Kunstmuseum

Aktion „Jeder Mensch ist eine Künstlerin“ startet

Die beiden Mitglieder des Jugendstadtrats, Tabitha Brandt und Luca Pflug, fragen unter dem Titel „Jeder Mensch ist eine Künstlerin“ die Solinger, was für sie Kunst bedeutet. Ist es die von Kunstpreisträger Pascal Sender (links), die von Jan-Luca Schmitz oder das Brückenbild? Das ist eine Aktion des Kunstmuseums Solingen zum 25-jährigen Bestehen. Foto: Philipp Müller
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Die beiden Mitglieder des Jugendstadtrats, Tabitha Brandt und Luca Pflug, fragen unter dem Titel „Jeder Mensch ist eine Künstlerin“ die Solinger, was für sie Kunst bedeutet. Ist es die von Kunstpreisträger Pascal Sender (links), die von Jan-Luca Schmitz oder das Brückenbild? Das ist eine Aktion des Kunstmuseums Solingen zum 25-jährigen Bestehen.

Kunstmuseum und Jugendstadtrat gehen gemeinsam der Frage nach, was für die Solinger Kunst ist

Von Philipp Müller

Solingen. Für den Jugendstadtrat Luca Pflug ist ganz klar, was Kunst ist: „Aus (Kraftausdruck, die Red.) Gold machen.“ Wahrscheinlich hätte das Joseph Beuys gefallen. Der Aktionskünstler wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Verkürzt hatte er gesagt, es komme beim Tun auf die Haltung an, ob man gerade Kunst mache oder nicht. In diesem Sinne galt für ihn: „Jeder Mensch ist ein Künstler.“

Das wurde heftig diskutiert. Das Kunstmuseum greift das aus gutem Anlass selbst auf. Es wird in diesem Jahr 25 Jahre alt. Doch Museumsdirektorin Gisela Elbracht-Iglhaut weiß schon jetzt, richtig groß mit Empfang und alles ganz dicht wird sich das Jubiläum nicht feiern lassen. So ging sie konsequent ihren weg, der sie auch sonst in ihrer Museumsarbeit leitet: Sie sucht den Kontakt zu jungen Menschen und zu den jungen Kunstschaffenden in Solingen und aus der bergischen Region.

Die Kunstschaffenden werden vor allem ab Ende September in der Bergischen Kunstausstellung zu sehen sein. Auch die feiert ein Jubiläum. Es ist 75 Jahre her, dass die Solinger Szene der bildenden Künstler die Schau im Nachkriegs-Solingen aus der Taufe gehoben hatte.

Die gesamte Jugend spricht das Kunstmuseum jetzt über den Jugendstadtrat an. Gemeinsam sei eine Aktion besprochen worden, die gestartet ist und noch bis zum 31. August läuft, berichtet Elbracht-Iglhaut. In Anlehnung an das berühmte Zitat von Beuys trägt es den Titel: „Jeder Mensch ist ein Künstlerin.“ So falsch das gegendert ist, so richtig passt es doch zu dem, was die Intention der Aktion ist. „Die Kunst ist heute völlig offen. Manchmal denken wir, da kommt auch nichts Neues mehr. Und dann präsentieren die jungen Kunstschaffenden alte Techniken ganz neu,“ sagt die Museumsdirektorin.

Diese Haltung zur Kunst soll jetzt generationenübergreifenden mit eigenen Kurzvideos bei den Solingern abgefragt werden (| Kasten). Auch Audio-Dateien oder Postkarten können für die Statements verwendet werden.

„Wir gehen raus zu den Solingern.“

Gisela Elbracht-Iglhaut zum 25- jährigen Kunstmuseum-Jubiläum

In der Summe möchte das Kunstmuseum dies ab Oktober als ein großes Diskussionswerk zum Thema „Was bedeutet für mich Kunst?“ veröffentlichen. So werde dies Teil der Feiern zum 25-jährigen Bestehen. Wie die trotz Corona aussehen werden, will das Kunstmuseum allerdings erst im September genau veröffentlichen. „So viel kann ich aber schon verraten: Wir gehen raus zu den Solingern“, verspricht Gisela Elbracht-Iglhaut.

Solingen: Junge Kunst rückt im Herbst in den Mittelpunkt im Museum

Und noch etwas verkündet sie, denn es sollen dabei wiederum die jungen Solingerinnen und Solinger sein, die im Fokus des Programms zum Jubiläum stehen. „Nach vielen Monaten des Stillstands auch im Museumsbetrieb freuen wir uns darauf, mit jungen und lebendigen Positionen wieder zu zeigen, was Kunst ist und sein kann“, erklärt sie

Doch jetzt geht es erst einmal mit der laufenden Aktion weiter. Auch das ist natürlich von dem Gedanken getragen, dass das Museum anregen, begeistern und den Austausch beflügeln will. Und die Macherinnen und Macher fragen: Was haben wir zu Corona-Zeiten gelernt? Was davon nehmen wir in die Zukunft mit? Welche Rolle spielt die Kunst dabei?

Das wird dann im Kontext zu den Antworten der jungen und sicher auch älteren Solinger stehen, was für sie Kunst ist, sie ihnen bedeutet. Es muss ja nicht so krass sein, wie von Luca Pflug. Im Organisationsteam sitzt auch die Jugendstadträtin Tabitha Brandt. Sie geht ihre Antwort eher philosophisch an: „Für mich bedeutet Kunst alles das, was die Menschen zusammenbringt.“ Das hätte Beuys sicher auch gefallen, der sich als Moderator, Angriffspunkt, Provokateur und Debattenanstoßer begriff.

Video- und Podcast-Aktion

Bis zum 31. August können alle Solinger Videos oder Podcasts (Audio-Dateien) verfassen. Sie sollten nicht länger als 30 Sekunden sein. Im Kunstmuseum liegen außerdem Postkarten aus, auf denen Interessierte ihre Aussage aufschreiben können. Die Ergebnisse können bei Instagram, Facebook oder auf den Museumsseiten als Kommentar hinterlassen werden oder gehen an:

lengert@kunstmuseum-solingen.de

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