Literatur-Freunde genießen Abend mit Christiane Gibiec

Martina Hörle (v. l.), Christiane Gibiec und Dr. Vera Franke stellten im Kammerspielchen in Gräfrath Literatur vor.Foto:Christian Beier
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Martina Hörle (v. l.), Christiane Gibiec und Dr. Vera Franke stellten im Kammerspielchen in Gräfrath Literatur vor.Foto:Christian Beier

Autorin, Dozentin und Journalistin war Gast bei Martina Hörle und Dr. Vera Franke in der Kultur-Reihe „Lit.Talk“

Von Jutta Schreiber-Lenz

Wer Christiane Gibiec einem Publikum mit ihrer ganzen Vielfalt, Kreativität und Schaffenskraft vorstellen möchte, hat es schwer. Allzu groß ist die Fülle der verschiedenen Arbeitsfelder, auf denen die inzwischen über 70-Jährige tätig war und ist. Dr. Vera Franke und Martina Hörle nahmen sich für den „Lit.Talk“ des Kulturmanagements dieser Aufgabe an und gestalteten mit der Schriftstellerin, Journalistin, Filmemacherin und Dozentin für Creative Writing an der Uni Wuppertal einen spannenden Abend im Gräfrather Kammerspielchen.

Dabei ging es nicht nur um ausgesuchte Beispiele aus dem großen Portfolio von Christiane Gibiec. „Im Lit.Talk suchen wir den Menschen hinter den von ihm geschaffenen Werken“, betonte Martina Hörle in ihren Begrüßungsworten. Das Buchprojekt, an dem Christiane Gibiec derzeit arbeitet und aus dem sie eine Kostprobe vorlas, beschäftigt sich zum Beispiel mit ihrer eigenen Jugendzeit.

Als Teil der als „68er“ in die Geschichtsbücher eingegangenen Generation, erlebte sie, dass erstmals kritische Fragen nach dem bislang unbearbeiteten Nationalsozialismus, dem verlorenen, verschuldeten Weltkrieg und der Judenverfolgung laut wurden. „Bis dahin war diese heute so gut hinterfragte Zeitspanne von einer offenbar traumatisierten Elterngeneration totgeschwiegen und verdrängt worden.“

„Diese Um- und Aufbruchsstimmung mitzuerleben, war klasse und ermutigend“, erinnerte sich Gibiec auf der kleinen Bühne im Kammerspielchen. Sie selbst fand den Dreh, noch zu studieren, obwohl sehr früh Mutter zweier Kinder geworden. „Ich bin in eine WG gezogen und habe das Leben in diesem Kollektiv als außerordentlich hilfreich und warmherzig erlebt.“ Danach folgten Berufsetappen als freie Journalistin und Buchautorin.

Autorin stellt ihr umfangreiches Schaffen als Streifzug vor

Mit „Türkischrot“, einem historischen Roman, der Wuppertal als Färber- und Bleichstadt vorstellt, gelang der Durchbruch. Weitere Bücher folgten, etwa ein bemerkenswerter biografischer Roman über Else Lasker-Schüler, „die in meiner Elberfelder Nachbarschaft groß geworden ist“, oder eines über den Wuppertaler Lack-Fabrikanten Kurt Herberts, auf dessen Anwesen inzwischen Tony Craigs Skulpturenpark eine Heimat gefunden hat. Doku-Filmprojekte folgten. Insbesondere der Streifen über und mit Pina Bausch fand viel positive Aufmerksamkeit. Seit einiger Zeit arbeitet Gibiec auch als Dozentin für kreatives Schreiben und vermittelt mit dieser Methode Einstiege, eigene Texte zu entwerfen.

Der nächste „Lit.Talk“ findet am 18. März im Kammerspielchen statt. Gäste sind Dr. Beate Battenfeld und Ute Koch-Reher als Autorinnen des Buches über Solinger Cafés.

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