Pandemie

Friseure in Solingen erhalten zweifelhafte Anfragen

Pia Schneider ist die Obermeisterin der hiesigen Friseurinnung. Sie berichtet von zweifelhaften Anfragen im Lockdown. Foto: Christian Beier
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Pia Schneider ist die Obermeisterin der hiesigen Friseurinnung. Sie berichtet von zweifelhaften Anfragen im Lockdown.

Schwarze Schafe bringen die angeschlagene Branche in Verruf.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Der graue Haaransatz ist längst sichtbar, der Nacken schlecht ausrasiert, die Haare wachsen über die Ohren. Seit dem 16. Dezember haben die Friseure coronabedingt geschlossen. Für einige Kunden wohl ein zu langer Zeitraum. „Für viele ist Ordnung auf dem Kopf sehr wichtig“, weiß Pia Schneider. So erklärt es sich die Obermeisterin der hiesigen Friseurinnung, dass sie und ihre Kollegen immer wieder zweifelhafte Angebote erhalten. „Wir werden regelmäßig angesprochen, ob wir nicht privat schneiden könnten“, erzählt sie.

Die Solingerin betont, dass die allermeisten ihrer Kollegen darauf nicht eingehen. „Das ist kein Kavaliersdelikt“, stellt die Innungsmeisterin klar. Das bestätigt die Stadt. Fliegt ein Friseur bei der illegalen Arbeit auf, droht ein Bußgeld in Höhe von 1000 Euro wegen eines Verstoßes gegen die Coronaschutzverordnung. Doch damit nicht genug: „Liegt ein Verstoß vor, wäre darüber hinaus zu prüfen, ob der Friseur von diesen Einnahmen Steuern entrichtet.“ Bislang ist im Rathaus seit Beginn der Corona-Pandemie allerdings kein solcher Fall bekannt.

Es falle dennoch auf, gesteht Pia Schneider, dass manche Mitmenschen selbst im Lockdown auffallend gut frisiert sind. Genau aus diesem Grund kritisierte der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks jüngst die Profis in der Fußball-Bundesliga.

Im Internet stolpert Schneider immer wieder über zweifelhafte Anzeigen. Zum einen von Kunden, die auf der Suche nach einem Friseur sind. Auf der anderen Seite von Kollegen, die ihre Dienste offensichtlich anbieten. Bei der Obermeisterin wirft das die Frage auf: „Was richtet den größeren Schaden an: Wenn wir unsere Salons mit guten Hygienekonzepten öffnen dürfen oder sich die Leute privat ohne jede Kontrolle zum Haareschneiden treffen?“

So oder so: In Schneiders Augen ist das Verhalten unsolidarisch. Denn es bringe das Handwerk in einer wirtschaftlich ohnehin angespannten Lage unnötig in Verruf. Ihr seien Betriebe bekannt, die nach dem zweiten Lockdown nicht mehr öffnen werden. Licht an, bevor das Licht ganz ausgeht“, fordern die bundesweit 80 000 Friseure deshalb und sind von ihren Innungen dazu aufgerufen, in der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar das Licht in ihren Salons einzuschalten.

Die Solinger Friseure und Kosmetiker planen darüber hinaus am Freitag ab 15 Uhr auf dem Graf-Wilhelm-Platz eine eigene Aktion, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Auf ihren Hockern sitzend möchten sie ein Zeichen setzen – ganz in Schwarz.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

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