Bürgerpreis

Lächelnde Kinder sind für ihn das Wichtigste

Gunter Opitz hat große Pläne mit dem Felix-Kids-Club: „Wir machen weiter bis 2078“, meint er augenzwinkernd. Foto: Christian Beier
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Gunter Opitz hat große Pläne mit dem Felix-Kids-Club: „Wir machen weiter bis 2078“, meint er augenzwinkernd.

Gunter Opitz ist für den 1. Solinger Bürgerpreis nominiert. Ihn gibt es ihn nur im Doppelpack mit seiner Frau Sybilla.

Von Manuel Böhnke

„Felix“ – das heißt übersetzt so viel wie „der Glückliche“. Gunter „Felix“ Opitz ist dann glücklich, wenn er in seinem Felix-Kids-Club Kinder und Jugendliche empfängt. Seit über 45 Jahren ist der 67-Jährige ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit aktiv – fast von Beginn an steht ihm seine Frau Sybilla (58) zur Seite.

Dass er diesen Weg einschlagen würde, zeichnete sich schon früh ab. Auf dem Gelände der elterlichen Brotfabrik in Wanne-Eickel errichtete seine Familie für die Nachbarskinder ein Jugendhaus, das seine Schwester leitete. Mit 21 Jahren fing er an, Freizeitgestaltung für Heranwachsende zu organisieren: „Ich initiierte Jugendcafés“.

Wenig später lernte er seine Frau Sybilla kennen. Das Ehepaar ist seit 28 Jahren verheiratet – seit 37 Jahren engagieren sie sich gemeinsam für Jugendliche. Gunter Opitz macht klar: „Uns gibt es nur im Doppelpack.“

Zu dieser Zeit war Opitz als Pastor tätig. Für ihn kam nie in Frage, seinen Dienst nur auf die Predigt von der Kanzel zu beschränken: „Ich kann nicht fromme Dinge erzählen, aber selber nicht aktiv werden.“ Deshalb trieb er sein ehrenamtliches Engagement gemeinsam mit seiner Frau voran. Um die Projekte finanziell stemmen zu können, begannen sie, zusätzlich zu den pastoralen Aufgaben zu arbeiten. „Wir haben Deko mit Kunstpflanzen und Felsen für Gärten hergerichtet“, erinnert sich Sybilla Opitz an diese Zeit.

1991 folgte der Umzug nach Solingen, wo sie zwei Jahre später mit der aktiven Jugendarbeit begannen. Im Felix-Kids-Club entwickelten sie das Konzept der „offenen Tür“, erzählt Gunter Opitz: „Die Kinder können innerhalb unserer Öffnungszeiten einfach vorbeikommen.“ Und diese Idee kommt an. Waren anfangs rund 400 Kinder angemeldet, ist die Zahl inzwischen auf 3500 Kinder und 2000 Eltern gestiegen.

Die Philosophie des Ehepaares ist laut Gunter Opitz immer gleich geblieben: „Erstens: Hab die Kinder lieb. Zweitens: Zeig ihnen ihre Grenzen auf. Drittens: Habe bei alldem immer Humor – die Kinder sollen uns mit einem Lächeln verlassen.“ Religion und Politik seien kein Thema in der Einrichtung.

Viele Helfer und Spenden sichern zukünftigen Betrieb

Stattdessen können die Kinder im Jugendclub toben, basteln oder gemeinsam essen. Für Gunter Opitz ist wichtig, dass die Kleinen aus ihren Rollen schlüpfen können: „Wenn ein Kind ADHS hat, wird im Alltag von ihm erwartet, dass es sich entsprechend verhält. Hier kann es einfach so sein, wie es  möchte.“ Nach ihrer Motivation gefragt, antwortet das Ehepaar: „Wir haben Kinder aufrichtig gern. Sie geben viel Wertschätzung zurück.“

Zuletzt stand der Club vor einer ungewissen Zukunft: Die Räumlichkeiten an der Lüneschloßstraße waren nicht mehr bezahlbar, adäquater Ersatz nicht in Sicht. Nach langem Kampf hat der Club nun eine neue Heimat am Breidbacher Tor gefunden. Der Umbau läuft auf Hochtouren. Gunter Opitz weiß, dass sie auf Hilfe angewiesen sind: „Wir finanzieren uns komplett durch Spenden. Außerdem können wir auf rund 60 ehrenamtlichen Helfern zurückgreifen.“

SOLINGER BÜRGERPREIS

AKTION Die Stadtsparkasse Solingen, Radio RSG und das Solinger Tageblatt suchen gemeinsam mit dem Schirmherrn, OB Tim Kurzbach, die stillen Helden Solingens. Bis zum 18. Juni können Sie abstimmen. Am 10. Juni stellen wir Ihnen die letzte unserer fünf nominierten Personen vor: Renate Butz.

Die meisten Aufgaben erledigen Gunter und Sybilla Opitz selbst. Das sei nicht schlimm, erzählt Sybilla Opitz: „Wir sind lieber mit den Kindern glücklich als im Kino oder Theater.“ Das soll noch lange so bleiben. Gunter Opitz hat große Pläne: „Bald ist Eröffnung. Dann machen wir weiter – bis 2078.“

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