Zentrum für verfolgte Künste

Ausstellung zur ersten Documenta 1955 endet am Sonntag

Anhand von Kunst aus den 1920er Jahren wird im Zentrum für verfolgte erklärt, wie diese in Vergessenheit geriet.
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Anhand von Kunst aus den 1920er Jahren wird im Zentrum für verfolgte erklärt, wie diese in Vergessenheit geriet.

Zusammen mit Kasseler Archiv untersuchte das Zentrum für verfolgte Künste Künstler-Biografien.

Von Philipp Müller

Solingen. Morgen endet im Zentrum für verfolgte Künste die Schau „1929/1955 – die erste documenta und das Vergessen einer Künstler:innengeneration“ mit Führungen. Gemeinsam mit dem Archiv der Kasseler Documenta wurde untersucht, warum aus der „Großen Kasseler Kunstausstellung“ 1929 später bei der ersten Documenta 1955 viele durch die Nazis verfolgte Künstlerinnen und Künstler nicht erneut gezeigt wurden.

Die Ausstellung stand natürlich auch unter dem Eindruck der Kritik an der aktuellen Documenta. Die Solinger Schau fand große Beachtung in der Fach- und Tagespresse. Die Leitung des Hauses wurde auf Kassel 2022 angesprochen. Zunächst hielten sich Zentrumsdirektor Jürgen Kaumkötter und sein Team mit öffentlicher Kritik zurück. Zum Ende der Schau ändert sich das jedoch.

Das Zentrum erklärt dazu jetzt: „Schon in den Monaten vor der Eröffnung der documenta fifteen gab es Kritik an den Kuratoren und wie es sich herausstellte sehr berechtigte Bedenken, dass auf der Weltkunstausstellung antiisraelische und antisemitische Positionen präsentiert werden. Die Diskussion um die documenta fifteen fand auch ein Echo in Solingen. Besucherinnen und Besucher kamen von überall her ins Museum für verfolgte Künste, um sich unsere Beobachtungen zur ersten documenta anzuschauen. Die Internetseite der Ausstellung und der Film der Eröffnung wurden tausendfach angeschaut.“

Heute, Samstag, 10. September, führt dann zum Abschluss der beiden Ausstellungstage die Kunstvermittlerin Asya Abaci um 11.30 Uhr zum Thema „Alles nur Stillleben? Motive der Ausstellungen 1929 und 1955“ durch das Zentrum. Um 14 Uhr folgt die Kunsthistorikerin Medea Baindurashvili, die die beiden Künstler César Klein und Felix Nussbaum bei der Themenführung „Zwei um Zwei“ in den Blick nehmen wird. Morgen, Sonntag, 11. September, hinterfragt die Kunsthistorikerin Vanessa Arndt um 11.30 und 14 Uhr in der Führung „Unvollkommene Reparationen – die documenta ‘55“ die Faktoren, warum die Künstlerinnen und Künstler aus der Schau 1929 vergessen wurden und auch heute noch viele verfolgte und verfemte Künstlergenerationen kaum beachtet werden.

76. Bergische Kunstausstellung wird jetzt aufgebaut

Wenn Sonntag um 17 Uhr das Zentrum für verfolgte Künste schließt, dann wird im ehemaligen Gräfrather Rathaus an der Wuppertaler Straße zunächst wieder das Kunstmuseum in den Mittelpunkt rücken. Noch am Abend beginnt der Abbau der Documenta-Schau und schafft Platz für die 76. Bergische Kunstausstellung, die kommenden Samstag, 17. September, startet.

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