70-jähriges Bestehen

Pommersche Landsmannschaft feiert Geburtstag

Gruppe zieht Parallelen zur Ukraine.

Von Tanja Alandt

Solingen. Eigentlich gründete sich die Pommersche Landsmannschaft Solingen bereits im Oktober 1951. Da der Vorstand jedoch im darauffolgenden März zusammenfand, wurde nun pandemie-bedingt am Samstag das 70-jährige Bestehen gefeiert, erläuterte der Vorsitzende Detlef Lindemann. Über 40 Pommern kamen im Clemenssaal bei Kaffee und Kuchen zusammen, zeigten sich Fotos von vergangenen Ausflügen und Veranstaltungen oder erinnerten sich an alte Pommersche Spezialitäten - und wie lange sie teilweise mit den Zutaten und Mengen experimentieren mussten, wenn das Rezept in der Familie nicht schriftlich festgehalten wurde.

Detlef Lindemann gab einen Rückblick auf die vergangenen 70 Jahre und zog Parallelen zum Ukraine-Krieg: „Die aktuellen Kriegsereignisse mit den Millionen Flüchtlingen erinnern uns schmerzlich an unser eigenes Vertreibungsschicksal.“ Er betonte, dass mehr als 14 Millionen Menschen Ende des Zweiten Weltkrieges aus ihrer Heimat vertrieben wurden und über 2,5 Millionen Menschen während der Flucht und Vertreibung durch Hunger, Seuchen oder brutale Gewalt ums Leben kamen. „Wir Vertriebene sind immer Mahner von Krieg und Vertreibung geblieben, doch wurden wir viel zu oft nicht gehört und fielen dem Zeitgeist zum Opfer. Wir mussten unser Schicksal selbst in die Hand nehmen und eine neue Existenz aufbauen – viele fanden Hilfe in den gegründeten Interessengemeinschaften, wie auch die Pommern in Solingen.“

Mit 40 Pommern begann die Landsmannschaft Solingen. Sein Vater brachte 1961 als zweiter Vorsitzenden eine neue Dynamik in die Pommersche Landsmannschaft Solingen, wie auch die von Martha Lier 1965 gegründete Frauengruppe, berichtete Lindemann. Als Irene Hackbarth 1967 diese übernahm, wurde die Frauengruppe „zum Motor der Landsmannschaft“, so Lindemann, ebenso die Pommersche Weihnachtsschule oder die Volkstanzgruppe. Er erinnerte an Karnevalsveranstaltungen, Bratapfelessen, Klönabende und Wandertage. Beim Fest genossen die Gäste die Musik der „Geigenleut“ mit Volksliedern überwiegend aus dem norddeutschen und Ostsee-Raum.

Am 14. Mai ist die Jahreshauptversammlung in der Kirchengemeinde Oststraße.

Etwa 500 Pommern leben in Solingen.

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