Nachruf

Kunstpreisträgerin war der Magie der Farbe auf der Spur

Bettina Heinen-Ayech lebte wechselseitig in Solingen und Algerien. Als Malerin setze sie Zeichen mit kraftvollen Aquarellen. Archivfoto: Uli Preuss
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Bettina Heinen-Ayech lebte wechselseitig in Solingen und Algerien. Als Malerin setze sie Zeichen mit kraftvollen Aquarellen.

Die Malerin Bettina Heinen-Ayech verstarb mit 82 Jahren.

Von Philipp Müller

Wenn ein Aquarell mit satten, mal irritierenden, dann harmonischen und auch aufwühlenden Farben von fast an Ölmalerei erinnernder Kraft den Raum beherrscht, dann stammt es aus der Hand von Bettina Heinen-Ayech. Jetzt verstarb sie mit 82 Jahren in München bei ihrem Sohn. Solingen verliert eine große, zeitkritische Künstlerin, die so viel lieber in ihre Landschaften voller Farbmagie eintauchte. Besonders die aus Algerien, ihrem zweiten Wohnsitz, prägten das Werk der in Höhscheid aufgewachsenen Künstlerin. In Algerien gehörte sie zu den wichtigsten und oft geehrten Künstlerinnen des Landes.

Ihr Sohn, Dr. Haroun Ayech, der das Archiv der mit dem Solinger Kulturpreis der Bürgerstiftung Baden ausgezeichneten Malerin betreut, erinnert an sie: „Bettina Heinen-Ayech war die Tochter des Journalisten und Lyrikers Hans Heinen und von Erna Heinen-Steinhoff, die in dem alten Steigerhaus des Bleibergwerkes Höhscheid ihren Kunst- und Literatensalon hielt.“ So habe sie ihren wichtigsten Lehrer und Mentor, den Kunstmaler Erwin Bowien (1899 – 1972), kennengelernt, der ihr lebenslang verbunden blieb.

Mit 18 Jahren kam für die Malerin in Frankfurt der Durchbruch

Künstlerisch hat ihre internationale Karriere mit einem Paukenschlag für die damals 18-Jährige in Frankfurt begonnen: Die Galeristin Hanna Bekker vom Rath hat sie in die Gruppenausstellung „Deutsche Kunst der Gegenwart 1955/56“ aufgenommen. Die Schau mit Werken von Karl Schmidt-Rottluff, Paul Klee, Max Beckmann, Max Ernst, Ernst Ludwig Kirchner und Käthe Kollwitz wurde in Amerika, Afrika und Asien gezeigt. Der Maler Schmidt- Rottluff nahm sie unter seine Fittiche und riet ihr „Bettina bleib Dir treu“. Sie folgte ihm.

„Im Jahr 2000 hatte Bettina Heinen-Ayech eine große Einzelausstellung im Kunstmuseum Solingen“, berichtet die Direktorin Gisela Elbracht-Iglhaut. Der Titel „Unter algerischer Sonne“ habe auf ihre Wahlheimat in Nordafrika verwiesen. „Im Kunstmuseum werden wir Bettina Heinen-Ayech als außergewöhnliche, starke, gebildete und eindrucksvolle Persönlichkeit in Erinnerung behalten.“

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