Auszeichnung

Betty-Reis-Buchpreis gleich dreimal vergeben

Die Preisträger Carolin Hristev und Frank Maria Reifenberg freuten sich über den Betty-Reis-Buchpreis.
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Die Preisträger Carolin Hristev und Frank Maria Reifenberg freuten sich über den Betty-Reis-Buchpreis.

Jury aus zwölf Schülerinnen und Schülern kürte aus 25 ursprünglichen Kandidaten die Preisträger.

Von Lucas Hackenberg

Solingen. Der Abend der Betty-Reis-Gesellschaft in der Aula der Geschwister-Scholl-Gesamtschule an der Querstraße stand unter dem Gedanken „Gemeinsam Aufstehen gegen Diskriminierung und für ein friedliches Miteinander“. Ohnehin ist dies ein Motto, welches sich die Schüler der Gesamtschule in Ohligs schon lange groß auf die Fahne schreiben. Doch der Abend galt vor allem der Verleihung des Kinderbuchpreises der Gesellschaft.

In Zusammenarbeit mit der Betty-Reis-Gesellschaft und der Grundschule Bogenstraße wurde nach der erzwungenen, zweijährigen Pause durch die Corona-Pandemie in diesem Jahr zum ersten Mal eine Preisverleihung für jene Autoren abgehalten, welche von den Schülerjurys der beiden Schulen in den letzten drei Jahren als Gewinner der Auszeichnung ausgewählt wurden.

Gesucht sind Bücher mit Bezug zur Geschichte

Der Betty-Reis-Buchpreis wird an literarische Werke verliehen, welche sich kritisch mit der Vergangenheit Deutschlands auseinandersetzen und dabei Kindern sowie Jugendlichen den demokratischen Gedanken näherzubringen versuchen.

Nachdem mit „Wo die Freiheit wächst“ von Frank Maria Reifenberg 2020 das erste Jugendbuch und mit „Jella hat genug“ von Dagmar Hoßfeld 2021 das erste Kinderbuch mit dem Betty-Reis-Buchpreis ausgezeichnet wurden, ging es in diesem Jahr wieder um den Siegertitel in der Sparte der Jugendbücher. Die Buch-AG der Geschwister-Scholl-Schule, welche von ihren Schülern und Lehrern liebevoll und naheliegend kurz „Scholle“ genannt wird, entschied sich in diesem Jahr nach intensiver Buchrecherche und zugehöriger Diskussion für Carolin Hristevs Werk „Keiner zwischen uns“.

In dem 2021 erschienen Jugendroman geht es um den dunkelhäutigen Nelson, der sich in seinem Leben gleich mehrfach Diskriminierung und Intoleranz ausgesetzt sieht. Zudem wird die Freundschaft zu seinem besten Freund Hamza durch ein Geheimnis desselben auf die Probe gestellt, über welches die Mitglieder der Buch-AG aber nicht näher ausführen wollten. „Schließlich wird es beim Lesen dann für Sie ja langweilig“, ließ die Gruppe schmunzelnd und wissend verlauten.

An diesem Abend stand allerdings sowieso etwas ganz anderes im Vordergrund, als eine einfache Buchbesprechung vor Publikum durchzuführen. Die Zeremonie der Preisverleihung sollte nach der langen Corona-Unterbrechung möglichst feierlich begangen werden. Für das Gelingen dieses Vorhabens sorgten Schüler, Lehrer und Vertreter der Kommunal- und Landespolitik zusammen mit den Autoren in gelebter Eintracht.

Neben musikalischer Untermalung durch die professionell auftretenden Grundschüler von der Bogenstraße und der Lehrerband der „Scholle“, welche durch nicht minder begabte Streichinstrumentalisten aus der Schülerschaft begleitet wurden, waren auch ranghohe Politiker vor Ort und zeigten sich ob des Engagements der Kinder und Jugendlichen beeindruckt. So sagte Josef Neumann (SPD), Abgeordneter des Wahlkreises Wuppertal III/Solingen II im NRW-Landtag: „Zivilcourage braucht starke Menschen.“

Betty Reis kam mit 17 Jahren nach Solingen. Die Jüdin wurde 1942 nach Auschwitz deportiert, kam 1944 ins KZ Bergen-Belsen, wo sie unter unbekannten Umständen verstarb. Mehr Infos unter:

www.betty-reis-gesellschaft.de

Betty-Reis-Gesellschaft

Hintergrund: Seit 2020 wird der Betty-Reis-Buchpreis für Jugend- und Kinderbücher im jährlichen Wechsel verliehen.

Termin: Zum ersten Mal konnte in diesem Jahr eine Preisverleihung vor Publikum stattfinden.

Vorschau: Im nächsten Jahr sind es erneut die „Bücher-Checker“ der Grundschule Bogenstraße, welche die Preisträgerin oder Preisträger in der Rubrik der Kinderbücher als Jury für die Betty-Reis-Gesellschaft bestimmen.

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