Künstler präsentierten ihre Werke

Kulturmorgen steht im Zeichen des Krieges

Als Tamara Lukasheva in den Clemens-Galerien begleitet von der Critical-Mass-Bigband die ukrainische Nationalhymne anstimmte, wurde es emotional.
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Als Tamara Lukasheva in den Clemens-Galerien begleitet von der Critical-Mass-Bigband die ukrainische Nationalhymne anstimmte, wurde es emotional.

In den Clemens-Galerien, im Südpark und in Gräfrath präsentierten Künstler ihre Werke.

Von Andreas Römer

Bei bestem Wetter nutzten auch im Südpark zahlreiche Solingerinnen und Solinger die Gelegenheit, durch die städtische Kunstszene zu bummeln.

Solingen. Beim Kulturmorgen konnten die Menschen am Tag nach der Kulturnacht in Solingen schauen, zuhören, mitmachen und spenden. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler in den Clemens-Galerien, im Südpark und in Gräfrath präsentierten sich und ihre Werke den Besuchern. Zentrales Thema in den Clemens-Galerien in diesem Jahr: Spenden für die Ukraine. Die 40 City-Art-Project-Künstler bieten etwa 50 Werke zum Verkauf. Der Erlös wird für Hilfe in der Ukraine gespendet (| Kasten).

Für diese Aktion bedankten sich Landtagsabgeordneter Josef Neumann sowie Ratsherr und Solinger Bürgerpreisträger 2020 Uli Preuss (beide SPD). Neumann berichtete von seiner Reise an die polnisch-ukrainische-Grenze, von den schwierigen Umständen in der Ukraine sowie den Belastungen für die Nachbarländer, die sich um Millionen von Flüchtlingen kümmern.

Besonders schlimm sei, dass aktuell Altenheime und Behinderteneinrichtungen evakuiert werden müssen. Die Hilfsorganisation Trans-Europa kümmere sich insbesondere um diese Menschen. Man habe es erst vor wenigen Tagen geschafft, etwa 100 behinderte Kinder und Jugendliche in Bethel unterzubringen.

„Auch ein Akt der Humanität“, ist es für Neumann, die Kunstschätze der Ukraine zu retten. Wenn Museen und Theater dem Erdboden gleich gemacht werden, sei es wichtig, sich auch darum zu kümmern, denn Kunst sei wichtiger Teil ukrainischer Kultur. Uli Preuss bedankte sich für „die tolle Aktion. Die Künstler, meine Freunde, sind immer da, wenn wir Unterstützung brauchen.“ Er findet die Situation in der Ukraine unerträglich. Es reiche nicht nur etwas „unerträglich zu finden, man muss etwas tun“. Und das tue der Verein „Solingen hilft“. Man habe am Freitag den sechsten Transport in die Ukraine liefern können. Die Hilfe dürfe nicht nachlassen, es gebe 80 Millionen Flüchtlinge auf der Welt. Da könne man nicht genug Unterstützung bekommen. Emotional wurde es, als Tamara Lukasheva in Begleitung der Critical-Mass-Bigband die ukrainische Nationalhymne anstimmte. Zuvor hatte die in Köln lebende Jazzsängerin von ihren Eltern, anderen Verwandten und Freunden in Odessa erzählt, die jede Nacht die Sirenen hören. Die Zuschauer an den Clemens-Galerien waren ergriffen. Zuvor hatte die Band Pope’s Project die Besucher zum Start des Kulturmorgens begrüßt.

Hinter den Künstlerinnen und Künstlern liegen harte Monate

Bei grandiosem Wetter nutzen die Solinger die Gelegenheit, sich umzusehen oder zu beteiligen. Das ging zum Beispiel bei Inge Woeste, Rita Lasch, Lucy Meurer und Co., wo man vor blau-gelbem Hintergrund Menschen auf eine Leinwand malen konnte. Die Künstlerinnen, alle in eigens angefertigten T-Shirts mit blau-gelbem Peace-Zeichen, hoffen mit dem Kulturmorgen auf einen guten Start ins Jahr. Zwei Jahre Pandemie hätten auch den Galerien zugesetzt und der Kulturmorgen sei die Chance, den Menschen wieder Lust auf Kunst zu machen.

Solingen genießt die Rückkehr der Kulturnacht

Besucher konnten sich auch bei Fia Bia, Kristina Eckel und Heike Ponge auf der Leinwand einbringen. Bei Stefan Seeger konnten sie einen Frosch küssen. Auch die Galerien im Atelierhaus in Gräfrath öffneten am Kulturmorgen. Und natürlich waren auch die Güterhallen im Südpark mit dabei. Dort heizte die Band Five Live den Besuchern ein und schaffte es sogar, die Menschen aus den Gartenstühlen zu bringen. Etwas ruhiger ging es dann bei „Lieben Sie Gershwin?“ zu.

Till Schult erzählte die Geschichte des Komponisten und Banu Schult sang die bekanntesten Lieder begleitet von Koji Ishizaka am Klavier. Der Güterhallenchor lies schließlich den Kulturmorgen musikalisch ausklingen. Bei schönstem Sonnenschein einen Kaffee genießen und durch die städtische Kunstszene bummeln – das nutzten zahlreiche Solinger.

Aktion

Die Ukraine-Spendenaktion der Solinger Künstlerinnen und Künstler ist am Kulturmorgen gestartet. Beendet wird sie erst in drei Wochen – Ostersamstag. Bis dahin können noch Solingerinnen und Solinger ausgewählte Kunstwerke für den guten Zweck erwerben. Timm Kronenberg vom „City Art Project“ hofft auf große Resonanz. Der Gesamtertrag wird den Vereinen „Solingen hilft“ sowie Trans-Europa gespendet.

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