Kunst

Die Ausstellung „Nirgendwie“ eröffnet Denkräume

Angela Brandt (von links), René Sikkes, Gabi Rottes und Beate Gärtner zeigen „Nirgendwie“ in der Galerie SK.
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Angela Brandt (von links), René Sikkes, Gabi Rottes und Beate Gärtner zeigen „Nirgendwie“ in der Galerie SK.

In der Galerie SK im Südpark stellen vier Kunstschaffende aus dem Ruhrgebiet aus.

Von Philipp Müller

Solingen. Wer am Sonntag, 16. Oktober, die Galerie SK im Südpark betritt, der wird zunächst intensiv von einem Gorilla gemustert. Oder ist es umgekehrt? Angela Brandt lässt das offen. Sie ist eine von vier Kunstschaffenden der Gruppe „Die Randbedingungen“, die ab morgen ihre Werke in den Güterhallen präsentiert.

Neben Brandt mit ihrer mystischen Fotokunst sind René Sikkes, Gabi Rottes und Beate Gärtner vertreten. Ihre Solinger Schau überschreiben sie mit dem Titel „Nirgendwie“. Das Wortspiel ist bewusst gewählt, wie die Künstlergruppe erklärt: „Nirgendwie steht für Verfremdung, für Transformation, Überlagerung und das Verschieben der Realität. So entwickeln wir Vier mittels unserer Kunst seit Jahren unsere eigenen Wirklichkeiten.“ Optisch ist zu erkennen, dass alle vier Kunstschaffenden in der Galerie die Form in den Mittelpunkt stellen und mit dieser dann spielen.

Das kann dann ganz tiefe Ideen in die Vordergründigkeit eines Kunstwerks holen. So sind bei Beate Gärtner Fingerabdrücke zu sehen. Sie will damit auf die Digitalisierung und ihre Gefahren anspielen. Im Obergeschoss der Galerie bietet sie dazu auch AR an, Augmented Reality. Dazu reiche für die Besuchenden ein Smartphone, um in die „Erweiterte Realität“ zu tauchen.

René Sikkes verführt das Auge. Farbflächen sind zu sehen, angeordnet wie Papier-Collagen. Doch dann entdeckt man Schatten. Also doch eher ein Gemälde? Nein, es sind Fotos von Papier-Installationen, die Sikkes zeigt.

Kunst schaffen als emotionaler, sehr persönlicher Prozess

Vierte im Bunde von „Nirgendwie“ ist Gabi Rottes. Miniatur-Fotos mit Gegenständen aus einem sichtbar alten Haushalt sind zu sehen. Bilder hinter Glas oder auf Papier zeigen Räume. Dazu gibt es ein Video, in dem die Strukturen eines Hauses sichtbar werden. Stark reduziert und darum eindringlich. Die Fotos und Aufnahmen seien vor der Entrümpelung der Wohnung ihrer Eltern entstanden. Sie habe lange damit gerungen, sie zur Kunst zu machen, weil alles ein sehr emotionaler Prozess sei.

Dass die Werke irgendwie zusammenpassen und doch scheinbar nirgends direkte Verbindungen haben, das ist auch ein Reiz der Ausstellung. Der kommt nicht von ungefähr. Der Kitt, der alles zusammenhält, ist das gemeinsame Studium an der Hochschule der bildenden Künste in Essen, das die Vier seitdem kreativ Kunst schaffen lässt.


„Nirgendwie“, Galerie SK, Alexander-Coppel-Straße 44, Laufzeit bis 13. November, Vernissage am Sonntag, 16. Oktober, 15 Uhr

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