Betriebsjubiläum

Lebenshilfe-Werkstätten ehren langjährige Mitarbeiter

Geschäftsführerin Christiane Gairing (r.) überreichte Kerstin Weyel die Urkunde zum Betriebsjubiläum.
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Geschäftsführerin Christiane Gairing (r.) überreichte Kerstin Weyel die Urkunde zum Betriebsjubiläum.

Beschäftigte erhalten Urkunden für 10, 25 und 40 Jahre im Betrieb.

Von Manuel Böhnke

Für Kerstin Weyel waren die zurückliegenden zweieinhalb Jahre belastend. Als die Solinger Werkstätten der Lebenshilfe coronabedingt zeitweise schließen mussten, brachen für die 44-Jährige auf einen Schlag viele Kontakte weg. „Ich saß total isoliert zu Hause. Das war der blanke Horror“, blickt sie zurück. Die Arbeit an der Freiheitstraße, erzählt sie, sei ein „sehr wichtiger Teil“ ihres Lebens. Und das seit 25 Jahren. In der vergangenen Woche erhielten Weyel und einige Kollegen eine Ehrung anlässlich ihres Betriebsjubiläums.

Die Feier in der Kantine der Walder Einrichtung konnte nach der Corona-Zwangspause wieder in gewohnter Form stattfinden. Bereits eine Woche zuvor wurden weitere Jubilare im Haus Müngsten geehrt. Insgesamt erhielten an beiden Tagen 49 Beschäftigte eine Urkunde für zehn Betriebsjahre, 15 für 25 und sieben für 40 Jahre im Dienst der Lebenshilfe-Werkstätten. Dort arbeiten Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung, die nicht, noch nicht oder nicht mehr auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt werden können.

Sie sind an verschiedenen Standorten tätig, darunter der Heilpädagogische Arbeitsbereich an der Alsenstraße, die Werkstätten an der Freiheitstraße sowie im Südpark und der Garten- und Landschaftsbau an der Langhansstraße. Hinzu kommt der Standort Haus Müngsten/Schwebefähre sowie Außenarbeitsplätze bei Unternehmen wie Zwilling sowie dem Solinger Spar- und Bauverein.

„Ich bin froh, die Chance auf Arbeit zu haben.“

Kerstin Weyel, Jubilarin

Kerstin Weyel ist über ein Praktikum mit der Solinger Lebenshilfe in Kontakt gekommen. Während ihrer Schulzeit an der Pestalozzischule Langenfeld war das. Dort hatte die gebürtige Hildenerin, die inzwischen in einer eigenen Wohnung in der Klingenstadt lebt, den Förderschwerpunkt Lernen. Dieser verspricht sonderpädagogische Unterstützung im Lern- und Leistungsverhalten. Nach einer Zwischenstation beim Berufsbildungswerk Lüdenscheid absolvierte Weyel ein weiteres Praktikum bei der Lebenshilfe.

„Mir wurde das Angebot gemacht, dass ich hier anfangen kann, wenn ich auf dem freien Markt keine Stelle finde“, erzählt sie. Gerne hätte sie als Alltagshelferin in der Pflege angefangen, doch hatte sie bei den Bewerbungen kein Glück. Sie entschied, auf die Offerte der Solinger einzugehen.

Ein Vierteljahrhundert ist seitdem vergangen. In diesen 25 Jahren hat Kerstin Weyel viele Bereiche der Werkstätten kennengelernt. „Ich war überall und nirgendwo“, erzählt sie grinsend. Angefangen in der Metallbearbeitung, war sie einige Zeit in der Elektromontage tätig. Aktuell arbeitet sie in der Abteilung Industriemontage/Verpackung. „Ich bin nicht wählerisch und anspruchsvoll“, betont die 44-Jährige. Jede Abteilung habe ihre Vor- und Nachteile. Wichtig sei vielmehr: „Ich bin froh, überhaupt die Chance auf Arbeit zu haben, so wie der Arbeitsmarkt aussieht.“

Kerstin Weyel ist in ihrer Gruppe eine gefragte Ansprechpartnerin. Viele Kollegen kommen bei Schwierigkeiten auf sie zu, bisweilen helfe sie, Meinungsverschiedenheiten auszuräumen. Als Brandschutzbeauftragte, Sicherheitsassistentin und Ersthelferin übernimmt sie Verantwortung. Zudem vertrat sie als Mitglied des Werkstattrats, zeitweise als stellvertretende Vorsitzende, die Interessen und Rechte der Beschäftigten.

An viele Momente der vergangenen 25 Jahre kann sich Kerstin Weyel noch lebhaft erinnern. Besonders gerne spricht sie über die zweiwöchige Reise mit dem Werkstattbereich Ende der 90er Jahre auf die griechische Insel Thasos. „Sauschön“ sei diese Freizeit gewesen. Und dann ist da noch ihr Lebensgefährte. Ihn hat sie vor 18 Jahren an der Freiheitstraße kennengelernt. Bis heute sind die beiden ein Paar. Nicht der einzige Kontakt, den Weyel in den Werkstätten geknüpft hat: „Ich habe viele Freunde hier.“

Aktuell hofft Kerstin Weyel, demnächst ein Praktikum im Heilpädagogischen Arbeitsbereich der Lebenshilfe machen zu können. Dort wäre möglich, eine interne Qualifizierung zu einer Art Alltagshelferin zu absolvieren. Dann hätte sie sich nach 25 Jahren ihren eigentlichen Berufswunsch doch noch erfüllt.

Werkstätten

Insgesamt zählen die Werkstätten der Lebenshilfe rund 600 Beschäftigte. Sie sind in den Abteilungen Industriemontage/Verpackung, Metall-bearbeitung, Kabelkonfektion/Elektromontage, Wäsche- und Textilpflege, Hauswirtschaft/Küche, Garten- und Landschaftsbau sowie im Heilpädagogischen Arbeitsbereich tätig. Zu den Auftraggebern zählen namhafte Firmen wie Zwilling, Walbusch und Amefa.

www.lebenshilfe-solingen.de

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