Turbulente Komödie im Gruselgewand

WOHLGEMUTH Gestern Abend hatte die „Schattenfrau von Venedig“ der Theatergesellschaft Premiere.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Nicht nur irgendeine Premiere war gestern Abend in der nahezu vollen Cobra zu sehen, sondern eine Welturaufführung: John Schöllgen stockte mit der schwarzen Komödie der „Schattenfrau von Venedig“ die Zahl der selbstgeschriebenen Theaterstücke auf fünf auf. Und auch diesmal führte er nicht nur selbst Regie, sondern ließ es sich auch nicht nehmen, mit dem Inspecteur Villefort in eine der von ihm erdachten Rollen zu schlüpfen.

Mit der „Schattenfrau“ ist es Schöllgen gelungen, eine augenzwinkernde Komödie in ein – auf den ersten Blick – überzeugendes Schauer-Gewand zu stecken, das erst nach und nach durch immer mehr Pointen nach Slapstick-Manier abfällt.

Die zu Beginn noch beklemmende Atmosphäre bei der ersten düsteren Prophezeiung der geisterhaften Erscheinung wich schnell. Die Anrufung der „heiligen Christina von Aguillera“ oder der „Giovanna von Trappatoni“ ließ dann erstmalig vollends das wahre Wesen des farbenfrohen und temperamentvollen Bühnenspektakels durchblicken, das sich schnell als optischer Hochgenuss entpuppte: „Wir durften uns unentgeltlich in der Requisitenkammer des Stadttheaters bedienen“, betonte der Vorsitzende der Wohlgemuth, Bruno Arnold, in seiner Begrüßung, der gewohnt souverän und spielfreudig als Principe Massimo Vettore überzeugte.

Und so gerieten die Maskenball-Szenen, die vom artof-zentrum für Tanz und Gesundheit verstärkt wurden, zu einer Modenschau aus dem 17. Jahrhundert mit Gehröcken aus Satin und ausgestellten Reifröcken. Eingebettet in diesen „Kostümrausch“ ist die Handlung. Die Guten: Raphael Vittore, gespielt von Tobias Müller, und seine Verlobte Jessica (Désirée Malethan) müssen sich gegen zwei intrigante Bösewichts-Parteien behaupten: der arrogante jüngere Bruder Ludovico (Jan Stöcker) mit seinem schleimigen Diener Romeo Rustico (Martin Klatzka) und die Meerhexe Raya (Simone Schiffgen) mit ihren zwei pubertierenden Ätz-Töchtern (Carolin Scholz und Julia Wölfl). Ein turbulentes Ränkespiel beginnt. Es gab viel Applaus.

Weitere Aufführungen am 11. und 12. Mai um 19 Uhr in der Cobra. Restkarten an der Abendkasse.

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