Prozess

Landgericht verhängt Freiheitsstrafe

Drogenverkauf an Scheinankäuferin.

Von Dirk Lotze

In dem Prozess um Drogengeschäfte in Solingen mit einer Scheinankäuferin des Landeskriminalamts verhängt das Wuppertaler Landgericht Gefängnis- und Bewährungsstrafen gegen zwei der drei Angeklagten. Einen 32 Jahre alten und selbst drogenkranken Mann verurteilten die Richterinnen und Richter zu fünf Jahren Haft und wiesen ihn in eine Entziehungsklinik ein. Er ist vorbestraft und gilt als Lieferant der Gruppe. Für eine 27 Jahre alte, berufstätige und alleinerziehende Mutter sind 18 Monate Haft zur Bewährung ausgesetzt. Sie ist nicht vorbestraft und soll aus Freundschaft bei den Taten geholfen haben.

Bei vermeintlicher Drogenübergabe griffen Spezialkräfte zu

Weiterlaufen wird das Verfahren gegen einen weiteren, 29 Jahre alten Mann, den Hauptangeklagten. In seinem Fall hat das Gericht Zweifel an seinen Angaben zu seinem Drogen- und Alkoholkonsum. Er gilt als treibende Kraft des Drogennetzwerks. Laut Staatsanwaltschaft kontaktierte er über eine öffentliche Handy-Chatgruppe bundesweit Kaufinteressenten. Er soll es gewesen sein, der einer angeblichen Käuferin Amphetamin für 10 000 Euro zusagte – bei der vermeintlichen Kundin handelte es sich allerdings um eine Polizistin. Mit diesem Geschäft flog die Gruppe auf. Am Tag der fingierten Drogenübergabe im Mai 2020 griffen Spezialkräfte der Polizei zu.

In Bezug auf den 32-Jährigen blieb das Gericht mit seinem Urteil unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine Haftstrafe von fünf Jahren und vier Monaten beantragt hatte. Grund sei das bis ins Detail gehende Geständnis des Mannes, stellte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung klar: „Er hat sich erheblich bemüht, Licht ins Dunkel zu bringen. Das soll sich lohnen.“

Im Fall der 27 Jahre alten Frau bleibe die Strafe gering, weil sie durch ihre Hilfe keinen Vorteil gehabt habe. Auf ihre Unterstützung allerdings sei es für die Angeklagten angekommen, stellte der Vorsitzende Richter klar: Sie habe Drogen transportiert und mit einem Geldzählgerät Papierscheine auf Echtheit geprüft. Die Frau muss drei Jahre monatlich einen festen Betrag an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen, um in Freiheit bleiben zu dürfen.

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