Wegen Hygienekonzept

In den Linienbussen gibt es weiterhin keine Tickets

Fahrgäste dürfen nur hinten einsteigen. Darum verkaufen die Fahrer keine Tickets.Foto:Christian Beier
+
Fahrgäste dürfen nur hinten einsteigen. Darum verkaufen die Fahrer keine Tickets.

Stadtwerke halten trotz Beschwerden an ihrem Hygienekonzept fest.

Von Andreas Tews

Solingen. Wer in den Stadtteilen spontan eine Fahrt mit dem Linienbus antreten will, hat es derzeit nicht leicht, an einen Fahrschein zu kommen. Vor allem ältere Fahrgäste, die Tickets nicht über ihr Mobiltelefon kaufen wollen oder können sind davon betroffen. Trotz diverser Beschwerden, die auch das ST erreichen, halten die Stadtwerke an ihrem coronabedingten Hygienekonzept fest. Das schließt einen Fahrkartenverkauf in Bussen aus. Daran wird sich nach Angaben von Stadtwerke-Sprecherin Silke Rampe vor August nichts ändern.

Um seine Fahrer vor Ansteckung zu schützen, lässt der Verkehrsbetrieb der Stadtwerke Fahrgäste seit Wochen nur an den hinteren Türen einsteigen. Dadurch ist auch ein Ticketverkauf in den Fahrzeugen nicht möglich. In der Nachbarstadt Wuppertal haben die dortigen Stadtwerke jetzt hingegen erste Busse mit zusätzlichen Trennscheiben zwischen Fahrern und Fahrgästen ausgestattet. Dadurch ist in diesen Fahrzeugen wieder ein Ticketverkauf möglich.

Solche Scheiben seien zwar auch für die Solinger Linienbusse vorgesehen, berichtet Rampe. So weit wie in Wuppertal sei man aber noch nicht. Die beauftragte Firma aus Wuppertal werde mit dem Einbau im August dieses Jahres beginnen, kündigt die Stadtwerke-Sprecherin an. Rampe: „Wir gehen davon aus, mit Beginn des Einbaus auch wieder Fahrausweise beim Fahrer anbieten zu können.“ Im Geltungsbereich des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) sei der Verkauf in den Bussen spätestens ab dem 1. November wieder vorgesehen.

Als Ersatz für den Verkauf in den Bussen verweist die Stadtwerke-Sprecherin auf Alternativen wie die Fahrkartenautomaten an Bahnhöfen, die beiden Stadtwerke-Kundencenter in Solingen-Mitte und Ohligs sowie Verkaufsstellen in manchen Stadtteilen. Fahrgästen, die hin und wieder in den Bus steigen, empfiehlt sie, sich einen Vorrat an Tickets zuzulegen.

Rampe betont, dass diese Fahrscheine nicht sobald verfallen: „Diese Fahrausweise behalten die Gültigkeit bis Ende März 2021 und können bis Dezember 2023 eingetauscht werden“, erklärt sie, räumt aber ein, dass für spontane Fahrten derzeit nur die Varianten des Handy-Tickets oder ein Kauf über das VRR-Online-Angebot möglich seien.

Grüne kritisieren fehlenden Automaten am Vogelpark

Dass es mittlerweile nicht einmal mehr an jedem Bahnhaltepunkt einen Fahrscheinautomaten des VRR gibt, kritisieren die Grünen-Politiker Dietmar Gaida und Manfred Krause. Einer sei zum Beispiel am Bahnhof Vogelpark abgebaut worden, seitdem das Unternehmen Transdev – statt vorher der Deutschen Bahn – für diese Geräte zuständig ist. Bei diesem Anbieterwechsel seien VRR-weit 300 Automaten weggefallen. Dies bezeichnet Krause als „schlechten Witz“. Gaida hat in den VRR-Gremien nach eigenen Angaben eine Nachrüstung für den Halt am Vogelpark gefordert. | Standpunkt

Standpunkt: Mehr Service für Kunden

Von Andreas Tews

andreas.tews@solinger-tageblatt.de

Ein Fahrscheinkauf via Smartphone ist auch für den geübten Nutzer eine langwierigere Sache – zumindest, wenn er beim dafür zuständigen Anbieter Rheinbahn noch nicht registriert ist. Dass es in den Bussen der Stadtwerke nach wie vor keine Fahrausweise zu kaufen gibt, trifft aber vor allem ältere Fahrgäste, die in Stadtteilen leben, in denen es keine Verkaufsstellen und keine Automaten gibt. Das Hygienekonzept der Stadtwerke, das einen Einstieg vorne beim Busfahrer und damit den Ticketverkauf dort ausschließt, ist zwar sinnvoll. Im Sinne der Fahrgäste muss aber möglichst schnell eine andere Lösung her. Die bestellten Trennscheiben müssen sobald wie möglich eingebaut werden. Schnell reagieren muss auch der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr. Dass aus Kostengründen an vielen Bahnhaltepunkten Ticketautomaten abgebaut wurden, trägt nicht dazu bei, Kunden für den öffentlichen Personennahverkehr zu gewinnen. Die Ticketverkaufsangebote müssen den Kunden möglichst viel Flexibilität lassen. Zu einem zeitgemäßen Service gehört auch der Verkauf in Bussen und an Bahnhöfen. | In Bussen . . .

Das könnte Sie auch interessieren

Top-Links

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Corona: Inzidenz sinkt in Solingen weiter
Corona: Inzidenz sinkt in Solingen weiter
Corona: Inzidenz sinkt in Solingen weiter
Motorradfahrer verunglückt auf neuer Wupperbrücke
Motorradfahrer verunglückt auf neuer Wupperbrücke
Motorradfahrer verunglückt auf neuer Wupperbrücke
Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt nimmt 400 000 Euro Bußgeld ein
Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt nimmt 400 000 Euro Bußgeld ein
Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt nimmt 400 000 Euro Bußgeld ein

Kommentare