Vorsorge

Künstliche Intelligenz erkennt Krebs früher

Die Klinikum-Mitarbeiter um Professor Dr. Boris Pfaffenbach führten die neue Technologie vor (v. l.): Uwe Domogalski, Prof. Boris Pfaffenbach, Barbara Siegel, Lukas Schumacher.
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Die Klinikum-Mitarbeiter um Professor Dr. Boris Pfaffenbach führten die neue Technologie vor (v. l.): Uwe Domogalski, Prof. Boris Pfaffenbach, Barbara Siegel, Lukas Schumacher.

Darmkrebs – neue Technologie erhöht die Nachweisrate bösartiger Polypen.

Von Anna Lauterjung

Es wurde anhand mehrerer Studien belegt, dass eine regelmäßige Darmspiegelung zur Vorsorge das Darmkrebsrisiko verringern. Doch dabei werden nicht alle bösartigen Polypen erkannt. Um die Vorsorgeuntersuchung noch effizienter zu gestalten, benutzt das Städtische Klinikum Solingen eine neue Technologie. Sie kann mit Künstlicher Intelligenz Polypen während der Behandlung erkennen.

Bei einer Darmspiegelung zur Vorsorge sei gutes Gucken das höchste Gut, erklärt der Chefarzt der Gastroenterologie am Klinikum, Prof. Dr. Boris Pfaffenbach gestern bei einem Pressetermin. „Rund 20 Prozent der bösartigen Polypen werden übersehen“, fügt er hinzu. Und rund 30 Prozent aller Polypen werden gar nicht erkannt. Um dieses zu erhöhen, wird viel Wert auf eine gute Darmreinigung gelegt. Doch auch moderne Geräte können einen großen Unterschied machen. „Durch den Einsatz der neuen Technologie steigt die Nachweisrate um 15 Prozent bei bösartigen Polypen“, sagt Pfaffenbach. Vor allem flache oder sehr kleine Polypen machten dem Gerät von Medtronic keine Schwierigkeiten. Der Chefarzt ist überzeugt, dass hier Künstliche Intelligenz sehr gut eingesetzt wird.

Bei der Untersuchung läuft die neue Technologie auf einem Monitor mit. Es sei wie ein Paar extra Augen, erklärt Pfaffenbach. Es erkennt Auffälligkeiten mit der Hilfe eines Algorithmus. In dem Moment markiert das System den möglichen Polypen mit einem grünen Kasten. Daraufhin kann der behandelnde Arzt die Stelle genauer betrachten. Dabei sei die Künstliche Intelligenz sehr pingelig, sagt Oberarzt Uwe Domogalski: „Es sieht zu viel.“

Schließlich liegt die Handlungsentscheidung allerdings immer noch bei dem behandelnden Arzt. Handelt es sich bei dem Hinweis der Künstlichen Intelligenz um einen Polypen, wird dieser für die Dokumentation fotografiert und dann entfernt. Oft werden auch Falten oder Reflexionen des Lichts im Darm markiert. Im nächsten Schritt geht die Gewebeprobe dann zur Pathologie und nach den Ergebnissen kann die weitere Behandlung des Patienten geplant werden.

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