalb Stunden in selten gewordener Unbeschwertheit.  

Schon der Opener „Let me entertain you“ zeigte, dass jede Menge „Alt-Fans“ der Köbes-Elf anwesend waren. Das Textheft, das zum Format „Loss me singe“ gehört, brauchten sie eigentlich gar nicht. Laut und fröhlich wurde mitgesungen, mitgegrölt und schnell hielt es die ersten nicht mehr auf den harten, starren Kirchenbänken. Im Stehen machte das Mitklatschen und Mit-Performen einfach mehr Spaß.

Wie Perlen an einer Schnur reihte sich ein musikalischer Jux an den nächsten, wobei die Texte durchaus ihren Tiefgang hatten. „Spielermann“ etwa schoss mit schmunzelnder Schärfe deutlich gegen die Diskriminierung von Homosexualität im Fußball. In seiner Anmoderation hatte Ecki Pieper gleich noch ein paar Schärfen gegen die „tolle WM in Katar“ bereit, „die „beim Zuschauen schnell die „Menschenrechtsverletzungen vergessen ließen“.  

Köbes Underground spielen bei „Loss me singe“ in der Lutherkirche Solingen am 4. September 2022.

„Schützenkönig“, „Baumark“, die Hymne auf den Fühlinger See auf den Chanson-Klassiker „Champs Elysées“ gebastelt oder die „Muckibuud“ kamen Schlag auf Schlag. Da war es eine Herausforderung, die Luft fürs Mitsingen und Lachen gut einzuteilen. Das Mitklatschen ging in immer begeisterter werdendem Zwischenapplaus über.

„Leider müsse wir bei den Mitsinge-Konzerten auf die ständigen Kostüm-Wechsel verzichten“, hatte Pieper zu Beginn angekündigt. Aber immerhin kamen so manche Requisiten ins Spiel, die diesen Brauch andeuteten: streng zurückgekämmte Haare und Nickelbrille für „Komma“, in dem ein Trennungsbrief grammatikalisch zensiert wird. Oder Hasenmützchen mit plüschigen Wackelohren für „Scheiße verkleidet“ - den Song, der die Leiden eines Ganzkörper-Karnevalskostüms mit Rücken-Reißverschluss beschreibt.

Mit dem zungenbrecherischen, „kürzlich bei Erdarbeiten aufgetauchten Text“ auf Offenbachs „Can Can“ ging es in die Pause – und dann mit frischer Power nach Luftschnappen und Getränken in die zweite Runde.

Wieder stieg das Stimmungsbarometer mit den besten Song-Klängen steil hoch und blieb dort bis zum Finale, den deftigen und klamaukigen Songs des Kölner Dreigestirns nach ihrer Zwangs-Enklave als WG im Hotel in der Corona-Zeit.

Dass der tobende Final- Applaus noch Zugaben lockte, war nicht überraschend. Wohl auch, weil die Texte für diese zwei Stücke im Programmheft abgedruckt vorlagen.

Am Ende wurde ein Na-na-na-na-na-Mehrteiler zum Rausschmeißer und schickte die Fans auf den Heimweg. Nicht ohne vorher zu versprechen, im nächsten Jahr wieder in die Lutherkirche zu kommen.

Die Band: Köbes Underground

„Köbes Underground“ ist seit 30 Jahren die Hausband der längst zum Kult gewordenen „Stunksitzungen“ im Kölner Karneval.

Seitdem parodieren die elf Musiker bekannte und beliebte Lieder im alternativen Karneval und brillieren dabei mit pointierten und witzigen Texten zu Politik und Gesellschaft. Ihre Spezialität sind Cover-Versionen bekannter Pop- und Rocksongs mit neuen Texten.

Lesetipp: Durch Zufall entdeckt: Das älteste Wohnhaus Solingens steht in Ohligs

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