Bestsellerautor war in der Walder Kirche zu Gast

200 Zuhörern gefällt humorvolle Lesung von Jan Weiler

Autor Jan Weiler stellte in der Walder Kirche sein neues Buch „Der Markisenmann“ vor.
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Autor Jan Weiler stellte in der Walder Kirche sein neues Buch „Der Markisenmann“ vor.

Sein neues Buch „Der Markisenmann“ hatte er mit dabei.

Von Andreas Römer

Solingen. Jan Weiler bescherte rund 200 Zuhörern am Donnerstagabend in der evangelischen Kirche in Wald einen vergnüglichen Abend. Der Bestsellerautor war von der Buchhandlung Bücherwald eingeladen worden, aus seinem neuen Buch „Der Markisenmann“ zu lesen. Gut gelaunt las Weiler nicht nur aus dem Buch, sondern erzählte auch einiges drumherum und das auf unnachahmliche Weise, die das Publikum oft zum Lachen brachte.

Der Autor verriet, dass es sich bei dem Buch um eine Auftragsarbeit handele. Seine 13-jährige Tochter habe sich ein Buch nur für sich gewünscht. „Und zack! – Nach zehn Jahren war es schon fertig“, so Jan Weiler. Seiner Tochter gefällt es aber wohl trotz der langen Wartezeit. Es geht um ein fünfzehnjähriges Mädchen, das die Sommerferien bei seinem Vater verbringen muss. Der ist ihr aber völlig fremd, denn die beiden haben sich 13 Jahre nicht gesehen. Und der Vater entpuppt sich auch keineswegs als der mächtige und steinreiche Geschäftsmann, den sie sich immer ausgemalt hat. Tatsächlich lebt er in einer Lagerhalle im Duisburger Hafen mit einem riesigen Bestand alter, hässlicher DDR-Markisen, die er seit Jahren mit mäßigem Erfolg als Hausierer im Ruhrgebiet verkauft.

Wochenlang ist der Autor dafür durchs Ruhrgebiet gefahren, um die Örtlichkeiten seines Romans realistisch darstellen zu können. „Ich kriege jetzt dauernd E-Mails, dass Leser das Gelände, auf dem der Vater wohnt und seine Markisen lagert, gefunden haben – das gibt es ja tatsächlich“, erzählt Jan Weiler.

Er erläuterte auch, warum das Buch im Jahr 2005 angesiedelt ist: „2007 kam das erste iPhone auf den Markt und das hat unser Leben total verändert. Seitdem ist es viel schwerer, Geschichten zu erzählen, weil es ja keine Geheimnisse mehr gibt“, so der Autor. Jeder könne innerhalb weniger Sekunden alles im Netz erfahren. Für seine Figuren sei es aber wichtig gewesen, dass der Vater eben von Tür zu Tür gehe, um seine gruseligen Markisen loszuwerden. Heute würde er einen Webshop machen.

Dass Weiler die Musik, die Vater (alter DDR-Rock) und Tochter (Bravo-Hits 48) im Buch hören, heute als Spotify-Playlist per QR-Code im Buch für jeden zugänglich macht, war 2005 auch noch undenkbar.

Weitere Geheimnisse des Buches gab Weiler natürlich nicht preis – schließlich soll man es ja noch lesen. Und der Autor beantwortete nach der Lesung auch keine Fragen des Publikums. Das mache er nie – „aus Rücksicht auf die mitgeschleiften Ehemänner“, wie er sagt. Die hätten nämlich immer nur eine Frage im Kopf: „Wie lange geht das denn jetzt noch?“. Aber er signierte für seine Fans die Bücher.

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