Kunst und Kultur

Das sind die wichtigsten Ausstellungen 2023

Mit Pascal Sender stellt das Kunstmuseum einen Star der neuen, digital geprägten Kunst aus.
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Mit Pascal Sender stellt das Kunstmuseum einen Star der neuen, digital geprägten Kunst aus.

Pascal Sender, Maks Levin oder die Sammlung Dr. Gerhard Schneider.

Von Philipp Müller

Solingen. Im ehemaligen Gräfrather Rathaus an der Wuppertaler Straße befinden sich zwei Museen unter einem Dach. Das Kunstmuseum wurde 2021 während der Corona-Pandemie 25 Jahre alt. Ende 2015 nahm das Zentrum für verfolgte Künste seinen Betrieb auf. Die ursprüngliche Idee, dass aus dem Nebeneinander ein Miteinander entsteht, scheint gescheitert. Zuletzt beauftragte der Kulturausschuss das Rathaus, für das Kunstmuseum einen anderen Standort zu suchen. Das Zentrum legt bereits Pläne vor, wie das alte Gebäude und der Neubau aus dem Jahr 1996 zu einem modernen Museum umgebaut werden könnten.

In dieser Gemengelage läuft die Arbeit in beiden Museen natürlich weiter. Kunstmuseum und Zentrum teilen sich die Räume für Ausstellungen etwa im Verhältnis 1:2. Zum Programm 2023:

Kunstmuseum: Direktorin Gisela Elbracht-Iglhaut präsentiert zunächst die Jahresschau des Vereins der Solinger Künstler. Sie findet vom 11. Februar bis zum 5. März statt. Elbracht-Igelhaut erklärt: „Traditionell steht dabei eine Etage für eine Einzelausstellung zur Verfügung. 2023 wird die Holzkünstlerin Ela Schneider eine Soloschau präsentieren.” Ansonsten zeigen die Künstlerinnen und Künstler des Vereins aktuelle Werke. Infos zum Verein unter: https://www.solingerkuenstler.de

Mit Pascal Sender stellt das Kunstmuseum vom 10. März bis zum 16. April einen Star der neuen, digital geprägten Kunst aus. 2021 hat der Schweizer, der in Düsseldorf studierte und heute dort lebt und arbeite, im Kunstmuseum den 75. Internationalen Bergischen Kunstpreis gewonnen. Für die Rückkehr nach Solingen habe er sich etwas Besonderes einfallen lassen, berichtet die Direktorin: „Pascal Sender hat für die Ausstellung eine große Anzahl neuer Bilder geschaffen, die er teilweise in Kollaborationen mit anderen Künstlern erarbeitet hat. Mittels der App SprayAR können Besucher die Bilder dreidimensional erleben, partizipativ in die Kunst eingreifen und neben der visuellen Wahrnehmung auch auditiv erfahren. Allen Bildern ist ein Sound zugeordnet.”

Schließlich folgt noch ab dem 22. September für fünf Wochen die 77. Bergische Kunstausstellung. Die Schau „Klasse Kunst!“ mit Werken aus Solinger Schulen wird voraussichtlich aus Termingründen entfallen. Mehr zum Museum unter: www.kunstmuseum-solingen.de

Zentrum für verfolgte Künste: Das Team um Direktor Jürgen Kaumkötter setzt auf eine Reihe an Veranstaltungen in Solingen und auf internationalem Parkett. In Sachen Ausstellungen setzt das Museum auf seine Dauerausstellung, die verfemte, verfolgte und auch ermordete Künstlerinnen und Künstler in den Mittelpunkt stellt. In Planung ist für etwa Juni noch eine Ausstellung zum Thema Erinnerungskultur, dessen Inhalte Kaumkötter noch nicht im Detail nennt.

Das Zentrum stellt auch Schriftstellerinnen und Autoren mit ähnlichen Biografien aus. So läuft ab dem 3. Mai um 19.30 Uhr die Veranstaltung „Fahrenheit 451 – 90. Jahrestag der Bücherverbrennung“. Das wird zusammen mit der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft und dem Förderkreises des Zentrums für verfolgte Künste organisiert. Außerdem werde die Vorstellung der Neuausgabe des Buchs „Die verbrannten Dichter“ von Jürgen Serke in den Abend eingebunden. Viele Bücher seiner Sammlung bilden die Basis für die Literaturabteilung des Zentrums.

Ein weiteres Standbein des Zentrums sind Werke des Sammlers Dr. Gerhard Schneider. Ihn würdigt das Museum ab dem 12. November mit einer Ausstellung aus dessen Privatbesitz, die sich der Entwicklung der Moderne der Malerei und Grafik seit 1900 bis in die Neuzeit widmet. Die Ausstellung „Deadlines” mit Kriegsbildern des ermordeten ukrainischen Fotojournalisten Maks Levin, die im Zentrum entwickelt wurde, soll im Verlauf des Jahres im Wadsworth Atheneum in Hartford, Connecticut, in den USA gezeigt werden. Das Zentrum konzipiert auch Ausstellungen im Auftrag der New Yorker Boris Lurie Foundation. Werke des von den Nazis verfolgten Malers, der in New York zu den Gründern der “NO!art-Bewegung” gehörte, werden aktuell in Mexiko City gezeigt, 2024 bei der Biennale in Venedig. Weitere Termine unter: https://verfolgte-kuenste.com

Zeitzeugin

Am Sonntag, 29. Januar, hat das Zentrum für verfolgte Künste um 11 Uhr mit Ruth Weiss eine besondere Zeitzeugin als Gast. Die 98-Jährige floh 1936 mit ihren Eltern vor den Nazis nach Südafrika und wurde Gegnerin der Apartheid und Befürworterin der Aussöhnung. Das brachte Ruth Weiss 2005 eine Nominierung für den Friedensnobelpreis ein.

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