Kultur

Pläne für das Theater und Konzerthaus sind ambitioniert

Bei der Suche nach Räumen zum Aufwärmen kommt das Theater und Konzerthaus ins Spiel.
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Eine Publikumsbefragung zum Theater und Konzerthaus Solingen will ergründen, warum Zuschauer fortbleiben, was sie sich wünschen.

Fachpolitiker diskutieren über Zukunftskonzept für den Kulturtempel.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Von einem „Parforceritt“ sprach Dagmar Becker (Grüne). Damit brachte die Dezernentin auf den Punkt, was die Mitglieder des Kulturausschusses am Donnerstag erlebten. Sie erhielten komprimierten Einblick in das 122-seitige „Zukunftskonzept für das Theater und Konzerthaus Solingen“ für die Zeit bis 2045/2046. Die Ideen sind ehrgeizig, für die Umsetzung braucht es Fördermittel.

Wie berichtet, ist die Studie mit LVR-Unterstützung entstanden. Für die Umsetzung war die Düsseldorfer Arbeitsgemeinschaft Stöbe Architekten verantwortlich. Christine Brinkmann war Teil der Gruppe. Sie gab am Donnerstag die Stoßrichtung vor. Das Konzept sehe vor, während der Pandemie verlorene Besucher zurückzugewinnen. Zudem sollen neue Zielgruppen erschlossen werden.

Das Konzept hat vier Ausbaustufen. In den ersten fünf Jahren steht das Solinger Publikum im Fokus, nach zehn Jahren soll das Theater seine Bekanntheit im Bergischen vergrößert haben, nach 20 Jahren landesweite, dann bundesweite Ambitionen verfolgen.

Konzept geht mit veränderten räumlichen Anforderungen einher

Dafür brauche es einen Wandel vom Gastspiel- zum Programmhaus. Eigeninszenierungen seien ein Schlüssel, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, kulturelle Bildung ebenso ein Baustein wie die Bergischen Symphoniker zu stärken und vermehrt auf Musicals zu setzen. In diesem Bereich habe sich Solingen eine Marke aufgebaut. Die vier Stufen gehen mit veränderten räumlichen Anforderungen einher. Das Gebäude habe „sehr viel Potenzial“, zeigte sich Kaspar Stöbe überzeugt. Er regte an, die Hauptfassade als „Leuchtturm für das kulturelle Angebot“ zu nutzen. Denkbar sei das Kassenhaus als autarke Bühne, und im Foyer räumliche Trennung für kleinere Veranstaltung zu ermöglichen. Zudem sprach er sich dafür aus, über einen Anbau nachzudenken, der Platz für eine Probenbühne schaffen könnte. Darüber hinaus erklärte er, dass sich durch bauliche Maßnahmen 80 Prozent Energie einsparen lassen könnten.

„Wir befinden uns in der Einstiegsphase“, erklärte Sonja Baumhauer, Leiterin des Kulturmanagements. Dagmar Becker ergänzte, dass die weiteren Schritte von der Finanzierung abhängig seien. Es sei jedoch gut, sich an dem Konzept orientieren zu können.

Die Fachpolitiker lobten das Konzept. „Mir kommen fast die Tränen, wenn ich sehe, wie viel Potenzial hier im Haus steckt“, sagte Richard Collings (FDP). Reiner Daams (Grüne) sah das ähnlich, äußerte jedoch Zweifel, ob Solingen das Potenzial zur Musical-Stadt habe und das Theater und Konzerthaus bundesweite Ausstrahlung erreichen kann. „Es liegt viel Arbeit vor uns, das wird sich nicht ohne Förderung finanzieren lassen“, führte Sylvia Schlemper für die CDU aus. Um die nötige Unterstützung zu generieren, warb Hartmut Ober (SPD) dafür, das Fördermittelmanagement zu stärken.

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