30 Grad und mehr

So lässt sich die Hitze im Homeoffice aushalten

In jedem Fall gilt bei Hitze im Homeoffice nicht nur die Temperatur möglichst niedrig zu halten, sondern vor allem viel zu trinken. Foto: Michael Schütz
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In jedem Fall gilt bei Hitze im Homeoffice nicht nur die Temperatur möglichst niedrig zu halten, sondern vor allem viel zu trinken.

Energieberater empfehlen einen Mix aus Lüften und Rollos.

Von Anna Lauterjung

Solingen. In der vergangenen Woche kletterte das Thermometer auf über 30 Grad und in den kommenden Tagen sieht es nicht anders aus. Das kann den ein oder anderen auf der Arbeit ins schwitzen bringen. Doch seit dem Beginn der Corona-Zeit sind viele Arbeitnehmer in Solingen ins Homeoffice gewechselt. Was hier beachtet werden muss, erklärt das ST.

Wann ist es rechtlich gesehen zu heiß um zu Arbeiten?

Für die Arbeit im Betrieb gelten folgende Regelungen: Wird im Arbeitsraum eine Lufttemperatur über 26 Grad erreicht und es wird ein Sonnenschutz verwendet, soll der Arbeitgeber eingreifen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat Maßnahmen für das Eingreifen in der „Technischen Regel für Arbeitsstätten“ festgehalten. Ab einer Raumtemperatur von 30 Grad müssen Arbeitgeber die Maßnahmen umsetzten und ab 35 Grad Raumtemperatur ist dieser nicht mehr als Arbeitsraum geeignet.

Gelten diese Regelungen auch im Homeoffice?

Die Hitzeregelungen lassen sich allerdings nicht so einfach auf das Homeoffice anwenden, denn hier muss zwischen mobilem Arbeiten oder einem Telearbeitsplatz unterschieden werden. Telearbeitsplätze unterliegen gesetzlichen Vorschriften wie eine angemessene Beleuchtung oder Bestuhlung. Sie müssen vom Arbeitgeber eingerichtet werden. Vor der Inbetriebnahme muss zusätzlich eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden. Beim Homeoffice, wie es seit dem Beginn der Corona-Zeit praktiziert wird, handelt es sich arbeitsrechtlich um mobiles Arbeiten. Daher muss der Arbeitgeber auch nicht für eine angenehmere Temperatur im Homeoffice sorgen. Viele der Maßnahmen wie flexible Arbeitszeiten und eine Lockerung der Bekleidungsregelungen, die sonst die Arbeitgeber umsetzten müssen, werden bereits im Homeoffice angewendet.

Was hilft, um das Homeoffice kühl zu halten?

Am einfachsten sei es, die Hitze bereits von Anfang an aus dem Haus auszusperren, rät der Energieberater der Verbraucherzentrale Solingen, Florian Bublies. Gerade bei gut gedämmten Häusern würde sonst der Raum nicht mehr auf eine angenehme Temperatur kommen. Um das Büro kühl zu halten empfiehlt der Energieberater ein Tandem aus Lüften und Sonnenschutz. Das Lüften sollte am frühen Morgen oder spät am Abend geschehen, solange es kühl ist. Bublies: „Der größte Fehler ist es, das Fenster konstant offenzulassen.“ Brauche man frische Luft, sollte man am besten eine kurze Pause machen und nach draußen gehen, damit die Hitze nicht ins Haus rein kommt. Tagsüber sollten dann die Rollos runter gelassen werden. So kann sich der Raum dann nicht weiter aufheizen.

Was tun, wenn die Hitze einmal im Haus ist?

Ist die Hitze einmal im Haus, hilft nur noch ein Ventilator. Denn: „Mobile Klimageräte hatten bei uns im Vergleich einen hohen Stromverbrauch“, erklärt der Energieberater. Die kühle Brise des Ventilators fühle sich angenehm an und reiche in den meisten Fällen aus. Falls nicht, könnte auch noch eine Wanne mit Eiswasser vor den Ventilator gestellt werden, dann gleiche der Kühlungseffekt dem einer Klimaanlage. Allerdings muss hier auf die Bausubstanz aufgepasst werden. Zu viel Feuchtigkeit kann den Räume beschädigen.

Elektrische Geräte, die nicht gebraucht werden, ausschalten

Zudem lohnt es sich, alle elektronischen Geräte, die nicht gebraucht werden, abzuschalten. Denn auch sie sind Wärmequellen. Hat man die Auswahl, hilft es auch an besonders heißen Tagen einen Raum auf der Nordseite der Wohnung oder Hauses als Büro zu erklären.

Tipps

Hitze: Neben schnellen Lösungen, um die Hitze aus dem Haus zu halten – wie ein Ventilator oder Lüften – können Verbraucher auch in langfristige Lösungen wie eine Klimaanlage oder elektronische Rollos investieren.

Beratung: Hierzu bietet die Verbraucherzentrale Solingen eine Beratung an. Weitere Informationen gibt es online.

https://t1p.de/jnit

Jobs im Freien: Straßenbauern, Dachdeckern und Co. wird bei der aktuellen Hitze viel abverlangt. Ohne Wasser und Sonnencreme läuft nichts.

Stadt Solingen erprobt „Klima-Check“ für Neubauten: Planer wollen die Erwärmung der Stadtzentren stärker als bisher im Blick haben.

Wasser und Tee gegen die Hitze

Einfaches Wasser, Saftschorlen und Tees – was langweilig klingt, ist ziemlich effektiv. Denn diese Getränke sind bei der anhaltenden Hitze gute Durstlöscher. Und wer nicht regelmäßig trinkt, könnte mit Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen zu kämpfen haben. Deshalb hat die Verbraucherzentrale wichtige Tipps für heiße Tage zusammengestellt:

Mehr Trinken: Normalerweise sollten eineinhalb bis zwei Liter am Tag getrunken werden. Bei der Hitze ist es aber notwendig, etwa drei- bis viermal so viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Und das regelmäßig über den Tag verteilt, am besten bevor das Durstgefühl einsetzt.

Richtige Temperatur: Zu kalte Getränke lassen den Körper mehr Wärme produzieren und können so Kreislauf-Probleme erzeugen, zu warme Getränke hingegen verstärken das Schwitzen. Deshalb sollten die Getränke weder zu heiß noch zu kalt sein.

Wasserhaltiges Essen: Auch wasserhaltige Früchte wie Melone, Tomate oder Erdbeere, versorgen den Körper mit viel Flüssigkeit. Quelle: Verbraucherzentrale

www.verbraucherzentrale.de

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