Kunst zeigt Wasser in all seinen Facetten

Das Neue Musikforum unter der Leitung von Peter Heider begeisterte die Zuhörerinnen und Zuhörer in der Stadtkirche mit seiner großen stilistischen Vielseitigkeit. Foto: Andreas Horn
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Das Neue Musikforum unter der Leitung von Peter Heider begeisterte die Zuhörerinnen und Zuhörer in der Stadtkirche mit seiner großen stilistischen Vielseitigkeit.

Zwei Stunden lang fesselten Wortbeiträge, Musik und Fotos fast 100 Zuhörer in der Stadtkirche

Von Jutta Schreiber-Lenz

„Wasserkonzert“ hatten die Gastgeber die Veranstaltung überschrieben, die am Samstagnachmittag knapp 100 Besucherinnen und Besucher in der Stadtkirche am Fronhof begeisterte. Dabei war es viel mehr als Musik. Zwischen dem beeindruckenden klanglichen Vielerlei, das das Neue Musikforum unter Leiter Peter Heider mitgebracht hatte, ergriffen Jutta Degen, Uli Preuss und Maik Brückmann abwechselnd das Wort. Mal gab es Nachdenkliches, gar Philosophisches von ihnen zu hören, mal Poetisches oder Sachliches.

„Auch Menschen in unserer Stadt brauchen unsere Hilfe.“

Jutta Degen, Pfarrerin

Das Thema Wasser bot eine breite Palette an Aspekten, die das Trio mit dem Publikum teilte. Wasser war der Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung, weil die Pfarrerin der Stadtkirche, der Fotojournalist und der pensionierte Polizist als Gastgeber des Nachmittags um Spenden für die Gerd-Kaimer-Stiftung baten, die das Geld vollständig für die Geschädigten des Hochwassers 2021 einsetzen wird.

„Dieses Konzert hatten wir schon geplant, bevor der Krieg ausbrach“, sagte Jutta Degen in ihrer Begrüßung und beantwortete damit die offenbar bei ihr angekommenen Fragen, warum denn der Benefit nicht für die Kriegsflüchtlinge sei. Außerdem verwies sie auf das große Benefizkonzert zugunsten der Ukraine-Flüchtlinge, das am Ostersonntag an gleicher Stelle stattgefunden hatte. „Auch Menschen in unserer Stadt brauchen unsere Hilfe, die Schäden durch die Fluten des letzten Sommers sind noch längst nicht getilgt.“

Zu den drei Rednern gesellten sich die 40 Mitglieder des Neuen Musikforums, die mit Bachs „An Wasserflüssen Babylon“, fünf Sätzen der Händel’schen Wassermusik, dem fulminanten „Blue Hole“ und dem Liebessong „My heart will go on“ aus dem Film „Titanic“ ihre große stilistische Vielseitigkeit präsentierten. Dieses Stück gab es nicht nur instrumental zu hören, sondern wurde von Mezzosopranistin Maria Hoffmann einfühlsam vorgetragen.

Charmant und ausführlich nahm Peter Heider das Publikum jeweils thematisch in das nächste Stück hinein. Kräftiger Zwischenapplaus bewies, wie sehr das Publikum beispielsweise sowohl barocke klangliche Üppigkeit als auch verspielte Romantik genoss.

423 eindrucksvolle Fotografien unterlegten Worte und Töne, so dass nicht nur die Ohren, sondern auch die Augen der Gäste auf ihre Kosten kamen: Sandstrände, perlende Bachfluten auf einer Wiese, Fischschwärme im Meer, Springbrunnen, Wasserfälle, Wellen, Boote, aber auch Überflutungen zeigten plastisch, dass Wasser friedlich und gefährlich, Segen und Fluch, lebensnotwendig ist, aber auch tödlich sein kann.

Am Ende gab es viel Applaus für zwei unterhaltsamen Stunden, die mal schmunzeln, mal träumen ließen und auch Betroffenheit auslösten, zum Beispiel durch die im Referat von Uli Preuss benannten Verschmutzungen der Meere oder den gnadenlosem Handel mit dem zum Wirtschaftsgut gewordenen, immer knapper werdenden Trinkwasser.

Stiftung

Die Gerd-Kaimer-Bürgerstiftung, 2002 vom ehemaligen SPD-Oberbürgermeister Solingens gegründet, wurde nach dem Hochwasser von zahlreichen Spenderinnen und Spendern zugunsten der Hochwasser-Opfer aufgestockt. Über sie waren unbürokratische Soforthilfen für Antragssteller möglich. Bis Mitte September waren etwa 1,7 Millionen Euro eingegangen. Bei der Vielzahl der Geschädigten und dem Umfang der Schäden reichte dieses Geld dennoch nicht. Viele Opfer der Flut warten bis heute auf versprochene finanzielle Hilfen von Bund und Land oder korrespondieren vergeblich mit ihren Versicherungen.

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