Ticketverkauf

Kasalla-Phänomen: Wie kommen wieder mehr Menschen zur Kultur?

Das Kulturmanagement klärte beim Theatercard-Kaffee-Klatsch über Rabattmöglichkeiten auf. Magdalene Leuther und Hella Diergarten (v.l.) haben sich gerade die Theater-Card Gold gekauft und wollen sich nun über das Programm informieren.
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Das Kulturmanagement klärte beim Theatercard-Kaffee-Klatsch über Rabattmöglichkeiten auf. Magdalene Leuther und Hella Diergarten (v.l.) haben sich gerade die Theater-Card Gold gekauft und wollen sich nun über das Programm informieren.

Das Kulturmanagement der Stadt Solingen hofft, mit der Theatercard Besucher besser binden zu können

Es gibt in der Kultur- und Eventbranche nach in der Corona-Zeit Phänomene, die sich weder auf den ersten, noch auf den zweiten Blick erklären lassen. Da schafft es die Kölner Kultband Kasalla, 41.000 Besucher ins Fußballstadion in Köln-Müngersdorf zu locken. Doch diese Woche sagte die Band die Tournee für 2022/2023 ab – kaum einer kaufte bisher Tickets. Besucherrückgang gibt es auch bei durch Stadtverwaltungen organisierte Kultur. Auch Solingen ist davon betroffen.

Wie haben sich die Besucherzahlen seit der Pandemie aus Sicht des Kulturmanagements entwickelt?

„Die Besucherzahlen sind nach wie vor leicht verhalten“, teilt Stadtsprecher Thomas Kraft dazu mit und verweist auf eine Analyse des Kulturmanagements der Stadt: Nach Rückmeldungen seitens der Besuchenden besteht immer noch die Unsicherheit, aufgrund diverser Einschränkungen sowie die Sorge um eine konkrete Ansteckungsgefahr.

Dies sei kein Solinger Phänomen, betont das Team um Leiterin Sonja Baumhauer, „sondern war auch einheitliche Feststellung anderer Städte beim Kulturausschuss des Städtetags NRW.“ Mit einer kontinuierlichen Verbesserung wird aus Sicht des Kulturmanagements erst bei einer entspannteren Situation gerechnet und nur längerfristig könnten die ursprünglichen Zahlen aus der Vorpandemie-Zeit wieder erreicht werden.
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Philharmonische Konzerte mit knapp 300 Besuchenden werfen sicher die Frage auf: Ist das eine Momentaufnahme oder bereits ein Trend?

Der Trend einer kontinuierlichen Senkung der Abonnements sei schon länger bemerkbar, berichtet die Stadt. „Das ist kein Solinger Spezifikum, sondern bundesweiter langer Trend seit 1960 und auch der Altersstruktur der Abonnenten geschuldet“, erläutert Thomas Kraft. „Jüngeres Publikum scheut ein Abonnement häufig wegen der längerfristigen Verbindlichkeit, die eingegangen wird.“

In Bezug auf das städtische Kulturangebot und die Besucherzahlen verweist das Kulturmanagement auf die Entwicklung seit 1966, wie Karten abgesetzt werden. Tageskarten, Abonnements und Tickets über Organisationen wie die Solinger Volksbühne hielten sich früher etwa die Waage. Seit 1990 geht die Schere auseinander. Über Organisationen finden heute im Bundesschnitt keine 4 Prozent mehr ins Theater, Abonnements mach etwa 15 Prozent aus und Tageskarten den Löwenanteil von fast 50 Prozent. 30 Prozent werden über andere Wege verkauft.

Mit neuen Formaten und zeitgemäßen Abo-Strukturen, die mehr Flexibilität bieten, werde versucht, dem entgegenzuwirken. Dazu gibt es statt der früheren Abo-Reihen heute in Solingen die Theatercard in verschiedenen Rabatt-Stufen.

Wie viele Theatercards konnte das Kulturmanagement bisher pro Saison absetzen?

Hier sei die Zahl über die Jahre kontinuierlich geblieben, erklärt das Kulturmanagement: Zwischen 100 und 120 Theatercards werden pro Saison abgesetzt.

Ist die Theatercard das geeignete Instrument, um wieder mehr Besuchende anzulocken? Oder braucht es nicht doch wieder Abo-Reihen so wie früher?

Die Tendenz, weniger Abos zu verkaufen, gebe es schon länger, sagt die Stadt. Corona habe das noch verstärkt. Die Theatercard sei dennoch das richtige Instrument. Das Theater und Konzerthaus erreichten zahlreiche Wünsche der Besuchende, die mehr Flexibilität bei der Zusammenstellung ihres Programms haben wollen.

Das Kulturmanagement sieht da einen anderen, modernen Ansatz: „Die Veränderung des inhaltlichen Programms mit Einführung neuer Reihen wie Broadway-Fieber, Stadtkultur, Theater 4.0 oder Kultureller Bildung ist die folgerichtige Antwort auf eine stete Weiterentwicklung.“ Es gehe heute vor allem nicht mehr um die Besucherrückgewinnung, sondern darum, neue Besuchende für das städtische Kulturangebot in den Häusern zu begeistern.

Vorverkauf

Tickets für alle Veranstaltungen des Kulturmanagements der Stadt Solingen gibt es ab kommendem Dienstag, 9. August, um 9.30 Uhr. Telefonisch ist die Kasse unter 20 48 20 zu erreichen. Zugleich gibt es Eintrittskarten online: www.theater-solingen.de

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