Kultur

Livestream ist die neue Veranstaltungsform

NoMess haben für das Kulturmanagement gestern einen Livestream mit Soul-, Pop-, Jazz- und Reggaesounds aufgenommen. Foto: Michael Schütz
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NoMess haben für das Kulturmanagement gestern einen Livestream mit Soul-, Pop-, Jazz- und Reggaesounds aufgenommen.

Rund 30 Mal wurden im Pina-Bausch-Saal Theaterstücke und Konzerte aufgezeichnet.

Von Philipp Müller

Remscheid. Uli Diederichs ist der erste auf der Bühne im Pina-Bausch-Saal. Schnell hat er seinen E-Bass aufgebaut. In einer guten Stunde startet die Aufzeichnung für einen Livestream des Kulturmanagements. Nach und nach trudeln die Musiker von NoMess ein. Erst seit vier Wochen gebe es die Besetzung, erklärt Achim Pütz, der Keyboarder. Es sei wohl schon der 30. Livestream, der produziert werde, erzählt Anna Frantzen, im Theater und Konzerthaus ist sie für die Programmauswahl verantwortlich.

Columbus Salazar rollt mit einem Wagen das Schlagzeug auf die Bühne. An vier Mischpulten, je eins für Ton, Monitor, Licht und Video, geht die Crew der Technik des Hauses in Stellung. „Die werden von Termin zu Termin immer besser“, lobt Frantzen. Michael Reitz von der technischen Leitung erklärt, dass jetzt viel Wissen aus Lehre und Studium eingesetzt werden könne, das im normalen Theaterbetrieb nicht so gefragt sei. „Da sind jetzt alle voll dabei“, sagt er.

„Die beiden Sängerinnen machen das sensationell.“

Columbus Salazar, Schlagzeuger

Die beiden Sängerinnen Leonora Huth und Elena Fuchs ziehen sich in die Garderobe zurück. Sie wollen sich einsingen, gleich der Band den richtigen Soul- und Reggaesound am Mikrofon geben. „Die beiden Sängerinnen machen das sensationell“, freut sich Schlagzeuger Columbus. Eine Reihe von Proben gab es vor dem gestrigen Aufzeichnungstermin.

Die Gitarristen Hans und Zoya positionieren ihre Fußschalter, ein erster Griff in die Saiten darf sein. Noch ist nichts zu hören. Viele Kabel müssen erst verlegt werden. Bald steht der Soundcheck an.

Anna Frantzen berichtet, was anschließend passiert: „Jedes Instrument, jede Stimme werden einzeln aufgenommen und später mit den Videobildern gemischt.“ Gleich fünf Kameras setzt das Theater-Team ein. Die Technik dafür hat das Haus im Bestand, musste aber Teile aus dem Konzertsaal ins improvisierte TV-Studio wuchten.

Los ging es mit den Live-streams am 28. März. Tagelang wurden Künstler, die eigentlich bei der Kulturnacht hätten auftreten sollen, vorher aufgezeichnet. „Dann haben wir im Konzertsaal das Video direkt bei Youtube in Echtzeit um 18 Uhr hochgeladen.“ Das sei eine besondere Stimmung gewesen. Inzwischen bereite man auf dem eigenen Kanal bei Youtube die Aufzeichnungen als Premiere vor. Mundart gab es schon, Klassik, Theater und Musik von einigen Solinger Bands. Viele erhielten dafür auch Gage, erzählt Frantzen.

Dirk Beck schaut vorbei. Seit dem 1. März ist er der neue technische Leiter des Hauses. Er kommt aus Essen vom Alto-Theater. Er sei sehr froh, nach Solingen gewechselt zu sein. Das Team sei sehr professionell. Und die Video-Idee gefällt ihm auch. Frantzen und Michael Reitz berichten, dass man die weiter im Programm behalte, etwa um Interviews, Ankündigungen oder auch kleine Mitschnitte zu produzieren – Corona eröffnet neue Kultur-Möglichkeiten.

Die Sängerinnen sind zurück. Derweil hetzt Columbus noch mit einem Ständer für ein Schlagzeugbecken über den Parkplatz. Es ist aufgebaut, die Gitarren surren. An den Mischpulten gleiten die Finger über die Regler. Der Sound passt schnell. Und los geht die Soul-Party – nächsten Samstag dann im Netz zu erleben (| Kasten).

Livestream

Sonntag, 21. Juni, 18 Uhr: David Langer mit einem Potpourri von Songs aus den 40er und 50er Jahren und Charlotte Daun und Sebastian Simon

mit Harfe und Gesang.

Samstag, 27. Juni, 19.30: Uhr, No Mess.

Theater-Videokanal: https://t1p.de/k8l0

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