Bürgerbeteiligung

Klingenmuseum: Förderantrag ist gescheitert

Ein erster Versuch, für die Neuaufstellung des Klingenmuseums 2,5 Millionen Euro vom Bund zu erhalten, ist gescheitert.
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Ein erster Versuch, für die Neuaufstellung des Klingenmuseums 2,5 Millionen Euro vom Bund zu erhalten, ist gescheitert.

Vom Bund hatte sich die Stadt 2,5 Millionen Euro für die neue Dauerausstellung gewünscht. Am Montag startet eine Ideensammlung.

Von Philipp Müller

Solingen. Montag, 17. Oktober, startet die Sammlung von Ideen, wie das Deutsche Klingenmuseum in Zukunft aus Bürgersicht aussehen soll. Eine Bürgerbeteiligung hatten Stadtdirektorin und Kulturdezernentin Dagmar Becker (Grüne) und Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) im vergangenen November angekündigt. Vor elf Monaten bekräftigte die Stadtspitze, mit der Summe von 5,3 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt die Dauerausstellung im Museum zu modernisieren. Dazu sollten auch Fördermittel beantragt werden. Das scheiterte in einem ersten Anlauf um Bundesmittel in Höhe von 2,5 Millionen Euro. Weitere Anträge sollen folgen.

Seit mehr als zwei Jahren konkretisieren sich Pläne, wie das Klingenmuseum aus dem 20. Jahrhundert ins digitale 21. Jahrhundert überführt werden kann. Zuletzt wurde die neue Homepage vorgestellt, der ein Prozess der Digitalisierung von Teilen der Sammlung vorausging. Grundsätzlich wünscht die Leitung um Museumsleiter Dr. Sixt Wetzler und seine Stellvertreterin Dr. Isabell Immel, die Geschichte der Klingen in Themenwelten zu erzählen, den Weltruf der Klingenstadt zu betonen und zugleich alles leicht erleb- und erfahrbar zu machen. Entsprechende Konzepte wurden erarbeitet.

Um diese umzusetzen, hatte das Rathaus Mittel aus dem Topf „Kulturinvest 2022“ beantragt. Stadtsprecher Daniel Hadrys berichtet: „Zur Neuaufstellung des Deutschen Klingenmuseums hatte sich die Stadt Solingen im August um eine Bundesförderung aus Mitteln der BKM (der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien) beworben. Mit etwas über 2,5 Millionen Euro wurde die Hälfte der Summe beantragt, die für die neue Dauerausstellung im Bestandsbau des Museums nach aktueller Kostenschätzung nötig ist. Die restlichen fünfzig Prozent wären aus städtischen Mitteln und weiteren Fördergeldern zu finanzieren gewesen. Leider wurde der Antrag negativ beschieden.“

Damit sei die Idee der Neuaufstellung des Museums nicht gescheitert. „Andere Wege und Fördermöglichkeiten werden intensiv sondiert“, betont Hadrys. Das will auch der für die SPD im Bundestag sitzende Abgeordnete Ingo Schäfer unterstützen. Ein Zuschlag in der Höhe sei kein Selbstläufer gewesen, berichtet er. Denn der Topf im Haus von Claudia Roth sei mit rund 40 Millionen Euro nicht besonders groß, aber begehrt gewesen.

Stadt hatte Eigenanteil nicht gesichert, kritisiert MdB Schäfer

Schäfer rät dazu, den Antrag in 2023 neu zu stellen. Aber er müsse dann auch präziser sein, was den städtischen Eigenanteil angeht. Er kritisiert, dass das Rathaus diesen mit Hinweis auf mögliche, noch nicht genehmigte weitere Drittmittel angeben habe. Ihm hätten die mit der Sache befassten Kolleginnen und Kollegen gesagt: „Wenn Solingen Fördermittel vom Bund will, muss der Eigenanteil gesichert sein.“ Zudem wolle er helfen, weitere Fördertöpfe anzuzapfen.

Das möchte auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt tun. Während er die Entscheidung im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages begrüßte, der Stadt Remscheid mit 600 000 Euro beim Umbau eines alten Feuerwehrhauses zu einer Stadtbibliothek zu helfen, bedauerte er das Votum gegen das Klingenmuseum: „Hierfür müssen die Kolleginnen und Kollegen aus der Regierungskoalition nacharbeiten, woran der überzeugende Vorschlag aus Solingen am Ende gescheitert ist.“ Er werde das Klingenmuseum „nach Kräften weiter unterstützen und umgehend prüfen, ob das wichtige Projekt für ein ähnliches Programm im kommenden Jahr neu angemeldet werden kann“.

So wenig wie das Rathaus jetzt pessimistisch die Flinte ins Korn werfen will, so optimistisch macht es sich zusammen mit der Museumsleitung an die weitere Ideenfindung. Montagabend findet dazu um 19 Uhr die Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung im Klingenmuseum als Workshop statt. Daran können alle Interessierten teilnehmen. Um Anmeldung wird gebeten:
klingenmuseum@solingen.de

Ideensuche

Die vom 17. Oktober bis zum 11. November laufenden „Ideenwochen zum neuen Klingenmuseum“ werden auch digital unterstützt. Dazu gibt es neben den Terminen vor Ort auch Online-Befragungen:
www.solingen-redet-mit.de

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