Traditionelles Fest kehrte auf BMB-Gelände zurück

„Lebenszeichen“ der Straßenbahnfreunde

Auch der Triebwagen 342 der Vestischen Straßenbahnen war zu sehen (Nr. 9, mittig im Hintergrund): Der Wagen wurde voriges Jahr durch einen Fachbetrieb aufwendig instandgesetzt.
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Auch der Triebwagen 342 der Vestischen Straßenbahnen war zu sehen (Nr. 9, mittig im Hintergrund): Der Wagen wurde voriges Jahr durch einen Fachbetrieb aufwendig instandgesetzt.

Fahrbetrieb noch nicht wieder möglich.

Von Holger Hoeck

Solingen. Nach pandemiebedingter Zwangspause konnten die ehrenamtlichen Mitglieder der Bergischen Museumsbahnen (BMB) ihr Betriebsgelände für ein zweitägiges Straßenbahnfest öffnen, dessen Besuch sich kleine und große Fans trotz der Wetterkapriolen nicht entgehen ließen.

Mit Großvater Herbert Baur, Vater Michael und Sohn Max bestaunten gleich drei Generationen einer Familie aus Cronenberg und Umgebung einige historische Triebwagen. Herbert Baur konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. „In solch einer Bahn habe ich zum ersten Mal ein Mädchen geküsst“, verriet er den Jüngeren.

Guido Korff führte derweil eine Gruppe durch die Wagenhalle und konnte zu jedem historischen Gefährt eine Geschichte erzählen. „Wir fahren hier auf einer historischen Infrastruktur. Unsere Strecke war mal die Linie 5 der Wuppertaler Stadtwerke von Cronenberg nach Solingen mit Endstation Am Mühlenplätzchen, die 1969 stillgelegt wurde“, erläuterte der Vereinsschatzmeister. Schon vor der Stilllegung bestand bei Straßenbahnfreunden der Wunsch, insbesondere die landschaftlich reizvolle Teilstrecke Cronenberg – Kohlfurth zu erhalten. Ein Triebwagen der Barmer Bergbahn, die 1914 die Strecke erbaute, befand sich seinerzeit bereits im Privatbesitz eines späteren Vereinsmitglieds und bildete den Grundstein für die heutige, mehr als 20 Bahnen umfassende Sammlung des 1969 gegründeten Vereins.

Es sollte noch bis 1992 dauern, bis das erste Wuppertaler Straßenbahnmuseum eröffnet wurde und Fahrten durchgeführt wurden. Dieses Angebot kann der rund 300 Mitglieder starke Verein, dessen Ziel der Erhalt der geschichtlichen Zeugnisse des Straßenbahnverkehrs im Bergisch-Märkischen Raum mit dem Kerngebiet Wuppertal, Remscheid und Solingen ist, noch nicht wieder realisieren. „Auch wir waren vom Starkregen im vergangenen Juli betroffen, der Betriebshof einschließlich Sozialgebäude und Wagenhalle unter Wasser setzte. Behördliche Auflagen und technische Gründe verhindern zurzeit die Aufnahme des Fahrbetriebs. Wir sind aber froh, mit der Veranstaltung ein Lebenszeichen setzen zu können und allen Straßenbahnfreunden zu signalisieren, dass wir noch da sind“, erklärt Korff.

E-Lok erinnert an Güterverkehr im Bergisch-Märkischen Raum

Besondere Aufmerksamkeit der Besucher erhielt die 35 Tonnen schwere, aus der Schweiz transportierte E-Lok, die an den Güterverkehr im Bergisch-Märkischen Raum erinnert. „Wir haben jedes Jahr nachgefragt, wann die Lok ausgemustert wird. Wenn uns etwas interessiert, bleiben wir dran und haken nach.“ Die erheblichen Transportkosten konnten durch Spenden finanziert werden. Beliebtes Fotomotiv war zudem der 1951 von der Düsseldorfer Waggonfabrik erbaute Triebwagen 342, der, einst für die Vestischen Straßenbahnen im Einsatz, nach technischer Sanierung aufs Gelände zurückgekehrt ist.

Zwischen den historischen Zeitzeugen konnten die Gäste an den Info-Ständen befreundeter Vereine aus Bochum, Solingen und Essen fachsimpeln, in der Bücherbahn in Literatur stöbern oder eine Modelleisenbahn in Bewegung setzen. Sitzbänke luden zum gegenseitigen Austausch bei Bratwurst und Getränken ein.

Verein

Der Betriebshof der Bergischen Museumsbahnen befindet sich an der Kohlfurther Brücke. Zum Erhalt der historischen Straßenbahnen investieren die rund 300 Mitglieder viel Zeit und Geld, sind jedoch auch auf Spenden angewiesen.

Weitere Informationen unter: www.bmb-wuppertal.de

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