Führungen werden sonntags angeboten

Jahresschau präsentiert neue Kunst im Museum

Mariya Milusina spielte mit ihrer Traversflöte zusammen mit Yuichi Sasaki, Schalenhalslaute, zur Eröffnung der Jahresschau. Foto: Christian Beier
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Mariya Milusina spielte mit ihrer Traversflöte zusammen mit Yuichi Sasaki, Schalenhalslaute, zur Eröffnung der Jahresschau.

Verein Solinger Künstler greift im Kunstmuseum die Zeiten der Pandemie auf.

Von Philipp Müller

Solingen. Als Mariya Milusina zu ihrer Traversflöte und Yuichi Sasaki, zur Schalenhalslaute im Kunstmuseum griffen, startete die Eröffnung der Jahresschau des Vereins der Solinger Künstler. So hatte es das jetzt zwei Jahre nicht mehr gegeben. Knapp 100 Gäste konnten Vereinsvorsitzende Susanne Müller-Kölmel, Museumsdirektorin Gisela Elbracht-Iglhaut und der Solinger Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) im ehemaligen Gräfrather Rathaus begrüßen.

Der Titel „Celulla second edition (zweite Ausgabe)“ belegte, was so ungewöhnlich war. Museumschließungen waren in den vergangenen 24 Monaten nicht selten an der Tagesordnung. Die Ausgabe der Jahresschau fiel im letzten Jahr nicht aus, konnte aber nur mittels QR-Codes, die an der Außenfassade angebracht waren, betrachtet werden. Mit dieser Eröffnung und so vielen Menschen beginne die Zeit, in der die Mauern wieder abgebaut werden, der Museumsalltag zurückkehrt, sagte die Museumsdirektorin.

Susanne Müller-Kölmel erklärte: „Die Pandemie hat Spuren hinterlassen.“ Alle 19 Künstlerinnen und Künstler seien froh, wieder Menschen begegnen zu können. Jetzt überwiege fröhliche Aufbruchsstimmung: „Es ist eine Freude, im Kunstmuseum ausstellen zu dürfen“, bekannte die Vereinsvorsitzende.

Isolation wird zum Thema in der Kunst

Die aktuelle Ausstellung greift dann auch inhaltlich die Zeit der Pandemie auf. Die sei auch durch Isolation geprägt gewesen, sagte Müller-Kölmel. Das habe man in der Jahresschau aufgegriffen. 18 „Zellen“ wurden verlost, in der die Kunst gezeigt wird. Optisch wird das durch Gazevorhänge von der Decke bis zum Boden deutlich, die die Kunst trennen. Die 19. Station ist die Einzelausstellung „Menschengemacht“ von Michael Bauer-Brandes. Der Schmiedemeister zeigt sich ganz von seiner künstlerischen Seite.

Inmitten seiner Skulpturen fand die Eröffnung statt. Und wie wichtig die für den Kunstbetrieb der Stadt ist, zeigte sich nicht nur daran, dass die Kunstschaffenden selbst mit Anhang der Veranstaltung beiwohnten. Aus dem Kreis des für das Kunstmuseums so wichtigen privaten Art-Sponsorings waren etwa Beate und Thomas Busch (Walbusch) erschienen. Jürgen Kaumkötter, der Direktor des im gleichen Haus ansässigen Zentrums für verfolgte Künste machte seine Aufwartung.

Aus der Politik war die vor Kurzem gewählte Bezirksbürgermeisterin Dr. Ruth Fischer-Bieniek (Grüne) erschienen, genauso wie die neue Stadtdirektorin und bereits langjährige Kulturdezernentin Dagmar Becker (Grüne). Zu einem Grußwort musste der Oberbürgermeister als Freund der Kunst nicht lange überredet werden. So sprach Kurzbach aus, was viele angesichts des großen Kreises an Interessenten empfanden: „Ich habe lange nicht mehr vor so vielen Leuten gesprochen.“ Es sei ihm sehr bewusst, dass gerade die Künstlerinnen und Künstler, die davon leben, in der Pandemiezeit wirtschaftlich extrem gelitten hätten. Daher dankte er allen für ihren Mut, trotz der anstrengenden Zeiten weitergemacht zu haben, um wieder neue Kunst zeigen zu können.

Empfohlen wird, sich sonntags einer der Führungen durch die Jahresschau, die bis zum 13. März läuft, anzuschließen. Diese finden jeweils um 11.15 und 14.15 Uhr statt. Dabei bekommen die Besucherinnen und Besucher einen tiefen Einblick in die Bildsprache und den Sinn der Kunstwerke. Zugleich wird der Bezug zur Pandemie und deren künstlerische Umsetzung erklärt. Führungen sind unter Tel. (0212) 25 81 40 und dort zu buchen: www-kunstmuseum-solingen.de

Die Kunstwerke

Anja Kreitz nennt ihr Bild „Come and fly with me“. Blaue Fantasiefiguren tun dies umrahmt von Blattgold. Susanne Müller-Kölmel versetzt die Betrachter mit „Once upon a time“ in Märchenwelten. In der Pandemie auch Stabilität bewahrt zu haben, zeigen Christina Koesters Skulpturen „Balance“. Michael Klette entführt an die Nordsee in Dänemark. Und Heiderose Birkenstock-Kotalla hat durch die Wupperflut in ihrem Atelier zerstörte Fotos zu neuer Kunst gemacht. In der Summe ist das sehr abwechslungsreich.

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