Gemeinsames Lernen

Land gibt mehr Geld für Inklusion

Wie in dieser sechsten Klasse der Gesamtschule Höhscheid arbeitet Kerstin Busch mit vielen Lerngruppen an der Gesamtschule Höhscheid und der Alexander-Coppel-Gesamtschule. Foto: Christian Beier
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Wie in dieser sechsten Klasse der Gesamtschule Höhscheid arbeitet Kerstin Busch mit vielen Lerngruppen an der Gesamtschule Höhscheid und der Alexander-Coppel-Gesamtschule.

Zusätzliche Fachkraft hilft an den Solinger Gesamtschulen.

Von Simone Theyßen-Speich

Dass Inklusion, also die Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen am Schulsystem, wichtig ist, ist unbestritten. Komplizierter wird es, wenn es um die konkrete Umsetzung geht. Schnell stoßen die Schulen bei dem Versuch, Schüler mit Förderbedarf in die Regelklassen zu integrieren, an ihre Ressourcen-Grenzen – räumlich wie personell. 

Ein Erlass des Schulministeriums ermöglicht es jetzt, für die Inklusions-Arbeit an den Schulen das Personal aufzustocken. Die Chance haben die Gesamtschulen Höhscheid und Alexander-Coppel-Schule jetzt gemeinsam ergriffen. Als „Multifunktionelle Fachkraft für Inklusion“ hat jetzt Kerstin Busch ihre Arbeit aufgenommen – mit je der Hälfte ihrer Zeit für die beiden Schulen.

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„Diese Unterstützung ist extrem wichtig, um bei der großen Vielfalt alle Schüler unter einen Hut zu bringen und daraus eine gemeinsame Schule zu machen“, betont Dirk Braun, Leiter der Gesamtschule Höhscheid. Kollege Andreas Tempel, Leiter der Alexander-Coppel-Gesamtschule, unterstreicht: „Gerade bei uns an den Gesamtschulen ist Inklusion viel umfänglicher als nur die Einbeziehung von Kindern mit Förderbedarf.“

Standpunkt von Simone Theyßen-Speich

Dort setzt die Arbeit von Sozialarbeiterin Kerstin Busch an, die zuletzt im Bereich inklusives Wohnen gearbeitet hat und selbst einen Sohn mit Behinderung hat. Die Unterstützung der Lehrer im Unterricht gehört ebenso zu ihren Aufgaben wie Elternarbeit. Zudem bildet sie quasi eine Klammer um alle, die an der Inklusion mitarbeiten – Klassenlehrer, Förderlehrer, Integrationshelfer und junge Menschen aus dem Bundesfreiwilligendienst (Bufdis). Auch die Vernetzungsarbeit mit den neu zugewanderten Schülern gehört zum Aufgabenbereich.

Inklusion umfasst auch internationale Seiteneinsteiger

Die beiden Gesamtschulen in Höhscheid und in der Innenstadt setzen die Arbeitsschwerpunkte von Kerstin Busch dabei etwas unterschiedlich. Steht an der Kanalstraße die Inklusion besonders der jüngsten Schülern aus den fünften und sechsten Klassen im Mittelpunkt, so ist an der Wupperstraße auch die Integration der internationalen Seiteneinsteiger ein Themenschwerpunkt.

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An beiden Gesamtschulen läuft die Arbeit in inklusiven Klassen seit vielen Jahren erfolgreich. In der 2014 in Höhscheid gegründeten Gesamtschule, die mittlerweile die Jahrgänge fünf bis neun umfasst, sind die Kinder mit Förderbedarf grundsätzlich auf jeweils alle vier Klassen eines Jahrgangs verteilt – mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen. Wie auch an der Alexander Coppel-Schule werden grundsätzlich Kinder mit unterschiedlichen Förderbedarfen unterrichtet – von Defiziten im Bereich Lernen über emotionale und soziale Entwicklung bis zu Sprache, körperlich-motorische sowie geistige Behinderungen. Zudem gibt es in Höhscheid noch den Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation.

SEITENEINSTEIGER

LÖSUNG Neben der Inklusion von Kindern mit Förderbedarf war auch die Einbindung der Kinder aus den Seiteneinsteiger-Klassen, die noch bis zum Sommer an der dann auslaufenden Hauptschule Höhscheid unterrichtet werden, eine große Herausforderung. In einem gemeinsamen Kraftakt aller Solinger Schulen, ist dafür jetzt eine gute Lösung gefunden worden.

Bei aller Freude über die neue personelle Unterstützung gebe es beim Thema Inklusion aber noch viel zu tun – da sind sich die Schulleiter einig. Die vom Schulministerium ausgegebene Formel 25-3-1,5 – also pro Klasse 25 Regel-, drei Förderkinder und 1,5 Lehrkräfte, sei oftmals nur der Ideal- aber nicht der Regelfall. Besonders durch den Mangel an Förderlehrern ist die optimale Pädagogen-Besetzung mit einem Regellehrer und einer halben Stelle eines Förderlehrers in jeder Klasse schwer umsetzbar.

Bildung von Inklusionsklassen an Gymnasien erschwert

Auch müssten besonders die Schulen des längeren gemeinsamen Lernens zukünftig deutlich mehr Kinder mit Förderbedarf aufnehmen, weil die neue Landes-Regelung beispielsweise Gymnasien die Bildung von Inklusionsklassen deutlich erschwert.

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