Performance

Kunstverein erinnert an Kriegsende

Sonntag startet der Solinger Kunstverein eine Live-Performance mit Claudia Gahrke...
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Sonntag startet der Solinger Kunstverein eine Live-Performance mit Claudia Gahrke...

Eine Performance aus Tönen, Texten und Malerei läuft am Sonntag im Internet. Der Stilmix erlaubt Kunst aus dem Augenblick.

Von Philipp Müller

Solingen. Am Sonntag gedenkt der Solinger Kunstverein mit einer besonderen Aktion dem Ende des Zweiten Weltkriegs auf Solinger Boden. Unter dem Titel „Der Krieg wird niemals zu Ende sein, solange noch eine Wunde blutet, die er geschlagen hat“ wird es eine Liveübertragung aus der Kirche am Gräfrather Marktplatz geben.

Die Malerin Daniela Baumann ist dabei zu erleben, wie sie Töne und Texte, vorgetragen von der Schauspielerin Claudia Gahrke und dem Sounddesigner Peter Schilske, illustrieren wird. Die beiden werden dazu aus dem Zentrum für verfolgte Künste zugeschaltet. Die Übertragung startet um 20 Uhr.

„Der Solinger Kunstverein hält es auch in Zeiten von Sars-CoV-2 für wichtig, dass Kunst trotz Kontaktsperren und Ausgangsbeschränkungen stattfindet“, erklärt Andreas Schäfer für den Kunstverein. Er selbst ist der Kurator der Kunstaktion.

...Peter Schilske...

Ursprünglich sei als Spielort nur die evangelische Kirche am Markt vorgesehen gewesen. Die Bilder wollte man zusätzlich per Beamer an die weiße Außenwand des Gotteshauses projizieren. Doch die Regeln während der Corona-Krise verhindern, dass sich das größere Zuschauermengen anschauen können. Auf die Aktion habe man nicht verzichten wollen und habe sie für eine Übertragung im Internet optimiert.

Lesung mit Sounduntermalung wird zur Live-Malerei zugeschaltet

Im Haus des kurzfristig eingesprungenen Kooperationspartners Zentrum für verfolgte Künste werden Claudia Gahrke und Peter Schilske live auftreten. Beide sind parallel als Bild-im-Bild in das Live-Painting von Daniela Baumann integriert, so dass der Zuschauer alle drei Künstler gleichzeitig genau beobachten kann.

...und Daniela Baumann.

Der Abend um 20 Uhr beginnt mit der Übertragung eines Grußwortes von Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). Pfarrer Thomas Schorsch, Christa Maria Berger als Vorsitzender des Kunstvereins und Andreas Schäfer als Regisseur werden sich ebenfalls an die Zuschauer der Live-Aktion wenden.

Dann starte die eigentliche Performance, erklärt Schäfer. Die Basis für den Sound und den Text stammen aus dem „Handbuch für amerikanische Soldaten in Deutschland“ von 1944. Die mit Tönen unterlegte Lesung wird Baumann dann spontan umsetzen. Dabei wird sie Vorlagen einbeziehen.

Schäfer erklärt, dass Fotografien vom Kriegsende in Solingen, Porträts von Widerstandskämpfern und Opfern des NS-Regimes wie beispielsweise die Solinger Tilde Klose und Ernst Walsken als große Fotos auf die gleiche Fläche projiziert werden, die Daniela Baumann bemalt. Knapp drei Dutzend Fotografien seien das.

Darauf reagiere die Künstlerin entsprechend. Ziel sei aber eine eigene Zeichnung ohne direkte Einbeziehung der Fotos und auch nicht der Texte und Töne. So entsteht eine einmalige etwa einstündige Kunstaktion als eigenes Kunstwerk. Performance ist eine eigene Kunstrichtung. Der kürzlich verstorbene Solinger Künstler Ulay hatte sie zusammen mit Marina Abramovic perfektioniert und zu Weltruhm gebracht.

www.kriegsende.eu

SOLINGER KUNSTVEREIN

AUFGABE Der Solinger Kunstverein gründete sich im Jahr 1989 und widmet sich seit 2017 Werken von Künstlern, die sich mit politischen und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen. Diese Werke sind sonst nicht in der Klingenstadt im laufenden Kunstbetrieb zu sehen.

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