Neue Leitung für Traditionsensemble

Merve Bianca Sorgente gibt beim Orchesterverein den Takt an

Merve Bianca Sorgente leitet das Vereinsorchester.
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Merve Bianca Sorgente leitet das Vereinsorchester.

Erstes Konzert am 15. Januar in der Ohligser Festhalle.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Der Orchesterverein hat eine neue Leitung. Mit ihr steht erstmalig in der Geschichte des Traditionsensembles eine Frau am Dirigentenpult. Die geborene Braunschweigerin mit zur Hälfte italienischen Wurzeln studierte Orchestermusik und Musikpädagogik in Dresden mit dem Schwerpunkt Violine. Nach Stationen als Geigerin beim Braunschweiger Staatsorchester und den Bielefeldern Philharmonikern zog es sie 2012 nach Düsseldorf, wo sie seitdem ihrer Leidenschaft, dem Dirigieren, intensiv nachgeht. Sie ist zum Beispiel Gründerin und Leiterin der Clara Schumann Players, des Jugendorchesters der Clara-Schuman–Musikschule (CMS) Düsseldorf und leitet zudem weitere Ensembles.

„Wir sind sehr froh, dass wir so schnell nach dem für uns recht überraschend schnellen Weggang von Tobias Sykora im letzten Spätsommer kompetenten Ersatz gefunden haben“, sagt Dr. Julia Siepen als Vorsitzende des Orchestervereins. Nach nun gut vier Wochen ziehen beide Seiten bereits ein positives Fazit.

„Erstmalig mit einem erwachsenen Ensemble zu arbeiten, ist ganz anders als mit Jugendlichen und für mich eine Bereicherung“, sagt Merve Bianca Sorgente, die ihre Arbeit in Düsseldorf spürbar mit Leidenschaft absolviert. „Hier sitzen souveräne Musiker, die recht gut wissen, was sie wollen. Und so hat sich schnell eine Partnerschaft auf Augenhöhe entwickelt“. Sie habe keineswegs vor, die bisherige Orchesterarbeit „auf links“ zu drehen, sagt sie zu ihrer Aufgabe.

Dennoch möchte sie Profil zeigen und eigene Ideen einbringen. „Weibliche Komponisten werden immer noch zu wenig gespielt“, findet sie zum Beispiel und möchte das mit dem Ensemble künftig ändern. „Oder wir schauen musikalisch über den Tellerrand der Kulturen und zum Beispiel mal nach Afrika.“
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Beim ersten gemeinsamen Konzert wird allerdings auf Experimente verzichtet, die sieht Sorgente eher im nächsten Sommerkonzert.

Neue Mitglieder sind herzlich willkommen

Am 15. Januar lässt der Orchesterverein seine Tradition der musikalisch schwungvollen Neujahrskonzerte wieder aufleben und konzertiert erstmalig in der Ohligser Festhalle. „Dort ist viel Platz, so dass wir guten Gewissens auch eventuelle Corona-Bedenken berücksichtigen können“, sagt Julia Siepen. Erstmalig ist auch, dass der dafür eingeladene Solist ein Schlagwerker ist. Musikfreunde können sich auf Simon Roloff freuen. Er ist vielen als Mitglied der Bergischen Symphoniker bekannt und wird mit seiner Interpretation von „Zirkus Renz“ aufwarten. „Ansonsten haben wir Brahms ungarische Tänze auf dem Programm oder den Donauwalzer“, lässt Sorgente ein bisschen in die Vorbereitungen schauen.

Wer übrigens Lust hat, sich dem Orchesterverein anzuschließen, ist herzlich willkommen. „Insbesondere bei den Hörnern und Posaunen können wir Verstärkung gebrauchen.“ Geprobt wird mittwochs von 20 bis 22 Uhr im Pliestersaal des Gründer- und Technologiezentrums, Grünewalder Straße 29-31.

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