Kultur

Verena Barié bringt Musik in den Lichtturm

Verena Barié setzt im Gräfrather Lichtturm besondere Musikprojekte um, die auch Licht- und Bühnenideen einbeziehen. Die Kuratorin wird 2022 vom Bergischen Kulturfonds gefördert.
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Verena Barié setzt im Gräfrather Lichtturm besondere Musikprojekte um, die auch Licht- und Bühnenideen einbeziehen. Die Kuratorin wird 2022 vom Bergischen Kulturfonds gefördert.

Der Bergische Kulturfonds und weitere Unterstützer machen außergewöhnliches Musikprojekt möglich.

Von Philipp Müller

Am 1. Oktober startet im Gräfrather Lichtturm und vor dem Theater und Konzerthaus um 18 Uhr das digitale und analoge Musik- und Performance-Projekt „Château d’Eau V“ von Verena Barié. Die Künstlerin kann die Show mit Hilfe des Bergischen Kulturfonds umsetzen. Aber auch der Solinger Kunstverein unterstützt die Idee der in Köln lebenden 27-jährigen Medienkünstlerin, Komponistin und Kuratorin für Kulturereignisse.

Studiert hat Barié klassische Blockflöte und schloss daran ein Studium für Live-Electronics im Jazz-Bereich in Amsterdam an. Doch heute versteht sie sich eher als eine Künstlerin, die andere Kulturschaffende zusammenbringt, um sich gemeinsam in große Projekte einzubringen. Dazu hatte sie auch nach außergewöhnlichen Orten gesucht. Im Internet stieß sie auf den Gräfrather Lichtturm. Sie habe sich mit Jule Dinnebier, deren Familie der Ort für Kultur gehört, sofort verstanden. Es entstand die Idee für die Reihe Château d’Eau, was im Französischen Wasserturm bedeutet, die frühere Funktion des Wahrzeichens über dem Horizont von Solingen.

Verena Barié bringt sich dort mit ihrer eigenen Musik ein und kombiniert dies mit den Klang-, Licht-, Performance und Bühnenwelten von Kolleginnen und Kollegen. Zweimal gab es bereits eine solche Show, die dritte wird es am 17. Juli geben.

Für die fünfte Auflage hat sich die Kuratorin dann ein ganz besonderes Projekt vorgenommen. Die Klänge und Musik, die im Lichtturm aufgeführt werden, erklingen über das Internet zeitgleich auch auf dem Vorplatz des Theaters und Konzerthauses.

Dort nehmen Musikerinnen und Künstler den digitalen Ball auf, wiederholen und interpretieren das Gehörte. Das geht dann wiederum zurück in den Lichtturm und kann dort von den Anwenden genossen werden. So will Barié auf die Welt der Nachrichten anspielen. Für sie gilt dabei: „Musik darf politischen und gesellschaftlichen Wert haben. Das ist mir wichtig.“ Die Zuschauenden können das alles an den beiden Orten live und per Lautsprecher verfolgen. Mit der Idee, die Musik nachzuspielen oder zu interpretieren, soll auch deutlich werden, wie sich Nachrichten selbst in Nuancen verändern können.

Die Aktion wird rund zwei Stunden dauern und der Eintritt wird frei sein. Möglich macht das auch die weitere Förderung durch die Kunststiftung NRW, die das Château d’Eau V ebenfalls finanziell unterstützt. Ohne solche Hilfen sei das auch nicht umsetzbar, gibt Verena Barié zu. Denn der technische und personelle Aufwand für die musikalische Performance rund um die Welt der Nachrichten sei schon enorm. Alles werde vorab auch geprobt. Da seien die Bedingungen im Lichtturm dank Jule Dinnebier ideal, weil man dafür im Turm zwei bis drei Tage ansetzen könne.

Es sind solche außergewöhnlichen Ideen und Herangehensweisen an Kunst und Kultur, die der Bergische Kulturfonds unterstützt. Insgesamt 19 Projekte suchte in diesem Jahr die siebenköpfige Jury aus den 22 Bewerbungen aus. Schon seit dem Jahr 2011 werden junge Kunst- und Kulturschaffende unterstützt, seit diesem Jahr erstmalig auch aus Solingen. Die Stadt Wuppertal teilt dazu mit: „Für eine Förderung ausgewählt wurden Vorhaben aus unterschiedlichen künstlerischen Sparten, darunter Kunstausstellungen, integrative und partizipative Tanz- und Theaterprojekte, Filme, Veranstaltungsformate wie Konzertreihen und Hörspielreihen.“

Für Barié steht aber zunächst der 17. Juli um 20 Uhr an. Dann kommen Benjamin Grau, Lola Rubio, Marta Blanchard, Betrand Blanchard und SONAE in den Lichtturm. Anmeldung erforderlich: info@lts4.org

Kulturfonds

Der Bergische Kulturfonds fördert in diesem Jahr in einer Höhe von insgesamt 46 000 Euro 19 herausragende Projekte von Nachwuchskünst-lern aus Wuppertal, Remscheid und Solingen. Ermöglicht wird das durch Spenden von Unternehmen und Privatpersonen.

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