Theaterstück

„Der gute Mensch“ – Schüler zeigen bewegendes Schauspiel

Das junge Ensemble thematisiert aktuelle Probleme – kontrastreich begleitet von schmeichelnder Musik.
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Das junge Ensemble thematisiert aktuelle Probleme – kontrastreich begleitet von schmeichelnder Musik.

Mildred-Scheel-Berufskolleg erobert die Studiobühne im Theater und Konzerthaus.

Von Wolfgang Günther

Solingen. In jedem Jahr bringt das Theater-Projekt des Mildred-Scheel-Berufskollegs ein Schauspiel auf die Bühne. Schauplatz war am Donnerstagabend der zur Studiobühne eingerichtete Große Konzertsaal – mit ansteigenden Sitzreihen. Das Regie-Duo Christine Knecht und Marcus Grolle hatte mit einem großen Ensemble von Schülerinnen und Schülern verschiedener Klassen und Bildungsgänge das Stück „Der gute Mensch“ einstudiert.

Basis war das Bühnenstück „Der gute Mensch von Sezuan“ von Bertold Brecht, das er 1943 im Schweizer Exil zur Uraufführung brachte. Es machen sich drei Götter in der fiktiven chinesischen Provinz auf die Suche nach mindestens einem guten Menschen. Das Stück ist eine Parabel auf die Zustände in der Welt und auf die Menschen, die mit Armut und Hartherzigkeit konfrontiert werden. Die beiden Regisseure hatten mit den jungen Akteuren aber eine eigene Bearbeitung erstellt, in der auch diskutierte Texte aus dem Ensemble zur Geltung kamen.

So blickten die drei Götter auf ihrer Suche nach dem guten Menschen von der Höhe auf die Klingenstadt. Ein guter Mensch ist sicher die Wasserverkäuferin, aber sie scheitert schon bei der Suche nach einem Quartier für die Götter und muss sich später sogar prostituieren, um überleben zu können. Es bleibt in den 90 Minuten der Aufführung kaum ein aktuelles Problem, das nicht schauspielerisch behandelt wurde.

Das Ensemble zeigte dabei eine ausgezeichnete Leistung und war im Spiel immer in Bewegung. Die schmeichelnden Melodien von Mantovani und Mozart als Begleitmusik standen in scharfem Kontrast zur heutigen Situation der Menschen in Solingen. Wohin mit den Flüchtlingen? Wie kann ich meine Miete bezahlen? „Wir würden gerne gut sein, können uns das aber nicht leisten“, deklamierte auf der Bühne ein Chor der Betroffenen. Neben den Problemen der Menschen heutzutage wurden aber auch die komplexen Ereignisse im aktuellen Weltgeschehen nicht ausgelassen.

Am Ende danke Schulleiterin Gabriele Stobbe-Dibbert den beiden Regisseuren und dem gesamten Ensemble für einen bewegenden Theaterabend. Vom Publikum im ausverkauften Saal kam stürmischer Beifall.

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