Erwin Bowiens Lebenslauf in Bildern

Erwin Bowien, dessen Leben und Werk jetzt eine Ausstellung im Kunstmuseum gewidmet ist, hat ein Selbstporträt mit seiner Schülerin Bettina Heinen gemalt. Die Künstlerin ist bei der Eröffnung anwesend. Foto: Uli Preuss

GRÄFRATH Am Sonntag um 11.30 Uhr wird im Kunstmuseum eine Ausstellung zusammen mit dem Freundeskreis des Malers eröffnet.

Von Susanne Koch

Zur Stadt Solingen und besonders zur Familie des ehemaligen Tageblatt-Redakteurs Hanns Heinen hatte Erwin Bowien immer wieder einen Bezug. Das begann schon damit, dass er an der Staatlichen Kunstakademie in München bei dem aus Solingen stammenden Professor Robert Engels studierte. Von 1925 bis 1931 gab er Kunstunterricht am Gymnasium Schwertstraße. Und bei einem Aufenthalt 1942 in Solingen malte er Stadtansichten – die schönsten vor der Zerstörung der Innenstadt durch die Bombardierung im November 1944.

Wie schön die Solinger Innenstadt war, das können Besucher jetzt in der Ausstellung „Erwin Bowien (1899 bis 1972)“ im Kunstmuseum sehen. In Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Erwin Bowien zeigt das Museum seltene Aquarelle, Pastelle und Ölbilder des Malers. Beim Betrachten der Werke müssen sich Interessierte immer wieder vergegenwärtigen, dass Bowien im Freien mit Pinsel und Farben gearbeitet hat. Die heute in Algerien und in Solingen lebende Malerin Bettina Heinen-Ayech kann sich noch gut an die Reisen mit ihrem Lehrer erinnern. Sie erzählt: „Er hatte seine große Staffelei aufgebaut, ich saß meist mit einer kleineren dahinter.“ Er habe sie dabei immer aufgefordert, mutiger zu sein, Grenzen zu überschreiten. „Erwin Bowien brachte mir alles bei, was er bei Engels gelernt und später selbst weiterentwickelt hatte.“ Selbst bei starkem Wind und tosender See habe Bowien in der Natur gemalt.

Erwin Bowien hat ein Ehrengrabin Weil am Rhein

Im Kunstmuseum sind bis zum 14. September auf zwei Etagen Werke zu sehen: Er malte in Solingen und in Holland, wo er von 1931 bis 1942 gelebt hatte. Bilder brachte er mit von seinen Reisen nach Schweden und Norwegen. Gezeigt werden Ansichten von Paris, von Reisen in die Schweiz und sein Zyklus „Rhein – von der Quelle bis zur Mündung“. Ergänzt wird die Ausstellung durch Originalmanuskripte, ein Hörspiel sowie einen Film.

„Weniger durch seine Bilder als durch seine Worte wird deutlich, wie sehr Bowien den Krieg und das Hitler-Regime verabscheut hat“, betont Haroun Ayech, der Vorsitzende des Freundeskreises Erwin Bowien. „Nachdem auch die Niederlande von den Deutschen besetzt wurden, begab er sich auf eine abenteuerliche Flucht vor dem Kriegsdienst.“ Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Erwin Bowien in Weil am Rhein. Dort pflegte er liebevoll seine kranke Mutter. Weil am Rhein stiftete ihm ein Ehrengrab, und gerade soll eine Straße nach ihm benannt werden – der Antrag ist gestellt.

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