Geschichte

Liewerfrauenweg wird zum Freilichtmuseum

Ministerin Ina Scharrenbach und Oberbürgermeister Tim Kurzbach an der Wegstrecke des Liewerfrauenwegs vor dem Wipperkotten. Foto: Tim Oelbermann
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Ministerin Ina Scharrenbach und Oberbürgermeister Tim Kurzbach an der Wegstrecke des Liewerfrauenwegs vor dem Wipperkotten.

Ministerin übergibt Förderbescheid des Landes.

Von Timo Lemmer

Vom Lieferkontor der ehemaligen Schneidwarenfirma und Gesenkschmiede Herder im Gründer- und Technologiezentrum über Pilghauser Kotten, Brücker Mühle und Haus Schirpenbruch zum Wipperkotten und dann über Friedrichsaue, Lacher Straße und Weeger Hof wieder zurück: Dieser 16-Kilometer-Rundweg wird bis Ende 2022 umfassend umgestaltet, beschildert und am Streckenverlauf deutlich belebt.

Mit einem Konzept, das auf aufgewertete Denkmäler am Wegesrand oder Kinder-Erlebnisstationen mit kulturpädagogischem Ansatz baut, hat die Solinger Tourismusförderung auch die Landesregierung überzeugt. Ina Scharrenbach (CDU), Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, überreichte deshalb gestern Nachmittag vor der Schleiferei Wipperkotten einen Förderbescheid an Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). Das Land übernimmt mit seiner 281 000-Euro-Förderung 90 Prozent der Gesamtkosten von 312 000 Euro. Scharrenbach, deren Ministerium den genutzten Heimatfonds eingerichtet hatte: „Wir wollen fördern, was Menschen verbindet. Dieses Projekt ist ein klasse Heimatzeugnis.“

Lutz Peters, der das Stadtmarketing leitet, erklärte, dass Denkmäler wie eben der Wipperkotten vor Ort noch einmal deutlich mehr Informationen bereitstellen werden. „Der Weg fügt Solinger Orte aneinander und ist ein riesiges Freilichtmuseum.“ Am liebsten wolle man im Kotten die Solinger Tourismus-Information installieren.

Angebote für Kinder werden mit dem Industriemuseum erarbeitet

Weiterhin wird das Geld am Wegesrand eingesetzt: Kindererlebnisstationen sollen dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche die historische Dimension des Liewerfrauenwanderweg gemeinsam erfahren können. Hierbei hilft insbesondere das LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs mit Leiterin Nicole Scheda. Auch sollen bestehende Bereiche – unter anderem der Spielplatz im Pilghauser Bachtal – eingebunden und aufgewertet werden. Nicht zuletzt geht es auch darum, sich bei den Beschilderungen an Premiumwanderwegen zu orientieren – wenngleich die neue Route für die offizielle Bezeichnung über zu viel Asphalt verläuft. „Wir wollen so dicht ausschildern, dass Wanderer keine Karte brauchen“, sagt Peters, der betont, dass der Wegverlauf vorläufig ist: „Wir gehen jetzt mit der Förderung in den Feinschliff.“

Er hofft, über den Naturpark Bergisches Land mit dem neuen Weg ins Bergische Wanderland und damit die beliebten Bergischen Streifzüge aufgenommen zu werden. Kurzbach nahm den Bescheid mit Freude entgegen. „Zum einen sind es wunderbare, einzigartige Orte. Hier schlägt das Herz jedes Bergischen höher. Genau hier wurde der Weltmarkenname Solingen begründet.“ Darüber hinaus stärke die Initiative den Tourismus. Und: „Es ist auch eine tolle Erinnerung an die Arbeit der Frauen, ohne die all das nicht möglich gewesen wäre.“ Die App des Solinger Vereins Waldgestalt macht den Weg jetzt schon erlebbar, ehe er final hergerichtet ist.

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