Verhandlung

Landgericht verlängert Prozess um Drogenhandel

Das Gericht zweifelt an der Aussage des Hauptangeklagten.Archivfoto: lho
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Das Gericht zweifelt an der Aussage des Hauptangeklagten.

Angeklagte sollen kiloweise Rauschmittel verkauft haben.

Von Dirk Lotze

Solingen. In einem Prozess um Großverkauf von Drogen über das Internet werden zusätzliche Verhandlungstage nötig. Die drei Angeklagten im Alter zwischen 27 und 32 Jahren sollen Amphetamin für rund 10 000 Euro an eine Schein-Ankäuferin der Polizei verkauft haben. Grund für die Verzögerung im Landgericht Wuppertal sind Zweifel der Richter an den Angaben des Hauptangeklagten (29) zu dessen eigenem Drogenkonsum: Die angeblich konsumierten Mengen sollen womöglich nicht zur Analyse einer Haarprobe des Mannes passen.

Beeinträchtigungen der Schuldfähigkeit sind für die Höhe einer möglichen Strafe entscheidend. Der vorsitzende Richter stellte klar: „Das können wir nicht so im Raum stehen lassen.“ Sollte sich herausstellen, dass die Angaben des Mannes nicht stimmen, müssten auch weitere Teile seines bisherigen Geständnisses einzeln überprüft werden.

Die zwei Männer (29 und 32 Jahre alt) und die mitangeklagte Frau (27) haben Straftaten gestanden, die zu hohen Gefängnisstrafen führen können: Der Hauptangeklagte habe Drogen von seinem Wohnsitz in Gräfrath aus vertrieben. Der 32-Jährige sei sein Lieferant gewesen. Die Frau, eine Nachbarin, habe dem 29-Jährigen geholfen. Die Vorwürfe betreffen Marihuana-Verkäufe von mehreren Kilogramm an Kleinabnehmer –und das Amphetamingeschäft. Diese synthetische Droge sei wenige Stunden vor der Festnahme im Mai 2020 aus Holland geliefert worden. Der Zugriff erfolgte durch Spezialkräfte, weil teils Waffen bei den Angeklagten vermutet wurden.

Solingen: Gerichtsmedizin wird Haarprobe untersuchen

Was die Haarprobe des Hauptangeklagten betrifft, erläuterte der vorsitzende Richter: Darin sei alles eingelagert, was die betreffende Person ihrem Körper zugeführt habe – eben auch Spuren von Drogen. Er fügte hinzu: „Wir haben die Möglichkeit, Angaben eines Angeklagten durch naturwissenschaftliche Daten überprüfen zu lassen. Die Gerichtsmedizin hat 15 Zentimeter Haarlänge analysiert, das reicht 15 Monate zurück. Damit liegen wir klar im Zeitraum der Taten“, erklärte der vorsitzende Richter.

Das Landgericht Wuppertal hat zusätzliche Termine zunächst bis Ende Februar 2021 festgesetzt. Die Richter wollen das vollständige Haargutachten anhören und anschließend entscheiden, wie sie den Prozess fortsetzen.

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