Traditionelle Erntekrone überreicht

Landwirte in Solingen sind mit den Erträgen zufrieden

Auf dem Hof von Jörg und Heike Kraner (2. u. 3.v.l.) in Balkhausen bekam Oberbürgermeister Tim Kurzbach (4.v.r.) die traditionelle Erntekrone vom Vorsitzenden der Kreisbauernschaft Mettmann, Martin Dahlmann (4.v.l.), überreicht. Auch Ortslandwirt Knut Meinsma (l.), Angelika Flüch (Vorsitzende der Landfrauen), SPD-Bundestagsabgeordneter Ingo Schäfer und Karl-Otto Dickhoven (Sprecher Ortsbauernschaft, r.) waren dabei. Foto: Christian Beier
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Auf dem Hof von Jörg und Heike Kraner (2. u. 3.v.l.) in Balkhausen bekam Oberbürgermeister Tim Kurzbach (4.v.r.) die traditionelle Erntekrone vom Vorsitzenden der Kreisbauernschaft Mettmann, Martin Dahlmann (4.v.l.), überreicht. Auch Ortslandwirt Knut Meinsma (l.), Angelika Flüch (Vorsitzende der Landfrauen), SPD-Bundestagsabgeordneter Ingo Schäfer und Karl-Otto Dickhoven (Sprecher Ortsbauernschaft, r.) waren dabei.

Die Ernte ist unter Dach und Fach, die Scheunen sind gefüllt. Nach drei schlechten Jahren sind die Solinger Landwirte mit dem diesjährigen Ertrag durchweg zufrieden.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. „Das war ein gutes Jahr“, betont Karl-Otto Dickhoven, Sprecher der Ortsbauernschaft, im Gespräch mit dem ST. In den vergangenen Jahren war das Resümee im Herbst schlechter ausgefallen. „2018, 2019 und 2020 hatten wir im Sommer einfach viel zu wenig Regen, da war vieles verdörrt“, erinnert er sich an die trockenen Monate. „Ich bin fast verwundert, dass das Grünland und die Grasnarben sich wieder so gut erholt haben“, so Dickhoven. Denn die Wiesen und Weiden seien im vergangenen Jahr „total tot“ gewesen.

Anders als in den Vorjahren, in denen viele Solinger Landwirte Futter für ihre Tiere zukaufen mussten, weil die eigenen Felder zu wenig Ertrag gebracht hatten, konnte in diesem Jahr ausreichend geerntet werden. „Heu, Silage und Stroh für die Tiere – alles ist in ausreichender Menge eingefahren“, so der Landwirt aus Rupelrath. Auf seinem Hof, den er mit einem seiner Söhne betreibt, hat er etwa 200 Milchkühe. Dickhoven hat aber auch Flächen an der Wupper. „Nach dem Juli-Hochwasser war dort allerdings der erste Schnitt ein Totalausfall.“

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Weil es auch im Sommer immer wieder Regen-Perioden gab, war das Timing für die Solinger Bauern in diesem Jahr eine Herausforderung. „Man musste die kurzen Schönwetterperioden immer nutzen.“ Bis auf die Zuckerrüben, die erst Mitte November aus dem Boden geholt werden, ist jetzt alles geerntet. Aber auch da sehe der Ertrag „sehr gut“ aus. Jetzt sind die Felder schon winterfest gemacht. Wintergerste, Winterraps und Weizen sind bereits eingesät.

Auch am anderen Ende der Stadt, in Gräfrath, ist bei Landwirt Marc Meinsma eigentlich die Hauptarbeit erledigt. Auch er bestätigt: „Durch den ausreichenden Niederschlag in diesem Jahr konnten wir genug Futter für unsere Tiere einfahren.“

Aber das Wetter sei eben nicht nur nass, sondern oftmals auch kalt gewesen. „Für den Mais war es deutlich zu kühl, aber im Großen und Ganzen war es ein ,normaler bergischer Sommer‘“, so Meinsma.

Für Obst und Gemüse war es zu kalt

War die Getreideernte durchweg zufriedenstellend, so sei es für Obst und Gemüse kein wirklich guter Sommer gewesen, erklärt der Gräfrather Landwirt. Bei den Erdbeeren habe es beispielsweise etwa 20 Prozent weniger Ertrag gegeben, weil es zu kalt und zu nass gewesen sei.

Über die aktuelle Ernte, aber auch über die Situation der Landwirte insgesamt haben sich die Vertreter der Branche in dieser Woche bei der traditionellen Überreichung der Erntekrone an Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) ausgetauscht. „Es ist ein Problem, dass wir in Deutschland, auch im europäischen Vergleich, extrem wenig für Nahrungsmittel ausgeben“, so Kurzbach.

Auf der anderen Seite ging es bei der Veranstaltung auf dem Hof von Jörg und Heike Kraner in Balkhausen auch um aktuelle politische Themen, etwa die steigenden Kosten, die sich auch in der Landwirtschaft bemerkbar machen. Man müsse die Menschen wieder sensibilisieren, damit sie sich bewusst machten, woher die Produkte kommen und wie viel Arbeit in ihrer Produktion steckt, betont Martin Dahlmann, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mettmann.

Kreisbauernschaft Mettmann

Verband: Solingen gehört zur Kreisbauernschaft Mettmann. 47 landwirtschaftliche Betriebe aus Solingen sind dort Mitglied. Milchbauern-Betriebe gibt es allerdings nur noch drei.

Nutzfläche: Etwa 15 Prozent des Solinger Stadtgebiets sind landwirtschaftliche genutzte Fläche (Stand 2018).

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