Musik

Cellist Peter Lambrecht nimmt Bach-Suiten auf

Drei Bilder, die das Schaffen des Cellisten Peter Lambrecht dokumentieren. Mit Leidenschaft spielt er sein Instrument. „Sein“ ist richtig, denn er baut sich die Instrumente selbst. Das alles mit Können und Geduld, wie seine Schnitzfertigkeiten für eine Gambe belegen.
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Mit Leidenschaft spielt Peter Lambrecht sein Instrument.

Der 82-jährige Musiker baut seine Instrumente selbst.

Von Philipp Müller

Solingen. Mit Geduld und viel Gefühl sitzt Peter Lamprecht in seiner Instrumentenwerkstatt an der Stadtgrenze zu Haan. Gerade entsteht der Boden für ein neues Cello. Rund 400 Stunden Zeit braucht es, bis Lamprecht es spielen können wird. Rund zwei Jahre dauert der Prozess. Das auch, weil der 82-Jährige weiterhin als oft als Kammermusiker auftritt. Und er nimmt Musik selbst auf. Jetzt legt er eine dreiteilige CD mit den sechs Suiten von Johan Sebastian Bach für Cello vor. Drei Exemplare verlost das Tageblatt heute.

Wenn man sagt, die Zeit sei relativ, so belegt das der Lebensentwurf von Peter Lamprecht genau. Da sind nicht nur die 400 Stunden für ein Cello oder gar 600 Stunden für eine Gambe, einer aufwendig geschnitzten Schwester der Kniegeige. Da wird der Satz, er gebe „oft“ Konzerte, in seinem Fall auch zu einer anderen Zeitdimension. Denn bis zu 14 Tage bereitet er sich auf einen Auftritt exakt vor. Die Akribie liegt ihm im Blut.

Er baut sich die Instrumente selbst.

Da ist es kein Wunder, dass die Aufnahmen für die sechs Cello-Suiten von Johann Sebastian Bach ebenfalls ein zeitliches Mammut-Projekt waren. Alles begann im Jahr 2000, da spielte er die Stücke im Bach-Jahr zum 250. Todestag des Komponisten alle im Kunstmuseum in Gräfrath. Heute sagt er: „Es war einmal fällig, sie alle aufzunehmen.“

Das machte er im Jahr 2020 im Wesentlichen in Haan in der Alten Pumpstation. Dies aus zwei Gründen: Bevor die Kultureinrichtung umgebaut wurde, konnte er dort abends ab 18.30 Uhr ungestört viele Mikrofone für die Aufnahmen aufbauen. Die braucht er für den zweiten Grund: Lamprecht verzichtet völlig darauf, seinen Aufnahmen später einen Hall-Effekt zu geben. „Ich liebe es, mit Naturhall aufzunehmen“, sagt er.

Monate brauchte er für die Aufnahmen. Jede Suite besteht aus sechs Sätzen. Und jeden dieser Sätze nahm er im Schnitt 25 Mal auf. Er hörte die Aufnahmen ab, schnitt sie zusammen oder ging erneut mit dem Cello vor die Mikros, um einen neuen Sound zu finden.

„Neues entdeckt man immer“, sagt er zur Frage, ob ihn Bach noch überrasche. Das führt für ihn eben dann auch dazu, sich ganz der Komposition und seinem Spiel zu widmen, um ein für ihn optimales Produkt zu erstellen. Wer dann die erste CD auflegt, den überrascht zunächst der satte, oft sehr tiefe Ton des Cellos, der warm aus den Boxen kommt. Mit der Vielzahl der Mikrofone hat er auch die Geräusche abgebildet, die beim Umgreifen an den Saiten des Instruments entstehen. Auch der Ansatz des Bogens ist erhörbar. Kurz: Das, was man beim Livekonzert alles hören kann, findet sich konsequent und angenehm abgemischt auf der CD dann auch wieder.

Lamprecht liebt diese Art des Lebens nicht nur. Geduld ist für ihn ein Stück Lebenselixier. Und die investiert er gerne. So hat er bei den Aufnahmen oft bis Mitternacht an einem Stück gearbeitet. Und weil er alles so exakt plant und macht, reichten diese Stunden oft nur, um einen Satz einer Suite aufzunehmen.

Seine Schnitzfertigkeiten für eine Gambe.

Er tickt anders als viele Zeitgenossen und setzt auf Ruhe. Anders bewertet er deshalb auch seine Zeit als Berufsmusiker bei den Bergischen Symphonikern. „Ich war nicht gerne Orchestermusiker“, verrät er heute. Den ganzen Klatsch und Tratsch zwischen den Kolleginnen und Kollegen habe er nicht gemocht. Außerdem sei er durch die Leitung eines Konzerts durch den jeweiligen Dirigenten immer in einem Korsett gewesen.

Richtig frei fühle er sich erst, wenn er selbst Kammermusik macht und bestimmen kann, wie alles gespielt werden darf. Und dabei setzt er gezielt auf die alte Musik wie die von Bach. Und zwischendurch greift er zum Hobel und baut weiter Celli. Übrigens: Wer kein Glück bei der Verlosung () hat: Die CDs gibt es für 15 Euro bei Lamprecht, Tel. 88 13 19 06, direkt zu kaufen.

Verlosung

Drei Dreier-CDs können ST-Leser heute gewinnen. Wenn Sie gewinnen möchten, schicken Sie uns bitte bis Donnerstag, 15. Dezember, 12 Uhr, eine E-Mail mit dem Betreff „Bach-CD“ unter Angabe Ihres vollständigen Namens, Ihrer Anschrift und Ihrer Telefonnummer an:

redaktion@solinger-tageblatt.de


Teilnahmebedingungen: Rechtsweg, Umtausch und Barauszahlung sind ausgeschlossen, ebenso die Teilnahme von Mitarbeitern des Verlags B. Boll und deren Angehörigen. Teilnahme und Gewinnausschüttung ab 18 Jahren. Die Gewinner werden vom Tageblatt informiert und gegebenenfalls mit Namen veröffentlicht.

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