Raumnot

Stadt: Lösung für Erika-Rothstein-Schule gefunden

Der Standort Deller Straße der Erika-Rothstein-Schule wurde ein Jahr lang energetisch saniert.
+
Der Standort Deller Straße der Erika-Rothstein-Schule wurde ein Jahr lang energetisch saniert.

Vier Jahrgänge bleiben zunächst im Gebäude Rennpatt.

Update vom 26. Juni 

Die Erika-Rothstein-Förderschule und ihre offene Ganztagsbetreuung werden ab Beginn des neuen Schuljahrs am 12. August in vollem Umfang arbeiten können. Dafür sorgt die vorübergehende Eröffnung eines dritten Standorts neben der Ernst-Reuter-Straße und der Deller Straße. Vier Jahrgänge bleiben ab dem kommenden Schuljahr im Gebäude Rennpatt. Auf diese Lösung verständigten sich am Donnerstag die Schulverwaltung und die Leiterinnen der beiden betroffenen Schulen. Zuvor waren verschiedene Alternativen geprüft worden. Das teilt die Stadt Solingen am Freitag mit.

Das Stammgebäude der Erika-Rothstein-Schule an der Deller Straße ist in den vergangenen Monaten aufwändig energetisch saniert worden, mit neuem Dach, Fassadendämmung und Erneuerung der Fenster. Dadurch können die Räume einer ehemaligen Hausmeisterwohnung im Dachgeschoss nicht mehr genutzt werden. Während der Sanierungszeit war der dort ansässige Teil der Schule bereits vorübergehend im Schulgebäude Rennpatt untergebracht. Nach den Sommerferien werden nun vier Jahrgänge dort unterrichtet. Sie nutzen dort Räume für Unterricht, Betreuung und therapeutische Anwendungen, die von der Grundschule Uhlandstraße nicht benötigt werden. Die Grundschule belegt ab Schuljahrsbeginn den größten Teil der Gebäude am Rennpatt, während das eigene Stammgebäude ebenfalls grundlegend saniert wird. 

Schuldezernentin Dagmar Becker ist froh über diese schnelle und kooperative Lösung und bedankt sich bei den Beteiligten. Sie bedauert, dass nicht frühzeitiger über die Raumsituation sowie weitere Perspektiven und Lösungen mit der Schule gesprochen wurde. Auf Initiative von Oberbürgermeister Tim Kurzbach nimmt die Stadt über 100 Millionen Euro in die Hand, um den Gebäudebestand der Solinger Schulen zu sanieren. Insgesamt sollen im Rahmen der aktuellen Schulentwicklungsplanung in den kommenden Jahren sogar 300 Millionen Euro in die Solinger Schulen investiert werden. Auch für die Förderschulen werden langfristige Lösungen erarbeitet. Ein bereits vorgesehener Experten-Dialog dazu musste aufgrund der Corona-Krise abgesagt werden. "Es steht völlig außer Frage, dass die Kinder und Jugendlichen dort, aber auch das hoch engagierte Lehrpersonal, unserer besonderen Beachtung und Fürsorge bedürfen", sagt die Leiterin der Schulverwaltung, Anke Svensson

Inzwischen gebe es verstärkt den Wunsch von Eltern, ihre Kinder an Förderschulen unterrichten zu lassen. Insgesamt steige der Förderbedarf, auch an Schulen des Gemeinsamen Lernens. "Wir brauchen klare Entwicklungsrichtlinien, um die Förderschulen auch langfristig für die Zukunft aufzustellen", sagt Schuldezernentin Dagmar Becker, „so haben wir es im Rahmen der Schulentwicklungsplanung vorgesehen.“

Unser Artikel vom 25. Juni - Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Mit großer Sorge sehen die Lehrerverbände die Raumsituation an der Erika-Rothstein-Förderschule. Nach einem Jahr Sanierung des Gebäudes an der Deller Straße können dort nicht mehr alle Räume genutzt werden. Als Alternative soll die Schule an drei Standorten, an der Deller Straße, im Schulgebäude Fritz-Reuter-Straße und in der ehemaligen Grundschule Wittkuller Straße, untergebracht werden.

„Dabei kommen viele pädagogische, personelle und räumliche Herausforderungen zusammen“, sagt Jens Merten, Vorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Solingen. Die Stadt habe die Raumnot lange unterschätzt. Den Schülern, die zum großen Teil Entwicklungsbedarf im emotional-sozialen Bereich haben, jedes Jahr neue Schulstandorte zu präsentieren, gehe an den Bedürfnissen der Kinder vorbei. Wegen der Bauarbeiten mussten sie schon im vergangenen Schuljahr in die Räume der ehemaligen Hauptschule Ohligs ausweichen.

An den Förderschulen steige die Zahl der Kinder, die aus dem Gemeinsamen Lernen an der Regelschule wieder zurückwechseln. „Gerade diese Kinder brauchten Stabilität. Hier wird am völlig falschen Ende gespart“, ärgert sich Nina Meier vom Vorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Solingen. Der Schulentwicklungsplan prognostiziere einen steigenden Raumbedarf für die Förderschulen, Maßnahmen seien aber nicht vorgesehen.

Auch Eltern üben Kritik an der Situation. Neben fehlenden Räumen sei der Schulweg von bis zu 80 Minuten schon im jetzt auslaufenden Schuljahr teilweise unzumutbar gewesen. Auch Therapien könnten aufgrund der Raumnot nicht mehr in der Schule stattfinden. VBE und GEW fordern eine schnelle Lösung für die Schule. Stadt und Schulleitung seien im intensiven Gespräch, so die Auskunft der Verwaltung.

In dem Ausweichgebäude am Rennpatt in Ohligs werden andere Schüler untergebracht. Die ganze Grundschule Uhlandstraße zieht in den Ferien dorthin um.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona: Solingen rutscht wieder unter die kritische Marke von 50 - Impfungen in Burg und Südpark
Corona: Solingen rutscht wieder unter die kritische Marke von 50 - Impfungen in Burg und Südpark
Corona: Solingen rutscht wieder unter die kritische Marke von 50 - Impfungen in Burg und Südpark
Impfaktion für Jugendliche schon am Freitag ein Erfolg
Impfaktion für Jugendliche schon am Freitag ein Erfolg
Impfaktion für Jugendliche schon am Freitag ein Erfolg
Weinverkauf für Opfer der Flutkatastrophe
Weinverkauf für Opfer der Flutkatastrophe
Weinverkauf für Opfer der Flutkatastrophe
Solinger Dezernentin will mehr Rechte für Geimpfte
Solinger Dezernentin will mehr Rechte für Geimpfte
Solinger Dezernentin will mehr Rechte für Geimpfte

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare