Premiere am Freitag

Kunst-Events sollen Stadtzentren beleben

Ulrike Bruchhaus und Lucas Dietrich haben den ehemaligen Bioladen an der Friedrich-Ebert-Straße anlässlich „Wald leuchtet“ in Solingens ersten Resonanzraum verwandelt. Weitere sollen folgen.
+
Ulrike Bruchhaus und Lucas Dietrich haben den ehemaligen Bioladen an der Friedrich-Ebert-Straße anlässlich „Wald leuchtet“ in Solingens ersten Resonanzraum verwandelt. Weitere sollen folgen.

Bei „Wald leuchtet“ feierten Ulrike Bruchhaus und Lucas Dietrich mit ihrem Projekt Resonanzraum Premiere.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Leerstehenden Ladenlokalen mit Kunst neues Leben einzuhauchen – diese Idee ist nicht neu. Doch Ulrike Bruchhaus und Lucas Dietrich wollen die früheren Geschäfte nicht als simple Ausstellungsflächen nutzen. Vielmehr streben sie mit dem Projekt Resonanzraum an, mit performativen Elementen Distanz zu Kunst abzubauen und Leerstand zu beleben. Bei „Wald leuchtet“ am vergangenen Freitag feierte es Premiere.

Das Konzept existiert seit dem Frühjahr. Bruchhaus hat Kommunikationsdesign an der Essener Folkwang-Universität und Ausstellungsgestaltung in Düsseldorf studiert. Heute ist die 29-Jährige selbstständige Gestalterin. Dietrich ist zwei Jahre jünger. Der gebürtige Solinger studiert unter anderem Evangelische Theologie und Philosophie an der Bergischen Universität. Als wissenschaftliche Hilfskraft beschäftigt er sich mit Ethik und Ästhetik sowie dem Zusammenspiel von Kunst und Theologie.

Die Freunde einen ihr Interesse für Kunst und der Wunsch, neue Perspektiven für darbende Zentren zu eröffnen: „Es gibt so viele Räume, die leer stehen und tot sind.“ Diese möchten sie nutzen. Um mit den Eigentümern verwaister Ladenlokale ins Gespräch zu kommen, nahmen sie Kontakt zur Stadt auf. Entlang der Hauptstraße zeichnete sich allerdings kurzfristig keine Lösung ab. Dafür in Wald: Der dortige Werbering vernetzte Bruchhaus und Dietrich mit dem Vermieter des früheren Bioladens an der Friedrich-Ebert-Straße.

Was sich dort bei „Wald leuchtet“ abspielte, vermittelt einen Eindruck vom Ansatz der Solinger. Neben Ulrike Bruchhaus zeigte die Illustratorin Radunkel ihre Kunst und die Band Crystal Glass trat auf. Schwerpunkt des Abends war die gemeinsame Gestaltung des großen Schaufensters im Walder Zentrum. „Wir präsentieren hier kein fertiges Kunstwerk, es entsteht, während der Resonanzraum geöffnet ist“, erklärt die 29-Jährige.

Performativ sind die Projekte, sie wachsen vor den Augen der Besucher. Nahbarer soll das Kunst machen – und für ein gemeinschaftliches Erleben im Stadtteil sorgen. Mit Nachhall. Denn über das Schaufenster, das auch bei zukünftigen Resonanzräumen eine wichtige Rolle einnehmen wird, ist das entstandene Werk auch nach dem Happening noch öffentlich zugänglich, kann seine Wirkung entfalten.

„Unsere Idee ist nicht in Stein gemeißelt. Wir machen aus den Räumen, was uns einfällt“, betont Lucas Dietrich. So müsse es nicht immer um Malerei gehen. Auch Videoinstallationen und Abstraktes seien denkbar. Einig sind sich die beiden Kreativen, dass jeder Resonanzraum mit einer Finissage enden soll, bei der das Werk entfernt wird. Normalerweise sei Kunst auf Konservierung bedacht. „Durch unser Vorgehen betonen wie die Flüchtigkeit. In den Köpfen der Beteiligten leben die Erinnerungen weiter“, sagt die 29-Jährige.

Für ihre Ideen hoffen Ulrike Bruchhaus und Lucas Dietrich auf Sponsoren. Die seien nötig, um Miete, Nebenkosten und die Events finanzieren zu können. Gleichzeitig sei ihnen wichtig, Künstlerinnen und Künstlern, die bislang keine große Aufmerksamkeit erfahren haben, eine Bühne zu bieten – und zumindest ein kleines Honorar zu zahlen.

An der Friedrich-Ebert-Straße hat der Resonanzraum seine Premiere gefeiert. Rund einen Monat lang dürfen Bruchhaus und Dietrich das Ladenlokal nutzen. Für die Zeit danach suchen sie weitere Flächen, die sie entweder für ein einzelnes Projekt oder über einen längeren Zeitraum für mehrere Performances nutzen können. Auch seien verschiedene Resonanzräume gleichzeitig denkbar, die eine Kunstroute durch die Solinger Stadtteile ergeben.

www.resonanzraum-nrw.de

ISEK

Das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK) für Wald beschäftigt sich auch damit, das Zentrum des Stadtteils zu stärken. Zunächst stehen jedoch Themen wie der Walder Sportpark im Fokus. Die ISEK-Maßnahmen sind auf mindestens acht Jahre angelegt.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Grünes Stadtquartier: Neue Pläne für die Solinger Innenstadt
Grünes Stadtquartier: Neue Pläne für die Solinger Innenstadt
Grünes Stadtquartier: Neue Pläne für die Solinger Innenstadt
Weihnachtsmärkte in Solingen starten - Öffnungszeiten und Termine
Weihnachtsmärkte in Solingen starten - Öffnungszeiten und Termine
Weihnachtsmärkte in Solingen starten - Öffnungszeiten und Termine
Stadtwerke: Abrechnungen könnten sich verzögern
Stadtwerke: Abrechnungen könnten sich verzögern
Stadtwerke: Abrechnungen könnten sich verzögern
Hier darf Silvester geböllert werden
Hier darf Silvester geböllert werden
Hier darf Silvester geböllert werden

Kommentare