Kultur

Kulturmanagement will mit einer Theatercard ein neues Abomodell einführen

Angepasste Entgeltordnung soll helfen, das Programm künftig flexibler zu gestalten – Rabatte für Rentner und Gruppen sollen geringer ausfallen.

Von Timo Lemmer

Das Kulturmanagement will zum 1. Juli eine neue Entgeltordnung für Theater-Abos einführen. Die neue Struktur solle helfen, das Programm flexibler zu gestalten und neue Kundensegmente anzusprechen, wie Sonja Baumhauer vom Kulturmanagement im Ausschuss für Kultur, Stadtmarketing und Tourismus erklärte. Dessen Mitglieder empfahlen in ihrer dritten Sitzung die Umsetzung. Im Kern solle die aktuellen Abonnement-Reihen – mit Ausnahme des Konzertabos – zugunsten einer Theatercard in Gold, Silber und Bronze aufgegeben werden. Die Entgelte würden auf „nahezu gleichem Niveau“ wie bei Häusern in der Umgebung liegen. Rabatte für Rentner und Gruppen fallen künftig geringer aus.

Darüber hinaus war die Verabschiedung der bundesweiten Corona-Notbremse Thema. Dass Kultureinrichtungen nun wieder schließen müssen, wie Dezernentin Dagmar Becker (Grüne) mitteilte, trifft die Solinger Einrichtungen nicht so überraschend wie noch vor einem Jahr. Das unterstrichen die Geschäftsführerinnen Gisela Elbracht-Iglhaut (Kunstmuseum) und Birgit Walter (Musikschule) in ihren Beiträgen.

Die Einrichtungen hatten eine Schließung ohnehin erwartet. Im Kunstmuseum endet am Montag die Ausstellung von Sandra Schlipkoeter. Elbracht-Iglhaut berichtete, dass zuletzt nur noch selten mehr als zwei Besucher an einem Tag gekommen waren: „In der zweiten Märzhälfte hatten wir noch 170 Besucher, die sich zuvor angemeldet hatten. Das hat niemanden abgehalten. Mit Einführung der Testpflicht ist die Anzahl der Besucher aber stark nach unten gefallen.“

Dennoch habe man die bisherige Corona-Zeit gut überstanden. 38 000 Euro konnten aus Fördertöpfen akquiriert werden, die vornehmlich in die digitale Infrastruktur geflossen sind: „Wir werden auch zukünftig zweigleisig fahren und sind jetzt digital gut aufgestellt. Aufseiten der Ausfälle kompensiert das aber nichts.“ Mit LVR-Förderung werde bald der gesamte städtische Kunstbesitz digitalisiert. „Das Erlebnis Kunstmuseum ersetzt das alles nicht“, blickte Elbracht-Iglhaut insbesondere auf die pädagogische Arbeit.

Die leistet auch die Musikschule so gut wie möglich. Walter: „Wir sind eigentlich ganz gut durchgekommen und haben schnell auf digital umgestellt. Verlierer sind all diejenigen, die man digital nicht erreichen kann.“ Zum Beispiel Ensembles und Schulkooperationen.

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